Übungen

D: Großangelegte Übung an der Alexanderkirche in Wildeshausen

WILDESHAUSEN (DEUTSCHLAND): Eine spannende und lehrreiche Großübung liegt hinter den Einsatzkräften der Feuerwehr Wildeshausen und der Feuerwehr Harpstedt. Am Mittwochabend, dem 19. August 2026, stand ein Übungsdienst an, der es in sich hatte. Lars Menke und Jannik Stiller hatten das Szenario in mühevoller Vorarbeit über mehrere Monate ausgearbeitet: einen Brand in der Alexanderkirche in Wildeshausen, bei dem zwei Personen vermisst wurden. Dazu wurden Aufgänge sowie der gesamte Dachstuhl mit mehreren Nebelmaschinen verraucht.

Das angenommene Szenario war dramatisch. Nach vorausgegangenen Dachdeckerarbeiten war es im Dachstuhl der Kirche zu einem Schwelbrand gekommen, der sich während eines Gospelkonzertes rasch ausbreitete. Zuschauerinnen und Zuschauer nahmen in der Deckenwölbung eine Rauchentwicklung wahr und riefen umgehend um Hilfe. Nach dem Absetzen des Notrufs machten sich die ersten Einsatzkräfte aus Wildeshausen auf den Weg.

Der Einsatzleiter erkundete die möglichen Gefahren vor Ort und klärte, ob sich noch Personen im Kirchengebäude befanden. Diese Informationen gab er an die nachrückenden Einsatzkräfte weiter, die mit mehreren Fahrzeugen eintrafen, und leitete umgehend die Menschenrettung ein. Für zusätzliche Dynamik sorgte ein weiteres, vorgeplantes Szenario: Die Feuerwehr Harpstedt hatte auf der Autobahn zuvor einen Pkw-Brand abgelöscht und befand sich auf dem Rückweg. Als die Alarmierung der Feuerwehr Wildeshausen einging, drehten die Harpstedter Kräfte an der Anschlussstelle Wildeshausen und wurden von der Leitstelle Oldenburg mit in den Einsatz gezogen. Diese bewusst eingebaute „Übungskünstlichkeit“ sollte das Zusammenspiel beider Feuerwehren weiter stärken und festigen.

Als besonderes Objekt stellte die Kirche hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte: Im Dachstuhl befindet sich sehr viel Holz, die Aufgänge sind schmal. Diese Zugänge zu finden und Atemschutztrupps mit schwerem Schlauchmaterial, Ausrüstung sowie Atemschutzgerät und Maske durch den dunklen, verrauchten Aufgang nach oben zu führen, war eine besondere Herausforderung.

Neben den Feuerwehren Wildeshausen und Harpstedt war auch der Informations- und Kommunikationszug (IuK) der Kreisfeuerwehr Oldenburg an der Übung beteiligt. Dieser traf nach kurzer Zeit samt Drohne und Einsatzleitwagen an der Einsatzstelle ein und arbeitete eng mit den Wildeshauser Kräften zusammen. Der IuK-Zug koordinierte die Funkabwicklung sowie die Lufterkundung mittels Drohne und Wärmebildkamera.

Für einen zusätzlichen realitätsnahen Moment sorgte ein brandbedingter Kurzschluss: Er aktivierte die Glockensteuerung, sodass die Kirchenglocken während der Brandbekämpfung läuteten, während sich Einsatzkräfte in unmittelbarer Nähe befanden – ein durchaus mögliches und realistisches Szenario. Im Zusammenspiel aller Einsatzkräfte konnten schließlich alle vermissten Personen gerettet werden. In einer anschließenden Manöverkritik wurden Fehlerquellen identifiziert und offen angesprochen. Zugleich gab es viel Lob und Anerkennung für die geleistete Arbeit.

Zum Abschluss ging es für alle Beteiligten ins Feuerwehrhaus Wildeshausen. Dort hatte das DRK bereits ein Essen angerichtet – unter anderem mit leckeren Salaten, selbstgemachten Frikadellen und Kaltgetränken – und versorgte die Einsatzkräfte.

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