Oö: Protest Feuerwehr Enns -> Pressekonferenz in Linz abgehalten

Linz (Oö): In sehr sachlicher Art und Weise wurde am Vormittag des 8. März 2013 im Linzer Ursulinenhof von der Feuerwehr Enns und der Stadtgemeinde Enns eine Pressekonferenz zur aktuellen Protestaktion abgehalten bzw. ausgetragen.
Der Einladung waren die Vertreter nahmhafter Medien gefolgt. Präsentiert wurden die bereits in den Vorberichten von Fireworld.at zitierten Problemfälle, so dass sie an dieser Stelle nicht wiederholt angeführt werden.
Seitens der Feuerwehren waren neben dem Kommandanten und dem 1. Stellvertreter der FF Enns, ABI Franz Hava und HBI Roland Schlucker, auch Bezirks-Feuerwehrkommandant Wolfgang Lehner sowie Abschnitts-Feuerwehrkommandant Helmut Födermayr vertreten.

Auf den Punkt gebracht, geht es um Themen, die die Feuerwehren immer und immer wieder verfolgen und die stille jedoch stetige Kürzung von Fördermitteln für die Fahrzeugbeschaffung (nicht nur in Enns). Ebenso die heimliche Anhebung der Nutzungsdauer auf inzwischen 25 bis 28 Jahre. Gesetzlich liegt diese nach wie vor bei 15 Jahren. „Der Sparwille bei den Feuerwehren wird nun nochmals gegen sie verwendet“, schildert BR Fördermayr. „Erst bemüht man sich, durch Eigeninitiative und Pflege die Nutungsdauer zumindest auf 20 oder etwas mehr Jahre zu erhöhen, dann wird das durch die Politik automatisch hergenommen und sowieso von 25 bis 28 Jahren oder noch mehr ausgegangen. Der Sparsinn fällt den Feuerwehren somit doppelt auf den Kopf“. Verbunden damit steigen für Feuerwehren, von denen die budgetären Eigenleistungen bereits vorausgesetzt werden, als auch für die Gemeinden die Erhaltungs- und Wartungskosten der Oldies.
Während der Pressekonferenz wird jedoch deutlich darauf hingewiesen, dass die Aktion jedoch nicht zu einem Landesprotest aufrufen sollen. Aber es sollen Zeichen gesetzt werden, dass es in dieser Art und Weise dennoch nicht weitergehen kann und soll. Auf die Frage eines Medienvertreters, wieso sich die Feuerwehren des Landes nicht generell deutlicher zu Wehr setzen, wird diese mit der entsprechenden Gutmütigkeit des Feuerwehrvolkes und der Warteposition begründet. OBR Wolfgang Lehner: „Derzeit laufen die Verhandlungen für die neue Gesetzesvorlage. Es würde nicht von guter Sitte zeugen, bereits während dieser Phase zu protestieren. Aber es soll ein Zeichen gesetzt werden, darauf kommt es an.“
„Die Gesamtsituation gibt auch der Standsäule Motivation einen gefährlichen Dämpfer“, so BR Födermayr. Unzählige Feuerwehrhäuser in den Gemeinden bestehen zu einem großen Anteil an Eigenleistungen und die öffentliche Hand sieht lediglich das fertige Ergebnis, nicht, was dahintersteckt. „Jede Berufsgruppe bringt sich selbst ein, materiell und arbeitstechnisch“. Aber angesichts der Medienberichterstattungen über politisch fragwürdige Aktionen werden Eigenleistungen dieser Sorte garantiert weniger werden. Dazu kommt auch das sich verändernde Gesellschaftsbild. Wurde von einem Landwirt früher für ein Feuerwehrhaus ein ganzer Dachstuhl gespendet, stellen sich heute schon viele die Frage, wie sich dazu kommen, wenn eh bei den Feuerwehren an allen Ecken und Enden von oben her gespart wird und das Gesamtleistungsfeld der Feuerwehr nicht einmal im Ansatz gesehen wird oder gesehen werden will“.
Feuerwehren sind nicht Kostenverursacher, sondern Leistungsträger für die gesamte Bevölkerung. Und sie mit veraltetem Gerät arbeiten den Fuhrpark mehr und mehr überaltern zu lassen, kann nicht im Sinne der Freiwilligkeit sein, die von der Motivation der Leute lebt – so der einhellige Tenor der Beteiligten. „Leider ist das Improvisieren der Feuerwehrleute derzeit noch so stark, dass sich die Politik sowieso darauf verlässt und damit auch kalkuliert. Auf lange Sicht funktioniert das jedoch nicht mehr“, so Födermayr weiter.
In Enns wird sich auf jeden Fall am heutigen 8. März 2013 kein Kommando mehr der Wahl stellen. „Wenn das Feuerwehrgesetz auch vorsieht, dass bis zur Findung neuer Funktionäre das alte Kommando bestehen bleibt, so kann ich Freiwillige wohl kaum zu ihrer Arbeit zwingen“, so der Bürgermeister Franz Karlinger. „Einsätze werden natürlich weiterhin abgearbeitet, es soll ja die Sicherheit der Ennser Bürger weiterhin gewährleistet sein“, erklärt ABI Franz Hava. Nur Rechtsträger wird es bis auf weiteres in der Feuerwehr Enns derzeit nicht geben.
