Sbg: Katastropheneinsatz in Hüttau: Geröll und Schlamm im ganzen Ort

Hüttau (Sbg): Die erste Alarmierung erfolgte am 2. Juni 2013 um 02.45 Uhr über die BAWZ Pongau mittels stillem Alarm. Die B99 wurde auf Hohe der Kläranlage einspurig vermurt. Bereits vier Minuten später rückten drei Fahrzeuge der FF-Hüttau das erste Mal aus. Gemeinsam mit dem Gemeinde-Traktor konnte dieser erste Einsatz bereits nach einer dreiviertel Stunde beendet werden.
Wieder im Feuerwehrhaus eingetroffen folgte Einsatz Nr. 2 mit dem Auftrag, den Abfluss eines kleineren Rückhaltebeckens zu öffnen. Auch dieser Einsatz konnte rasch erledigt werden. Zwischenzeitlich spitzte sich die Hochwassersituation dramatisch zu. Der Iglsbach drohte die danebenliegende Straße wegzureißen und der Fritzbach stieg fast über die Ufer. Daraufhin wurde Sirenenalarm für die FF Hüttau ausgelöst. Gegen 5 Uhr früh waren bereits rund 20 Mann, vier Fahrzeuge der Feuerwehr und drei Traktoren im Einsatz.

Kurz vor acht Uhr löste sich vom Schroffkoppen auf über 1500 Meter Seehöhe eine gewaltige Mure die durch den Trieggraben bis in die Talsohle nach Hüttau (700 Höhenmeter) donnerte. Dabei wurden riesige Mengen an Geröll und Bäumen mitgerissen. Mehrere Häuser wurden dadurch schwer beschädigt, der Fritzbach verklaust und dadurch aus dem Bachbett geworfen. Infolge dessen bahnte sich der hochwasserführende Fritzbach seinen Weg auf der Bundesstraße B99 durch den Ort. Fahrzeuge wurden weggeschwemmt, Häuser überflutet und die Bewohner darin eingeschlossen.

Nach Eintreffen des Einsatzleiters OFK Rainer Höll an der Unglücksstelle wurden umgehend die Nachbarfeuerwehren Bischofshofen, St. Martin und Eben nachalarmiert. Zur Menschenrettung wurde weiters Leiter Altenmarkt und ein Hubschrauber angefordert. Es wurde ein Krisenstab von der Bezirkshauptmannschaft einberufen, welcher aus Bgm. Bergmüller, AFK Listberger, OFK Höll, RK Wechselberger und der Polizei bestand. Zeitweise waren auch der Landesgeologe und Bezirkskatastrophenreferend anwesend.

Im betroffenen Bereich wurden umgehend zirka 18 Menschenrettungen erfolgreich durchgeführt. Aufgrund der Gefahrenlagen mussten knapp über 100 Personen evakuiert werden, die vom Kriseninterventionsteam und Rotem Kreuz betreut wurden. Vier Personen wurden verletzt und in die die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert. Schlussendlich mussten für die Bewohner von fünf Häusern und einem Mehrparteinenhaus Ersatzunterkünfte gefunden werden.

Für weitere Aufräumungsarbeiten in den Folgetagen wurde zusätzlich das Bundesheer angefordert.
An diesem Tag standen im Einsatz:
Gemeinde 5
FF Hüttau 25
FF Bischofshofen 15
FF St.Martin 18
FF Eben/Pg 9
FF Pfarrwerfen 9
FF Altenmarkt 3
Rotes Kreuz 51
Notarzt 2
Wasserrettung 21
Kriseninterventionsteam 5
Erdbewegung 6
Helikopter
AFK 1 Pongau
BH St.Johann
Gesamt waren rund 170 Helfer im Einsatz
