Nö: Ausgedehntes Wassergebrechen in Maria Lanzendorf

MARIA LANZENDORF (NÖ): So einsatzreich wie die vergangene Woche endete, nämlich mit Alarmierungen zu zwei Fahrzeugbränden und einer Auslösung einer automatischen Brandmeldeanlage, so begann für die Mitglieder der Feuerwehr Maria Lanzendorf auch die neue Einsatzwoche bereits in der Nacht auf den 18. April 2016.

Um 02.41 Uhr wurden wir durch den Disponenten der Abschnittsalarmzentrale Schwechat zu einer technischen Hilfeleistung mit dem Stichwort "Wassergebrechen" alarmiert. Bei Ankunft der Feuerwehr Maria Lanzendorf wurden die Kräfte durch eine der betroffenen WohnungsbesitzerInnen empfangen.
Nach Erkundung stellte sich folgende Lage heraus: In deren Wohnung im 1.OG kam es zu einem ausgedehnten Wassereintritt durch die Decke in ihrem erst kürzlich nach einem Brandschaden renovierten Wohnzimmer. Bei der Nachsicht in der Wohnung darüber waren bereits im Stiegenhaus durch die Wohnungstür eindeutige Plätschergeräusche wahrnehmbar. In der Wohnung war jedoch niemand anwesend, somit hatte die Feuerwehr vorerst keinen Zutritt. Bei den späteren Ermittlungen sollte sich heraus stellen, dass sich die Wohnung gerade in Renovierung befindet und dadurch noch niemand darin wohnt. Auch in der Wohnung im Erdgeschoss drang bereits das Wasser durch den Steigschacht ein.

Als erst Maßnahme wurde sofort die Hauptwasserleitung des Wohnhauses im Keller abgesperrt und die Polizei nach alarmiert, um die Wohnung gegebenenfalls öffnen zu können. Bis zum Eintreffen dieser wurde nach einem schonenden Weg in die Wohnung im 2. Obergeschoss gesucht, welcher leider nicht gefunden werden konnte. Die Eingangstüre war mit einem Sicherheitszylinder ausgestattet, welcher nur durch erhebliche Beschädigungen an der Türe geöffnet hätte werden können. Auch alle Fenster der Wohnung waren verschlossen. Nach Eintreffen der Polizei versuchten die Exekutivbeamten den Wohnungseigentümer ausfindig zu machen und zu kontaktieren, um ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung vermeiden zu können! Leider war dies nicht von Erfolg gekrönt, da der ausfindig gemachte Eigentümer nicht erreichbar war!
Somit entschied der Einsatzleiter mittels Drehleiter über ein einzuschlagendes straßenseitiges Fenster in die Wohnung im 2.OG einzudringen, da die Eingangstüre nach einem gewaltsamen Öffnungsversuch auf Grund des Sicherheitszylinders mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr geschlossen hätte werden können. Nach dem kontrollierten Einschlagen der Fensterscheibe konnten wir die Ursache, einen defekten Untertischwarmwasserbereiter in der Küche, schnell ausfindig machen. Da es keinen generellen Absperrhahn in dieser Wohnung gab, wurde das zum Speicher zugehörige Eckventil abgedreht und somit die Ursache für den Wasseraustritt gestoppt. Dadurch konnte auch wieder die Absperreinrichtung der Hauptwasserleitung im Keller geöffnet werden, sodass die anderen Hausbewohner wieder mit Wasser versorgt wurden.
Mittels Nasssauger wurde das im Großteil der neu renovierten Wohnung ausgebreitete Wasser abgesaugt. Nach Beendigung der Arbeiten wurde die eingeschlagene Fensterscheibe provisorisch mit einer Plastikfolie abgeklebt und das Fenster von außen wieder verschlossen. Um kurz vor 06.00 Uhr konnten wir wieder ins Feuerwehrhaus einrücken, die verwendeten Geräte reinigen und die erneute Einsatzbereitschaft herstellen.
Danach gab es noch ein kleines Frühstück für die KameradInnen, bevor alle zu ihrer Arbeit fahren mussten! Somit begann der heutige Arbeitstag für uns bereits um 02:41 und wird wie gewohnt erst am Abend wieder enden. Aber die sehr große Dankbarkeit der betroffenen Hausbewohner ist eine große Stütze für solch einen langen Arbeitstag.

Freiw. Feuerwehr Maria Lanzendorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.