Einsatz von @fire beim Hochwasser in Bosnien-Herzegowina läuft in vollem Umfang

Das am Montagabend, 19.5.2014, eingetroffene Team von @fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V. hat am Morgen des 20. Mai 2014 in der Region Bijeljina ihrer Arbeit aufgenommen und unterstützt dabei vor allem die auf sich allein gestellte Bevölkerung bei der Beseitigung der Wasserschäden.
Die Lage vor Ort ist weiterhin sehr komplex. Es wird bereits vor einer Seuchenbildung gewarnt und die Flusspegel steigen trotz weniger Niederschlag weiter an. Zusätzlich erschweren die Gefahren von weiteren Erdrutschen und Landminen den Hilfseinsatz.
Nach der über 30 stündigen Fahrt von Deutschland über Österreich, Slowenien und Kroatien nach Bosnien-Herzegowina ist das Hilfsteam am Sonntagabend, 18. Mai 2014, in der Stadt Bijelijna im Nordosten des Landes eingetroffen. Bereits auf der Fahrt in das Katastrophengebiet wurde den sieben Helfern das Ausmaß der Flut vor Augen geführt. Schon vor der kroatisch-bosnischen Grenze waren Felder und Landstriche seitlich der Autobahn überflutet. Direkt nach überqueren der Grenze standen einzelne Häuser unter Wasser. Die Weiterfahrt des Teams verzögerte sich leider, die Fahrtroute musste aufgrund überschwemmter und zerstörter Straßen geändert werden. Aber auch auf der Ausweichroute waren zahlreiche Häuser überschwemmt, ganze Dörfer standen im Wasser. Einige Straßen sind zerstört und nur notdürftig wieder befahrbar gemacht worden.

Das Team ist vor Ort von der der Partnerorganisation „Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V.“ an die örtliche Feuerwehr Bijeljina übermittelt worden. In Kooperation mit der Feuerwehr unterstützt @fire mit den mitgebrachten Gerätschaften an allen Stellen. Dort, wo die Technik der Feuerwehr nicht weiterkommt, hilft @fire durch den Einsatz der mitgeführten Spezialpumpen das Wasser aus überschwemmten Häusern zu pumpen. Rund 1,5 m hoch stand das Wasser in den Wohngebieten. Als das Wasser sich langsam zurückzog, blieben Keller, Garageneinfahrten und Senken überflutet. Das @fire-Team ist dabei mit mehreren Pumpen das Wasser aus betroffenen Gebäuden abzupumpen. Die Bevölkerung ist froh über die Unterstützung – sie warteten bisher vergeblich auf Hilfe.
Mit dem eigenen Fahrzeug ist das Team vor Ort sehr flexibel und kann schnell mit Material und spezialisiertem Personal eingesetzt werden. Das @fire Katastrophenschutzfahrzeug wurde vor Ort modifiziert: Das Behandlungs- und Transportmodul (OSIRAS) wurde abgenommen, so lassen sich der Materialtransport und Erkundungsaufgaben besser durchführen. Zeitgleich zu den Hilfsmaßnahmen wird die Lage genau erkundet. Teile der Stadt stehen immer noch unter Wasser. Auch ist unklar, ob eine zweite Flutwelle zu erwarten ist. Aufgrund der vielen Zuflüsse von kleineren Gewässern und der Schneeschmelze ist dieses Szenario aber sehr wahrscheinlich. Zudem sind die Dämme in Bijeljina aufgeweicht – halten aber derzeit den Wassermassen stand. Aktuell ist ein Einsatz des ersten Teams bis Samstagnachmittag geplant.
Während in Bosnien die Helfer alle Hände voll zu tun haben, bereitet der Führungsstab von @fire auf Grundlage der Erkundungsergebnisse aus Bosnien-Herzegowina einen zweiten Transport vor. Dafür steht der Stab im ständigen Kontakt mit den Helfern vor Ort, um genau analysieren zu können welche Materialen und weiteren Gerätschaften vor Ort benötigt werden. @fire ist daher weiter auf Spenden angewiesen.

