Oö: Harlem Shake Video muss von der Homepage

Attnang-Puchheim (Oö): Mehr als 3500 Klicks bekam die Feuerwehr Puchheim für ihr „Harlem Shake“-Video in drei Tagen. Weniger Spaß am ausgelippten Clip findet FF-Bezirkschef Wolfgang Hufnagl: Das Getanze sei unter der Gürtellinie, das Video muss von der Homepage.
In drei Tagen hat die Feuerwehr Puchheim für ihr „Harlem Shake“-Video mehr als 3500 Klicks bekommen. Trotz des Erfolgs müssen die Florianijünger wohl den 30-Sekunden-Spot von ihrer Homepage entfernen. Die ausgeflippten Tanzszenen seien unter der Gürtellinie, sagt FF-Bezirkskommandant Wolfgang Hufnagl. „Man darf kein Kasperlspiel aus dem Feuerwehrwesen machen!“
Ausgeflippte Feuerwehrtänzer
Nach dem „Gangnam Style“ hat der „Harlem Shake“-Virus die ganze Welt erfasst: Tausende haben mittlerweile Videoclips ins Internet gestellt, die zeigen, wie viel Spaß Verrücktheit machen kann. Da darf die Version von den Puchheimer Feuerwehrkameraden nicht fehlen: Ein Krokodil, Feuerwehrmänner in verschiedenen Einsatz- und Schutzbekleidungen und die Jugendgruppe – das sind die ausgeflippten Feuerwehr-Tänzer, die sich am Freitagabend beim Feuerwehrhaus Puchheim eingefunden haben und zum „Harlem Shake“ tanzten. Wenige Stunden später wurde dieser Videoclip ins Internet und auf die eigene Homepage gestellt.
„Man kann diese Aktion der Puchheimer gut oder lächerlich finden“, betont Thomas Kapeller, bei der FF Puchheim für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Ein Grund war es aber, zu zeigen, dass es bei der Feuerwehr nicht nur um Katastrophen geht, sondern der Spaß unter den Kameraden nicht zu kurz kommt.“

Mehr als 3500 Mal wurde das Video der Puchheimer – Motto: „Feuerwehr kann auch Spaß machen“ – in den ersten drei Tagen angeschaut, 25 haben es mit „gefällt“ bewertet. Alle zwölf auf dem Videoportal „You Tube“ abgegebenen Kommentare sind positiv: von „voi geil“ bis „ulkig und genial“. Der Puchheimer FF-Kommandant bestätigt auf OÖN-Anfrage: „Ich habe keine einzige negative Rückmeldung bekommen“.
Weniger gspaßig finden das offensichtlich die Kommandanten. Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Robert Mayer aus Schwanenstadt kennt zwar das Video selbst nicht, findet die dazu veröffentlichten Fotos auf der Homepage jedoch „irritierend“.
Noch deutlicher wird Bezirkskommandant Wolfgang Hufnagl (siehe „3 Fragen an …“): „Ich werde die Feuerwehr ersuchen, dass sie dieses Video von ihrer Homepage entfernt, weil das ist mir ein bisserl unter der Gürtellinie“. Er habe nichts dagegen, wenn die Feuerwehren auf die Jugendlichen zugehen – „aber im Rahmen“.
3 Fragen an Wolfgang Hufnagl, Bezirks-Feuerwehrkommandant von Vöcklabruck
1 Wie gefällt Ihnen das „Harlem Shake“-Video der Feuerwehr Puchheim?
Ich habe mir gedacht, der Fasching ist schon vorbei, aber scheinbar für einige noch nicht. Ich kann dem nichts abgewinnen, das ist mir um einen Zacken zu viel. Ich habe absolut nichts dagegen, dass man Jugendlichen entgegengeht, aber nicht auf diese Art und Weise. Ich werde die Feuerwehr ersuchen, dass sie dieses Video von ihrer Homepage entfernt, weil das ist mir ein bisserl unter der Gürtellinie.
2 Die Feuerwehr Puchheim hat bislang nur positive Reaktionen auf dieses Video bekommen. Was sagen Sie dazu?
Es gibt sicherlich Leute, denen so etwas gefällt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob denen die Feuerwehrarbeit gefällt. Es mag schon sein, dass das positiv ankommt, aber ich bin mir nicht sicher, ob man damit die richtige Schicht anspricht.
3 Werden Sie darauf drängen, dass auch andere Feuerwehren derartige Aktionen unterlassen?
In unserem Bezirk werde ich sicherlich dahinter sein, dass solche Werbemittel für die Feuerwehr wegkommen. Ich habe absolut nichts dagegen, dass man auf die Jugendlichen zugeht und wirbt, aber es muss schon ein bisserl im Rahmen bleiben. Man darf kein Kasperlspiel aus dem Feuerwehrwesen machen.
