Ktn: Konzept für brennende Frage in Mitarbeiter-Einsatzfreistellung gefunden?
Sz. Veit (Ktn): Was hat ein Arbeitgeber davon, wenn er Mitarbeiter, die bei der Feuerwehr sind, während der Arbeitszeit zu Einsätzen ausrücken lässt? In St. Veit entstand nun Modell für steuerliche Begünstigung.
Die Bezirksfeuerwehren fordern, dass Betriebe, die Feuerwehrmänner in der Dienstzeit freistellen, begünstigt werden. Ein entsprechendes Modell wurde Freitagabend in Passering beim Bezirksfeuerwehrtag vorgestellt. Dieses wird nun vom Bundesfeuerwehrverband in Wien weiterbehandelt.
Bei 2156 Einsätzen im Jahr 2012 haben die Wehren im Bezirk in 27.215 Stunden 42 Menschenleben und Sachwerte in der Höhe von 14 Millionen Euro gerettet. Betriebe, die ihre Mitarbeiter während der Dienstzeiten ausrücken lassen, werden aber nie für den Arbeitsausfall der Feuerwehrmänner entschädigt. Das soll sich nun ändern. Im Bezirk St. Veit erarbeitete eine Arbeitsgruppe rund um Michael Bergner mit 27 Betrieben und zehn Gemeinden ein Modell.
„Ein Zukunftsmodell“
„Ein Betrieb soll, pro aktiven Feuerwehrmann, bis zu 1500 Euro pro Jahr steuerlich absetzen können. Wenn ein Unternehmen also bei einem Einsatz 74 Stunden zum Gegenwert von je 42 Euro beisteuert, können 3108 Euro steuerlich abgesetzt werden. Das bedeutet einen Nettogewinn von 780 Euro für das Unternehmen“, sagt Bergner. Der Vorschlag wird vom Bezirksfeuerwehrkommandanten Egon Kaiser „als Zukunftsmodell“ gelobt. Es soll dafür sorgen, dass die Freiwilligkeit der Retter nicht zum Nachteil ihrer Arbeitgeber wird. Kaiser: „Viele Kommandanten bringen während der Arbeitszeit kaum mehr Mannschaften auf die Straße. Da müssen wir reagieren.“
Basis des Modells ist eine Erhebung der Daten von 397 Einsätzen aus dem Vorjahr, die in der regulären Arbeitszeit geleistet wurden. „In diesem Zeitraum sind 5566 Mannstunden angefallen“, sagt Bergner: „Bei einem Stundensatz von 42 Euro ging den Arbeitgebern, alleine bei jenen Einsätzen, bei denen es um Leben um Tod ging, eine Wirtschaftsleistung von 102.858 Euro verloren.“
