Stmk: Die fliegende Feuerwehr aus Weißenbach bei Haus
Weißenbach bei Haus (Stmk): Die Feuerlösch-Air mit wackeren Florianis aus Weißenbach bei Haus stürzte sich beim Red Bull-Flugtag in Wien mit besonderem Gerät ins Geschehen und in die Fluten.
Es fliegt, es fliegt, es fliegt der Feuerlöscher!“, hieß es am Sonntag, 23. September 2012, in der Brigittenauer Bucht in Wien. Das Ennstal wurde am Redbull Flugtag mit einer spektakulären Show von der „Feuerlösch-Air“ vertreten. Insgesamt stürzten sich 38 wagemutige Teams mit ihren selbst gebastelten Fluggeräten von der sechs Meter hohen Rampe. Zum Sieg ist das niederösterreichische Team „Back to the Future“ geflogen. Der weiteste Flug geht an die „Niederthalheimer Himmelsstürmer“ aus Oberösterreich mit 35,9 Metern. Die Kreativität und Originalität der Rampenshow wurde von einer prominent besetzten Jury bewertet. „Ich bin selbst Pilot und weiß wie schön Fliegen sein kann. Aber so lustige und kreative Fluggeräte habe ich noch nie gesehen. Wir sind aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen“, so der Skispringer und Juror Thomas Morgenstern.
Über vier Monate tüftelte die Freiwillige Feuerwehr aus Weißenbach bei Haus im „Hangar 8“ an ihrem Fluggefährt. Dementsprechend groß war die Anspannung vor dem Flug. „Der Pilot Andre Fuchs geht seit Stunden geistig die Rampe und den Abflug durch. Volle Konzentration ist gefragt“, erklärt das Team. Die Ruhe zur Konzentration ist in der Bucht nicht zu finden. 100.000 Besucher verfolgen das Spektakel, darunter ist der Fanklub der „Feuerlösch-Air“ am lautesten vertreten. Mit zwei Bussen wurden sie vom Ennstal nach Wien gebracht, um beim Start für ordentlich Stimmung und die moralische Unterstützung zu sorgen.
Kurz vor drei Uhr ist es dann so weit: Der Feuerlöscher mit einer Flügelspannweite von acht Metern wird auf die Rampe gerollt, die Musik auf Anschlag gestellt – die Show kann beginnen. „Fire is out of Control! We need the Feuerlösch-Air“, tönt es aus den Lautsprechern und schon wird der Riesenfeuerlöscher samt Pilot in Feuerwehrmontur zum Abgrund beschleunigt.
Der Sieg über die Schwerkraft dauerte ganze 11,8 Meter an und liegt damit durchaus im oberen Durchschnitt der Flugweiten. Die relativ kühle Wasserlandung war für den Piloten im Whirlpool bereits wieder vergessen. Glückwünsche zum Hochzeitstag versandte Alfred Danklmayer von der Rampe aus an seine Frau Ulli, und nach der Jurywertung durfte das gekenterte Fluggefährt zu den anderen kreativen Fliegern auf den Wasserfriedhof.
„Einfach gewaltig, wenn man den Boden unter den Füßen verliert“, schwärmt der Pilot Andre Fuchs. Am Ende ist es der 19. Platz, den die Ennstaler erflogen haben. Der Stimmung tut das keinen Abbruch, und es wird noch fleißig weitergefeiert bei den Steirern in Wien. Nur bei einer Wienerin kam die Bühnenshow der Feuerwehrler nicht an: „Die haben uns mit den Feuerlöschern komplett die Rampe eingeschweint!“
