Libanon: Der letzte Einsatz einer Feuerwehr-Crew vor der fatalen Explosion von Beirut

BEIRUT (LIBANON): Ein herzzerreißendes Foto fängt den Moment ein, in dem Heldenfeuerwehrleute versuchen, in ein Lagerhaus in Beirut einzubrechen → kurz bevor es zur fatalen Explosion gekommen ist. Das Bild zeigt die Rauchesser im Hafen der libanesischen Hauptstadt, die versuchen, die Tür zum Lager 12 zu öffnen, das mit 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat gefüllt war.

Laut DailyMail wurde gegenüber der Washington Post bestätigt, dass das Bild kurz vor der schrecklichen Explosion am Dienstag, 4. August 2020, aufgenommen wurde, bei der 137 Menschen getötet wurden und bis zu 300.000 Obdachlose zurückgelassen wurden, als große Teile der Stadt zerstört wurden. Der Fotograf gehört zu den bestätigten Toten, heißt es in dem Bericht. Das Foto wurde später auf seinem wiederhergestellten Telefon gefunden.

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Es wird angenommen, dass die Feuerwehrleute zu den 10 zuvor als vermisst gemeldeten gehören. Eine – 25-jährige Feuerwehrfrau Sahar Faris – wurde nun als tot bestätigt. Ein Handyvideo zeigt die letzten Augenblicke der Einheit: Die Retter stehen vor Lagerhalle 12 im Hafen, dunkler Rauch quillt aus den geborstenen Fenstern.

In der Ferne heulen Sirenen, ein Mann brüllt Befehle. Aus der Halle dröhnen mehrere kleine Explosionen, während die Retter versuchen, das Tor aufzubrechen, zum Brandherd vorzudringen, zu löschen.

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Die abgebildeten Feuerwehrleute scheinen Jo Noon, Methal Hawwa und Najib Hati zu sein, die unter den Vermissten sind. Andere Aufnahmen scheinen das Feuer im Lagerhaus vor der Explosion zu zeigen, das mit den Atomangriffen auf Hiroshima und Nagasaki im Zweiten Weltkrieg verglichen wurde.

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Ein Feuerwehrbeamter teilte der Verkaufsstelle mit, dass er eine Einheit von 10 Personen entsandt habe, um den ersten Bericht über einen Brand in Angriff zu nehmen. “Die drei Männer auf dem berühmten Foto waren zuerst vor Ort und versuchten, die Tür zu Lager 12 aufzuschließen”, sagte die Quelle.

„Ihnen folgten die Kollegen in den anderen Fahrzeugen. Die Explosion traf sie alle. „Neun werden noch vermisst und einer, Sahar Faris, wurde gefunden und für tot erklärt.

Ein anderes Bild, das der BBC-Reporter Riam Dalati geteilt hatte, schien Lagerarbeiter zu zeigen, die früher einen Teil des Ammoniumnitratvorrats gestapelt hatten, der mit der Kraft von 1.100 Tonnen TNT blies und bis nach Zypern – fast 180 Meilen entfernt – gefühlt wurde.

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Zum ersten Artikel vom 4. August
Zum zweiten Artikel vom 6. August 2020

Aussendung des Deutschen Feuerwehrverbandes

Trauer um elf tote Feuerwehrangehörige bei Explosion in Beirut
Deutscher Feuerwehrverband rät von unorganisierten Reisen zum spontanen Hilfseinsatz ab ­

Berlin – Bei der verheerenden Explosion in Beirut sind mindestens elf Feuerwehrangehörige ums Leben gekommen. „Wir trauern um sie und sind in Gedanken bei allen Einsatzkräften, die vor Ort versuchen, die unfassbare Lage zu bewältigen”, erklärt Hermann Schreck, Vizepräsident und ständiger Vertreter des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Am 4. August war es in der Hauptstadt des Libanon zu einer Explosion gekommen, die zu bislang 130 Toten und Tausenden Verletzten führte. Weiterhin werden Menschen vermisst. Auch aus Deutschland ist organisierte Hilfe zum Suchen und Retten von Verschütteten, zur Versorgung der Verwundeten sowie zur Bewältigung der Lage angekommen oder auf dem Weg. „Wir hoffen, dass alle Helferinnen und Helfer den Einsatz unbeschadet überstehen”, so Schreck.

Der Deutsche Feuerwehrverband rät von unorganisierten Reisen zum spontanen Hilfseinsatz in die Region dringend ab. „Nur der offizielle und geordnete Rahmen kann gewährleisten, dass der Einsatz auch gewollt und effektiv ist und nicht noch die Ressourcen vor Ort weiter belastet”, erläutert Hermann Schreck den Hintergrund. Hinzu kommt die Versicherungsfrage.

Wer die Hilfe vor Ort finanziell unterstützen möchte, kann dies über zahlreiche Initiativen – darunter beim Deutschen Roten Kreuz (www.drk.de) oder der „Aktion Deutschland hilft” (https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/hilfseinsaetze/explosion-beirut-libanon/), ein Zusammenschluss unter anderem des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes.

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