Österreich/Dubai: Steyrer Feuerwehrmann in Dubai im Löscheinsatz

Oberösterreich / Dubai: Christoph Röhlich ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Steyr Löschzug 5 Münichholz. Anfang 2012 las er eine Anzeige, daß gut ausgebildete Feuerwehrleute aus Österreich in Dubai zum Aufbau des Feuerwehrwesens gesucht werden…
Kurz entschlossen meldete sich der 23-jährige für den Job und wurde als Fire-fighter genommen. So ging es für ihn Mitte Jänner 2013 nach Dubai.

Nachdem ich jetzt schon über ein Jahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Feuerwehrmann tätig bin, dachte ich mir, ich berichte euch einmal von meinen neuen Erfahrungen und Erlebnissen. Mitte Juli 2013 habe ich die Möglichkeit erhalten, meine Führungskompetenz und Fachwissen in einer höheren Position als Senior Counselor on duty abermals unter Beweis zu stellen. Zuvor war ich auf der Feuerwache Zakher und Sanaiya als Fire fighter Supervisor für die Beratung des einheimischen Wach-Einsatzleiters verantwortlich und bin diesem mit Rat und Tat bei der Leitung von Einsätzen zur Verfügung gestanden. Ebenso war die Ausbildung der Mannschaft ein wichtiger Teil meiner Tätigkeit.

In meiner aktuellen Position bin ich auf dem Civil Defense Hauptquartier in Al Ain stationiert. Meine Aufgabe liegt darin, dem einheimischen Feuerwehroffizier (Einsatzführungsstab Al Ain) zu unterstützen und zu beraten. Mein aktuelles Einsatzgebiet ist die eastern region of Abu Dhabi welche sich aus 19 Feuerwachen zusammensetzt. Die weitest entfernte Wache in „Al Goa“ liegt (120km entfernt vom Hauptquartier).

Wenn ein Einsatz in der Leitstelle angenommen wird, welcher eine der 19 Wachen betrifft, rücke ich mit meinem einheimischen Feuerwehr Offizier zu diesem Einsatz aus und übernehmen dann vor Ort mit dem Offizier gemeinsam die Einsatzleitung. Auch stichprobenartige Überprüfungen der Feuerwachen gehören zu dem Aufgabengebiet des Einsatzführungsstabs Al Ain.

Des Weiteren gehört zu meinen Aufgaben das Verfassen von Berichten auf Englisch zu den gefahrenen Einsätzen und Feuerwachen Überprüfungen. Ebenso die Dokumentation der eingehenden Einsätze in der Leitstelle. Das Einsatzspektrum ist aufgrund der vielen Wachen die wir zu betreuen haben sehr groß und interessant. Hierbei erlebt man Einsätze wie etwa Tote in einem 200 Meter tiefen Brunnen. Oder auch einen Großbrand eines Heuballen Lagers, welcher 3 Tage zu bekämpfen galt.

Auch über die arabische Kultur konnte ich wieder viel dazu lernen, aufgrund meiner neuen Arbeitsstelle. Am Hauptquartier arbeite ich nur noch mit Einheimischen Offizieren und Kollegen aus dem angrenzenden Oman zusammen. Vorher hatte ich noch auf der Wache Zakher und Sanaiya einen deutschsprachigen Team Head, deputy Team Head und meinen Assistent.

Am Headquarter wird auch meistens gemeinsam Frühstück, Mittags- und Abendessen gemacht. Zu Mittag gibt es dann eine große Platte auf den Tisch wo eine beachtliche Portion Reis drauf ist und als Topping ein paar Stücke Lamm- oder Hühnerfleisch aber auch Fisch. Dabei sitzen wir meistens zu viert vor dieser Platte und dann wird mit der rechten Hand gegessen. Anfangs war das noch sehr schwierig den Reis und das Fleisch ohne Besteck zu essen und nur die rechte Hand dafür zu nutzen. Jedoch nach einigen Anläufen klappte es sehr gut.

Wenn das Verlangen nach Österreichischer Küche über Hand nimmt, fahren wir meist nach Abu Dhabi ins Brauhaus wo man Schweinestelze, Schnitzel und Co. bekommt.
Im November 2013 stellte ich mich wie auch im April zuvor der sportlichen Herausforderung des Wadi adventure race. Hierbei musste eine Strecke von 10 km bewältigt werden mit mehr als 20 kräfteraubenden Hindernissen. Beim Lauf zuvor konnte ich den 22 Rang erreichen bei 160 Teilnehmern. Bei diesem Lauf waren knapp 300 Teilnehmer am Start und durch die Vorbereitung auf dieses Event konnte ich den 21. Rang erreichen.

Aufgrund des 24h Schichtsystems hat man viel Freizeit, welche man aufgrund des schönen Wetters hier in der Wüste perfekt nutzen kann. Diese verbringe ich gerne mit meinen deutschsprachigen Kameraden am Strand von Dubai oder auch bei Wandertouren durch die Gebirgszüge des Omans. Auch Gruppenausflüge mit Quads in die Wüste mit anschließendem Grillabend sind nicht selten.

Ich bin sehr gespannt. was mich hier noch alles bei Einsätzen und Ausflügen erwartet. Ebenso habe ich gelernt gewisse Sachen. die für mich daheim selbstverständlich waren zu schätzen. Als Beispiel einfach mal zum Wasserhahn zu gehen und ein Glas Wasser daraus zu trinken.

Bis jetzt bin ich sehr froh, diesen Schritt ins Abenteuer gewagt zu haben.
