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Weltpremiere: Erster Zetros-Umbau mit Staffelkabine für die Fw Filderstadt

Der Umbau eines Allrad-Serienfahrgestells Mercedes-Benz Zetros zu einem rundum außergewöhnlichen Sondertanklöschfahrzeug ist von Paul Nutzfahrzeuge (D) und dem österreichischen Feuerwehr-Aufbauspezialisten Walser realisiert worden. Weltpremiere feiert die Ausrüstung mit einer von Paul Nutzfahrzeuge konzipierten Doppel-Mannschaftskabine, die Platz für eine Feuerwehrstaffel mit sechs Besatzungsmitgliedern bietet.

Außergewöhnlicher Zetros-Umbau für die Feuerwehr Filderstadt in Deutschland
Erstmals Staffelkabine für Sondertanklöschfahrzeug
• Weltneuheit: Fahrerkabine bietet Platz für Staffelbesatzung
• Ergänzung für Ersteinsatzfahrzeuge und schnelle Unterstützung in außergewöhnlichen Einsatzlagen durch innovative Details
• Langhauberfahrgestell mit Allradantrieb, Waldbrandausrüstung, durchgängiger LED-Lichttechnik und vertretbarem Kostenniveau


Passau/Filderstadt (Deutschland): Bereits durch sein imposantes Erscheinungsbild, aber auch durch die Ausstattung mit vielen technischen Innovationen erregt das neue Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Filderstadt seit seiner ersten Präsentation im Mai 2014 großes Aufsehen. Der Umbau eines Allrad-Serienfahrgestells Mercedes-Benz Zetros zu diesem beeindruckenden Sondertanklöschfahrzeug ist bei Paul Nutzfahrzeuge realisiert worden.
Weltpremiere feiert die Ausrüstung mit einer Staffelkabine, die Platz für eine Feuerwehrmannschaft mit sechs Besatzungsmitgliedern bietet. Konzipiert für multifunktionale Unterstützungsmaßnahmen der Ersteinsatzfahrzeuge bei Brandschutz und technischer Hilfeleistung, aber zugleich auch für Sondereinsätze bei der Freiflächen- und Waldbrandbekämpfung sowie bei Überschwemmungen und anderen Katastrophen, hat Paul Nutzfahrzeuge die hohen Anforderungen der Feuerwehr Filderstadt in vollem Umfang erfüllt. Nicht zuletzt entscheidend war das günstige Preis-Leistungsverhältnis dieses Spezialumbaus, das weit unter dem einer Sonderfahrzeuglösung mit vergleichbarer Einsatzfähigkeit liegt, zum Beispiel auf Unimog-Basis.

Weltweit sind bislang nur 52 Feuerwehrfahrzeuge auf Zetros-Basis im Einsatz, davon 27 bei der UNO und nur fünf Einheiten in Deutschland. Eine Weltneuheit beim Fahrzeug der Feuerwehr Filderstadt ist die Verlängerung des Fahrgestells zum Aufbau einer Doppel-Mannschaftskabine, die den Transport einer sechsköpfigen Feuerwehrstaffel erlaubt. Von der kompletten waldbrandtechnischen Ausrüstung über die Pump-and-Roll-Fähigkeit bis zur durchgängigen LED-Beleuchtung wartet das neue Feuerwehrfahrzeug mit einer Vielzahl weiterer innovativer Details auf.

Feuerwehrfahrzeugkonzepts sehen wir als Motivation
für künftige Feuerwehr-Umbauten und zugleich als Erfolg unserer Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrtechnologie- und Aufbauspezialisten Walser aus Österreich“, so Paul-Geschäftsführer Reinhold Grösser. Vom federführenden Generalauftragsunternehmen Walser ist der dreipunktgelagerte Löschwasserbehälter- und Gerätekofferaufbau aus Vollaluminium realisiert worden. Die feuerwehrtechnische Ausrüstung mit Werkzeug, Geräten, Stromerzeuger und medizinischer Erstausrüstung stammt von der Fritz Raschel Feuerschutz GmbH aus Memmingen. Filderstadt ist mit 45 000 Einwohnern und über 38 Quadratkilometern Fläche die zweitgrößte Stadt im baden-württembergischen Landkreis Esslingen. Neben ausgedehnten Landwirtschafts- und Waldflächen am Rande der Autobahn A 8 umfasst sie auch einen Großteil des Stuttgarter Flughafens sowie des angeschlossenen Fluggeländes der US-Armee.


