Tirol: Feuerwehrstreit in Fügen beendet -> FF Kapfing aufgelöst
Fügen (Tirol): Die Feuerwehr des Fügener Ortsteils Kapfing ist Geschichte. Die vom Gemeinderat beschlossene Auflösung wurde vollzogen. Zur Feuerwehr Fügen will aber kaum jemand wechseln.
Ein Schlussstrich unter eine monatelange Diskussion wurde vor Kurzem in Fügen gezogen: „Bei der abschließenden Vollversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kapfing wurde deren Auflösung durchgeführt“, erklärt Fügens Bürgermeister Walter Höllwarth.
Der Ortschef war es auch, der im Mai dieses Jahres das heiße Eisen anpackte und eine Zusammenlegung der beiden Feuerwehren plante. Die Feuerwehr im Fügener Ortsteil Kapfing und der Löschzug Kleinboden sollten mit der Feuerwehr Fügen fusioniert werden. Doch der Widerstand innerhalb der Feuerwehr Kapfing, insbesondere von Altkommandant Franz Wurm, war enorm. Kaum ein Kapfinger wolle zur Fügener Wehr wechseln, hieß es.
Im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung erläutet Bürgermeister Höllwarth nochmals, warum es zur Auflösung der Kapfinger Wehr kam: „Die Geräte und das Feuerwehrhaus sind derart veraltet, dass wir laut eher niedrig angesetzter Schätzung des Bezirksfeuerwehrverbandes mehr als 700.000 Euro investieren hätten müssen, nur um zwei Feuerwehren im Ort zu haben.“ Bei einem Einsatz untertags würden laut Höllwarth maximal zwei Leute Zeit haben. Er habe schon seit zwei Jahren auf diese Umstände aufmerksam gemacht: „Es ist ja auch ein Respekt vor der Leistung der Feuerwehrmänner, wenn sie nicht mehr unter diesen unzumutbaren Zuständen ihren Dienst versehen müssen.“
Höllwarth rechnet auch die Wegstrecken vor: So seien die Häuser von Kapfing und Fügen nur eineinhalb Kilometer voneinander entfernt, von Kapfing und Kleinboden nur einen Kilometer. Es habe auch Mitglieder der Kapfinger Wehr gegeben, die zur Feuerwehr nach Fügen weniger weit fahren hätten müssen als nach Kapfing.
„Man kann das nicht einfach abtun und muss sehr vorsichtig damit umgehen. Aber es kann auch nicht sein, dass etwas erhalten wird, nur weil es eine lange Tradition hat“, ersucht Höllwarth um Verständnis für den Auflösungsbeschluss des Fügener Gemeinderats.
Für den Kapfinger Altkommandant Franz Wurm hätten sich die Wogen zwar schon ein bisschen geglättet, er wisse aber bislang nur von einem Kameraden aus den Reihen der Kapfinger, der zur Freiwilligen Feuerwehr Fügen wechseln will: „Gerüchteweise wollen die meisten nach Hart oder Uderns.“ Eines aber ist für ihn sicher: „Der Bürgermeister hat einen Teil des Kapfinger Dorflebens zerstört. Die Kameradschaft, die war, die ist jetzt weg.“
Was jetzt mit den Geräten aus Kapfing passiert, ist noch unklar. „Da ist nicht mehr viel da“, meint Höllwarth. Indes hat der Fügener Gemeinderat erst kürzlich den Ankauf eines neuen Tankwagens für die Freiwillige Feuerwehr Fügen beschlossen. Kostenpunkt: 450.000 Euro.
