D: Brennendes Holzhaus mit zwei vermissten Personen in Rheurdt

RHEURDT (DEUTSCHLAND): Das Jahr 2020 war gerade seit gut einer halben Stunde angebrochen, da rief der erste intensive Einsatz des Jahres die Feuerwehr Rheurdt auf den Plan. Um 0.40 Uhr wurden die gesamten Löscheinheiten aus Rheurdt und Schaephuysen, die Drehleiter der Feuerwehr Neukirchen-Vluyn und ein umfassendes Aufgebot des Rettungsdienstes mit dem Stichwort “Gebäudebrand mit Menschenleben in Gefahr” in den Ortsteil Rheurdt alarmiert.

In der Straße Am Kottenbusch war es zu einem größeren Feuer an einem Wohnhaus gekommen, in dem nach Meldung des Nachbarn noch zwei Personen vermutet wurden. Aufgrund der akuten Gefährdung von Menschenleben und dem angenommenen Ausmaß der Lage wurde durch die Leitstelle zusätzlich der Löschzug Sevelen der Freiwilligen Feuerwehr Issum alarmiert.

Die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr Rheurdt stellten einen ausgedehnten Brand einer Terrassenüberdachung fest, der augenscheinlich auf Teile der Fassade und der Dachhaut übergegriffen hatte. Im unmittelbaren Umfeld des Gebäudes wurden zwei sichtlich aufgebrachte Personen samt ihrer beiden Hunde angetroffen. Sie wurden durch die Feuerwehr umgehend aus dem Gefahrenbereich entfernt und betreut. Ein Schaephuysener Trupp unter Atemschutz ging zudem ins Wohnhaus vor, um dort nach weiteren Personen und eventuellen Brandstellen zu suchen. Parallel dazu leitete die Löscheinheit Rheurdt die Brandbekämpfung im Außenbereich ein.

Glücklicherweise konnte das Feuer der Terrassenüberdachung schnell unter Kontrolle gebracht und eine Brandausbreitung auf das Gebäudeinnere ausgeschlossen werden. Zur Erleichterung aller Einsatzkräfte befanden sich im Haus keine weiteren Menschen. In der Folge wurden unter Unterstützung der Vluyner Drehleiter einige Dachpfannen und Verkleidungselemente der Fassade entfernt, um dahinterliegende Glutnester aufspüren und ablöschen zu können. Zwei Trupps aus Rheurdt und Schaephuysen unterstützen mit Wärmebildkameras. Nach etwa einer Stunde konnte das Feuer vollständig bekämpft werden.

Im Zuge der Brandbekämpfung war zunehmend ein beißender Chlorgeruch wahrnehmbar. Die Erkundungen der Feuerwehr ergaben, dass eine geringe Menge Chlor für ein Schwimmbecken unter der Überdachung gelagert wurde und durch den Brand beschädigt worden war. Der Stoff Chlor hat die Eigenschaft, mit Hitze (Feuer) und Wasser (Löschwasser) chemisch zu reagieren. Bei Chlor handelt es sich somit um einen Stoff, der von der Feuerwehr als chemischer Gefahrstoff anzusehen ist. Die Einsatzleitung entschied folgerichtig, einen weiteren Trupp mit einem Chemikalienschutzanzug und Atemfiltern auszurüsten zu lassen. Der Trupp führte Messungen im Gefahrenbereich durch und verpackte den Gefahrstoff sicher in einem verschließbaren Behältnis. Nachdem auch diese Gefahr gebannt werden konnte, lüftete die Feuerwehr das Wohnhaus mit Hilfe eines Hochleistungslüfters quer. Nach etwa 3 Stunden konnte die Einsatzstelle an die Polizei zur Brandursachenermittlung übergeben werden.

Dem umsichtigen Notruf des Nachbarn und dem minutenschnellen Eingreifen der Feuerwehr Rheurdt ist es zu verdanken, dass der Einsatz ein verhältnismäßig glimpfliches Ende gefunden hat. Keine Menschen kamen bei dem Einsatz zu Schaden. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.


Bei diesem Einsatz waren rund 60 Kräfte aus Rheurdt, Schaephuysen, Sevelen und Vluyn vor Ort, die allesamt ehrenamtlich aktiv sind und zu Silvester bei ihren privaten Feierlichkeiten auf Alkohol verzichten. Wie wichtig dies zum Schutze der Bevölkerung ist, zeigt der jüngste Einsatz, welcher nach den Silvestereinsätzen 2015, 2016 und 2017 nun schon der vierte Silvester-Großeinsatz der Feuerwehr Rheurdt in der jüngeren Vergangenheit ist. An dieser Stelle gilt noch einmal der dringende Appell, mit Feuerwerkskörpern verantwortungsbewusst umzugehen.

Leider mussten die anrückenden Kräfte Feuerwehr feststellen, dass einige Bürgerinnen und Bürger trotz eines herannahenden Feuerwehrfahrzeugs mit Blaulicht und Martinshorn nicht davon ablassen, weitere Feuerwerkskörper auf die Straße zu werfen. Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel und gefährdet die Sicherheit der Feuerwehr.

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