Basisumbau Langhauber-Chassis in Feuerwehrfahrzeug
Das neue Feuerwehrfahrzeug ist auf Basis des Mercedes-Benz Zetros 1833 A 4×4 mit Einzelbereifung, zuschaltbaren Längs- und Querdifferrenzialsperren, abschaltbarem ABS für steile Bergabfahrten und einem vollautomatischen Sechsgang-Wandlergetriebe 3000 SP P von Allison entwickelt worden. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 18 t, die Leistung des Euro-5-Motors OM 926 LA liegt bei 240 kW (326 PS). Die Wattiefe liegt bei 80 cm und ermöglicht so ungehinderte Einsätze bei Hochwasser. Die Bodenfreiheit beträgt auch nach erfolgtem Umbau unter den Achsen 40 cm, unter dem Aufbau sind es 43 cm. An der Hinterachse wurden von Paul zusätzlich RUD-Onspot-Schleuderketten als Anfahrhilfe montiert, an der Fahrzeugfront erleichtern beidseitige Peilstäbe das sichere Manövrieren. Als Rückfahrwarner verfügt das Fahrzeug über ein Breitbandrauschen, das störungsfreie Einsätze in Innenstadtgebieten erlaubt. Bei Nacht erleichtern zusätzliche Scheinwerfer an der Hinterachse das Rangieren. Über die gesamte Fahrzeugbreite am Heck erfolgt der Zugang zum Pumpenbedienstand und Steckleiter-Geräteraum über einen 37 cm breiten Auftritt, der für Geländefahrten hochgeklappt und sicher arretiert werden kann.

Weitere Paul-Austattungsmerkmale sind die Anhängerkupplung am Heck sowie der Einbau einer Standheizung als Ergänzung zu der Klimaanlage, mit der Mercedes-Benz den Zetros bereits ab Werk geliefert hat.

Weltpremiere: Zetros mit Staffelkabine
Für den sicheren Transport der sechsköpfigen Staffelbesatzung nach DIN EN 1846-2 ist das Fahrerhaus des Zetros um 700 mm verlängert worden. Dazu hat Paul die Unterbodenkonstruktion durch zusätzlich eingeschweißte Längs- und Querträger und das Dach durch das Einsetzen von weiteren Rahmenteilen und Querspriegeln verlängert. Für die Montage war es zudem erforderlich, Lufttrockner und Luftventile auf der linken Fahrzeugseite nach hinten zu versetzen. Die Seitenteile und die Türen inklusive Scheiben, Innenverkleidung etc. sind der Doppelkabine des Unimog U 5000 entnommen und entsprechend angepasst worden. Die Heckwand haben die Paul-Ingenieure inklusive der Originalverkleidung des Zetros um insgesamt 700 mm zurückgesetzt.
Die Sitzposition der vier Mitglieder der Einsatzstaffel auf der hinteren Sitzbank verläuft entgegen der Fahrtrichtung. Die Sitzbank ist mit Einzelsitzpolstern und Kopfstützen ausgestattet, an der Wand befinden sich die Helmhalterungen und Kleiderhaken. In drei der insgesamt vier Rückenlehnen sind die Halterungen für die Pressluft-Atemschutzgeräte integriert. In der vierten Rückenlehne ist ein Staufach eingebaut worden, das beispielsweise zur Unterbringung der Atemfilter dient. Die Halterungen sind mit der Feststellbremse des Fahrzeugs verbunden und lassen sich erst bei eingelegter Feststellbremse lösen. Für einen schnellen Ausstieg auch mit angelegter Atemschutzausrüstung hat Walser die Gurtschlösser der gelb eingefärbten Dreipunkt-Sicherheitsgurte stehend montiert, sodass sie auch mit Handschuhen leicht bedienbar sind.
Weitere Ausrüstungs-Highlights von Paul und Walser ergänzen die Funktionalität im Innenraum: Für das sichere Anlegen der Schutzkleidung auch bei Nacht ist die gesamte Fahrerkabine mit weißem und grünem LED-Licht beleuchtet. Zusätzliche Sicherheit bringt die mit den Türen gekoppelte LED-Beleuchtung der Ausstiege. Auf der Ablagefläche unter der Sitzbank sind Kunststoffboxen untergebracht, die viel Platz für den Atemanschluss,
die Funkmeldeempfänger, Getränke und persönliche Gegenstände bieten.


