Oö: Der für 10.02.2020 prognostizierte Sturm aus Meteorologensicht

OBERÖSTERREICH: Fireworld.at berichtet im Regelfall von den Aktivitäten der Feuerwehren und bringt keine Vorinformationen zu Stürmen oder sonstigen Wettereignissen. Da aber die Medienberichte schon voll davon sind, hier eine Vorbinfo aus meteoroglogischer Sicht ohne journalistischer Ausschmückung oder Verstärkung.
Update: 10. Februar 2020, 08.00 Uhr

Das berichtet Wetter Hausruckviertel am 8. Februar 2020 auf Facebook:

Mittlerweile sind auch die Medien auf die Sturmlage zu Wochenbeginn aufgesprungen:
Orkantief „Sabine“ wird unterdessen von Schmierblättern als „Todessturm“, mit Äußerungen wie „Sabine bläst“, usw. beschrieben bzw. tituliert, was völlig abseits von objektiver Berichterstattung ist.
Auch die Autos vollzutanken oder sich Essenvorräte anzuschaffen, halte ich angesichts der Erfahrungswerte für völlig überzogen, außer man wohnt
wirklich völlig abseits mit viel Wald rundum, wo ein jedes Sturmereignis zu Beeinträchtigungen führt. Das wissen die hiesigen Bewohner dann aber eh selbst.

Während sich unser Wochenende noch hochdrucklastig, im Donauraum vereinzelt nebelig, ansonsten beinahe wolkenfrei präsentiert, tut sich am Atlantik einiges: ein sehr zentrierter Polarwirbel ermöglicht eine sehr aktive Westdrift (also Westströmung), die Bildung von Sturmtiefs ist damit begünstigt, das Ziel stets Europa, wobei hier mal weiter nördlich, mal weiter südlich.

Und während es am Wochenende eher die Isländer und die Schotten stürmisch haben, ist ab morgen Abend, 9. Februar 2020, das europäische Festland dran: erstmal die Niederlande und Franzosen, später Deutschland von Nord nach Süd, wir erst ab etwa Montagmittag von Bayern her.

Oberösterreich am Montag betroffen

So verläuft die Nacht zuvor anfangs noch sternenklar, später dann mehr Bewölkung, stellenweise fällt flacher Nebel ein, insgesamt eine diesige Nacht. Und auch der Montagvormittag wird trüb mit Milchglassonne verlaufen, blickt man allerdings zum Himmel wird immer mehr die Dynamik spürbar, die Wolken in höheren Schichten werden erkennbar schnell ziehen, während sich in den Niederungen noch wenig tut, unterdessen braust mit Sabines Warmfront im Gebirge schon der Orkan. Es regnet dann ab Mittag auch vielfach ein wenig, der Wind herunten noch immer schwach, wird aber dann mit Einbezug von Kaltluft immer mehr.

90 bis 120 km / h möglich

Kurz vor Winddurchbruch dann 12-15 oder 16 Grad, mit der Kaltfront dann schlagartig kälter, dazu Windböen von 90-100, stellenweise 110 oder auch 120km/h im Hausruckwald, im Kobernaußerwald oder im westlichen Donautal, hier werden dann Details entscheiden. Es wird aber halbwegs deftig blasen, tendenziell etwas mehr, als beim letzten Sturmereignis vor einer Woche, flächige Orkanböen bei unseren deutschen Nachbarn von Baden-Württemberg über Bayern bis Böhmen.

Soweit die Info von Wetter Hausruckviertel (Facebookseite)
Ein weiterer Artikel auf der Webseite der UWZ

Was bleibt

Was bleibt ist, die tatsächliche Entwicklung abzuwarten und sich auf das Wetter dann einzustellen. Sinnig ist es sicher auch, lose Gegenstände im Garten wegzuräumen oder gut zu verzurren. Panik sollte jedoch trotz manch’ (hoffentlich / vermutlich) übertriebener Schlagzeilen dann nicht aufkommen.
8. Februar 2020, 13.25 Uhr.

Info von Wetter BlueDanube Linz
vom 9. Februar

Morgen Vormittag (etwa 10 – 11 Uhr) erreicht eine Kaltfront den GR Linz. Hier werden Sturmböen von 70 bis an die 100 km/h zu erwarten sein. Im Inn- Hausruck- & Mühlviertel sogar deutlich darüber hinaus! Auch im Großraum Steyr wirds wohl noch etwas ruppiger werden.
Im Lauf des Nachmittags flaut das Ganze dann wieder ab, bevor in der zweiten Nachthälfte auf Dienstag dann nochmal was durchgeht!

Hausruckwetter am 10. Februar 2020 per 06.00 Uhr:

Die Kaltfront befindet sich aktuell noch über der südlichen Mitte Deutschlands und erreicht den Nordwestzipfel Oberösterreichs ab etwa 9:00 vormittags. Bis dahin ists noch recht ruhig bei uns, stellenweise greift vor der Front schon sehr milder Südwestwind durch:
in der Welser Heide oder im Eferdinger Becken zur Zeit um 1 oder 2 Grad, 10 Grad hingegen am Mayrhofberg, 12 in Altenhof oder Seewalchen, fast 13 Grad im innviertlerischen Mattighofen, bis zu 16 Grad sind noch drin.
Die Modelle zeigen jedenfalls einhellig Böen an der Kaltfront ab 10:00 von 100km/h und darüber, der Schwerpunkt vom Sauwald über das Donautal und die angrenzenden Gebiete: hier sind in den Niederungen Böen bis 120, in sehr exponierten Lagen bis 130km/h, eventuell bis knapp 140km/h , wenn die Kaltfront in die Warmluft reinfährt, hier verursacht fast jedes km/h mehr deutlich mehr Winddruck und auch Schäden – es bleibt abzuwarten, ob die Front mit oder ohne etwaige Schauer und Gewitter durchgeht – ein trockener Durchgang entschärft die Lage immens. Nach Süden ab der Welser Haide nehmen die Böen eher ab, hier aus Modellsicht 90-110km/h.
Gefahren: abbrechende Äste, umstürzende Bäume(vor allem Flachwurzler in Wäldern), herabfallende Dachziegel,…
Die stärksten Böen sind in Folge vorbei, um 100km/h sind aber auch dann noch drin. Ein sehr stürmischer Montag, der einiges an Aufmerksamkeit erfordern wird, steht an.

Wetterwarndienst-Seite hier auf Fireworld.at

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