Tirol: Versicherung klagt nach Brand: Kinder vor Gericht
Kössen (T): Nach einem verheerenden Brand 2011 in Kössen (Fireworld.at berichtete) sind am Donnerstag, 27. März 2014, zwei Kinder vor Gericht gestanden. Die Buben hatten gezündelt und so das Feuer ausgelöst. Jetzt will die Versicherung einen Teil der Schadenssumme zurück.
Die beiden Freunde hatten im Oktober 2011 beim Spielen gezündelt. Die Folge war ein Großbrand. Ein Wirtschaftsgebäude brannte damals komplett ab. Das gerade renovierte Bauernhaus wurde schwer beschädigt.
Traumatisierte Familien
Der Brand ist bis heute eine Tragödie für alle Beteiligten. Der Vater des heute zehnjährigen Buben erzählte, dass sein Sohn in der Nacht häufig aufwache, dass er nicht schlafen könne. Die Familie sei nach dem Brand im Ort geächtet worden. Es habe für sie nur noch die Möglichkeit gegeben, zu übersiedeln und woanders neu anzufangen. Auch die betroffene Bauernfamilie musste noch einmal von vorne beginnen. Sie erhielt von ihrer Versicherung 850.000 Euro. Mit dem Geld sei nicht einmal der materielle Schaden zur Gänze gedeckt. Das Bauernhaus war damals frisch renoviert. Heute komme alles wieder hoch, schilderte die Frau mit Tränen in den Augen, als sie auf dem Gang auf die Verhandlung wartete: Die Bilder von damals – die Flammen, der Feuerwehreinsatz – nichts sei ihnen mehr geblieben, nicht einmal eine Zahnbürste.
Eltern können nicht zur Veranwortung gezogen werden
Die Versicherung versucht jetzt, sich zumindest einen Teil des bezahlten Geldes zurückzuholen. Die Eltern haben in diesem Fall die Aufsichtspflicht nicht verletzt. Deshalb wurden die beiden Buben geklagt, die vor Gericht brav neben ihrem Anwalt saßen. Im Zivilprozess muss geklärt werden, wer von den beiden tatsächlich für den Brand verantwortlich ist. Die Aussagen gehen weit auseinander. Davon hängt aber auch ab, welche Haushaltsversicherung zahlen muss. Der Zivilprozess wurde für weitere Einvernahmen auf 1. Juli vertagt.
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Tirol: Bauernhaus in Koessen in Vollbrand (Fireworld.at, 20.10.2011)