Die von Paul ergänzend angebrachten Haltegriffe sind von Walser in gelber Signalfarbe lackiert worden und sorgen auf beiden Seiten für einen bequemen, sicheren Ein- und Ausstieg. Dieser erfolgt über separate Auftritte für die auf der hinteren Bank sitzenden Feuerwehrleute. Diese Auftritte sind sowohl auf der linken wie auch der rechten Seite der Kabine angebracht worden und entsprechen den Zetros-Originalauftritten von Fahrer und Beifahrer im vorderen Teil der Kabine. Die Halterung ist von Paul Nutzfahrzeuge entsprechend angepasst worden. Der Innenraum verfügt nach dem Umbau über eine zusätzliche Warmluftheizung mit zwei Ausblasöffnungen unter der hinteren Sitzbank, damit auch bei Einsätzen unter widrigen Außentemperaturen ein schnelles Aufwärmen des Einsatztrupps möglich ist.

Im Fahrer- und Beifahrerbereich sind alle fahrzeugrelevanten Bedienelemente von der Mittelkonsole in die Instrumententafel verlegt worden. Dazu zählen die Schaltkonsolen für Gangwahl, Fensterheber und Außenspiegel sowie den Betrieb der während der Fahrt zuschaltbaren Differenzialsperren. Dies geschah, um Walser den Einbau der komplexen Steuerung für die gesamte Löschtechnik sowie der Sondersignalanlage im Bereich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz zu ermöglichen. Geschaffen wurde auch eine rutschfeste Standfläche für die Löschmittelabgabe aus der Dachluke (Pump-and-Roll). Der Einbau eines Kastens dient zur Unterbringung der Sicherungen, der Funkanlage und wichtiger Dokumente.

Waldbrandausrüstung made by Paul
Das schnelle Erreichen des Einsatzorts bei Überschwemmungen, Waldund Freiflächenbränden kann mit diesem Fahrzeug auch abseits der Straße auf Feld- und Waldwegen erfolgen. Ebenso sind Einsätze im Pump-and-Roll-Betrieb möglich. Dafür sorgt neben dem Allradantrieb mit zuschaltbaren Differenzialsperren auch die Ausrüstung mit einer kompletten Waldbrandausrüstung. Diese umfasst einen Bullfänger an der Front, einen Astabweiser über der Kabine und diverse Schutzbügel an den Beleuchtungseinrichtungen. Für die Montage des Überrollbügels, der als Astabweiser die Kabine schützt, hat Paul die Luftansaugung von vorne rechts an der Scheibe in den Motorraum verlegt. Überrollbügel und Bullfänger sind weiß lackiert.
Die Wärmeschutzisolierung sämtlicher Elektrik- und Pneumatikleitungen am Rahmen und an den Achsen besteht aus hitzebeständigem Isoliermaterial. Fixiert wurden sie von Paul Nutzfahrzeuge mit Edelstahlschellen. Alle wichtigen Aggregate wie Motor, Kraftstofftank und Druckluftkessel sind mit Metallplatten vor der Beschädigung durch Baumstümpfe oder Gebüsch geschützt.


Umbau-Alternativen für Zetros-Feuerwehrfahrzeuge
Für künftige Feuerwehrfahrzeuge auf Zetros-Basis bietet Paul Nutzfahrzeuge flexible Gestaltungsmöglichkeiten und viele zusätzliche Optionen. Dazu zählt beispielsweise die variable Auslegung der Kabinenlänge, die bis zu 150 mm kürzer oder länger darstellbar ist. Ein anderes Beispiel: Anstelle der Sitzbank-Ausführung im Mannschaftsbereich, die von der Feuerwehr Filderstadt geordert wurde, können alternativ auch Einzelsitze in Fahrtrichtung montiert werden. Eines zeichnet alle Paul-Umbaulösungen aus: das günstige Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zu einem komplett einzelentwickelten Sonderfahrzeug.

Über Paul Nutzfahrzeuge GmbH – Special Trucks & Chassis
Paul Nutzfahrzeuge GmbH führt Umbauten an über 1000 Nutzfahrzeugen pro Jahr durch. Die qualitativ hochwertige und termintreue Fertigung hochspezifischer Einsatzlösungen sind das Spezialgebiet, in dem das global operierende Unternehmen mit Firmensitz in Passau zu den Marktführern zählt. Spezielle Chassismodifikationen,
Achseinbauten oder Spezialanfertigungen für unterschiedlichste Einsatzbereiche werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden entwickelt und umgesetzt. Zum Fahrzeugbau zählen verstärkt Entwicklung und Fertigung von eigenen Chassis wie dem „Heavy Mover“ für schwerste Applikationen in Tagebau oder Erdölexploration. Weltweit sind über 160 Mitarbeiter in Fahrzeugbau, Service und Verkauf für Paul Nutzfahrzeuge Special Trucks & Chassis tätig.

Paul Nutzfahrzeuge

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