@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V. ist eine gemeinnützige
Hilfsorganisation, die weltweit schnelle Nothilfe nach verheerenden Naturkatastrophen leistet. Die Helfer sind in der Waldbrandbekämpfung sowie dem Suchen und Retten von Verschütteten nach Erdbeben speziell ausgebildet. Alle der über 150 Mitglieder von @fire arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Sie sind vornehmlich Mitarbeiter von Berufsfeuerwehren, freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdiensten, die sich zusätzlich ehrenamtlich in der internationalen Hilfe engagieren. Die Hilfsorganisation ist Mitglied im Weltfeuerwehrverband (CTIF) und der „International Search and Rescue Advisory Group“ der
Vereinten Nationen (INSARAG) und arbeiten nach internationalen vorgegeben Standards. @fire bezieht keine öffentlichen Fördermittel, Kosten für Einsätze werden durch Spendengelder finanziert. Daher bittet @fire auch für diesen Einsatz zu spenden:
Spendenkonto: 40 50 60
Bank für Sozialwirtschaft 370 205 00
IBAN DE17370205000001138800
BIC/SWIFT BFSWDE33XXX
Update per 23. Mai 2014
Situation in Bosnien weiter kritisch – Zweites Team startet am Samstag
Während das erste Team kaum zur Ruhe kommt bereitet sich in der Heimat ein zweites Team für den Abmarsch nach Bosnien am Samstag und am Montag vor. Immer noch ist vor Ort dringende Unterstützung notwendig. Neben der Versorgung der Bevölkerung gilt es, das Wasser aus den Häusern schnell abzupumpen, denn die Seuchengefahr steigt durch die hohen Temperaturen stetig an.
Vier Tage liefen die von @fire mitgebrachten Pumpen in Bijeljina und wir konnten aus einer Reihen von Gebäuden und kritischen Infrastrukturen das Wasser entfernen. Insgesamt hat sich die Lage dort etwas entspannt, da das Wasser auch zurück geht. Anders sieht die Lage in Samac und Odzak aus, wo uns über verschiedene Wege Hilfsanfragen der örtlichen Verwaltung erreichten. Aufgrund einer Tallage steht das Wasser dort immer noch in den Ortschaften, so dass ein Abpumpen des Wassers aus den Gebäuden (noch) nicht sinnvoll ist – das Wasser würde immer wieder nachlaufen.

Da die örtlichen Verwaltungen insbesondere mit der Koordinieren der internationalen Hilfe überfordert ist und es zudem der wirkliche Bedarf noch nicht abschließend geklärt ist, wird in den nächsten Tagen neben den Pumparbeiten das Erkunden des Schadensgebietes und Koordinieren der einsetzenden Hilfe ein weiterer Aufgabenschwerpunkt sein. Nach einer Lagebesprechung mit den örtlichen Behörden in Samac wird über das weitere Vorgehen entschieden. Für das zweite @fire Team wird ein Einsatzplan erstellt, damit schnell und gezielt geholfen werden kann. Planung und Voraussicht sind in diesem Moment das wichtigste Mittel für eine gezielte Hilfe. Zudem wurden Erkundungsberichte für die UN angefertigt. Dabei lag der Fokus der Erkundung auf dem Zustand der Infrastruktur, im Besonderen wurden der Zustand der Straßen und Brücken und der allgemeine Zustand im überschwemmten Gebieten dokumentiert. Diese Erkundung ist für nachrückende Hilfskräfte eine wertvolle Hilfe.
Der Fokus bleibt trotz allem weiterhin auch bei der Sicherheit der eigenen Kräfte. Die Gefahr der Minen ist bei weitem nicht im gebannt. Zusätzlich gibt die Gefahr vor Seuchen Grund zur Vorsicht. Auch die Versorgung mit Trinkwasser und Strom wird immer kritischer.
Aufgrund des dringenden Bedürfnisses nach Einsatzmittel hat @fire einen Aufruf gestartet und bittet um Unterstützung. Nur mit entsprechendem Material können die Helfer von @fire professionelle Hilfe leisten. Helfen Sie uns, damit wir vor Ort helfen können und nehmen Sie mit uns Kontakt auf.
