Oö: Gefahrguteinsatz “Flüssighärter-Austritt” in Unternehmen in Neumarkt im Hausruckkreis

NEUMARKT IM HAUSRUCKKREIS (OÖ): Drei Feuerwehren standen Freitagabend, 4. September 2020, in Neumarkt im Hausruckkreis (Bezirk Grieskirchen) bei einem größeren Gefahrstoffaustritt im Einsatz.

In einer Firmenhalle ist aus noch ungeklärten Gründen ein umweltgefährdender, flüssiger Stoff, vermutlich ein Härter, aus einem Gebinde ausgetreten. Die Einsatzkräfte dreier Feuerwehren – darunter zwei auf gefährliche Stoffe spezialisierte Stützpunkte – kamen daraufhin zum Einsatz.

Die ausgelaufene Flüssigkeit musste abgesaugt, beziehungsweise umgepumpt werden. Die Einsatzkräfte mussten zusätzlich zur Feuerwehrschutzausrüstung Schutzanzüge verwenden.

Der Einsatz dauerte am Abend nach wie vor an. Verletzte gibt es bislang zum Glück nicht.

Update 22.00 Uhr

Mit 22 Uhr stehen die Feuerwehren weiterhin noch im Einsatz. Zwei Feuerwehren wurden inzwischen für weitere Atemschutzträger nachalarmiert.

“Die Feuerwehr Neumarkt im Hausruckkreis ist um etwa 17:30 Uhr zu einem technischen Einsatz klein zu einer kunststoffverarbeitenden Firma gerufen worden, mit Alarmtext “ca. 700 Liter Flüssighärter sind ausgetreten”. Beim Eintreffen am Einsatzort war bereits fast der gesamte Container ausgelaufen. Wir haben dann in der Erstphase vorne verhindert, dass sich der Stoff noch weiter ausbreitet und die Feuerwehr Wels mit dem Gefahrstofffahrzeug nachalarmiert, damit wir den Gefahrstoff wegpumpen konnte. Die Problematik bei dem Stoff ist, dass er so dickflüssig ist, dass die Pumpen ihn fast nicht saugen konnten. Die Feuerwehr Puchheim ist dann mit einem zweiten Gefahrstofffahrzeug gekommen. Wir haben den Container umgepumpt und heraussen den Gefahrstoff aufgesaugt. Die Mitarbeiter waren beim Eintreffen noch in der Halle, wir haben die Halle dann evakuiert und druckbelüftet, dass die gefährlichen Stoffe den Personen nicht schaden konnten,” schildert Sebastian Muska, Einsatzleiter der Feuerwehr Neumarkt im Hausruckkreis.

Laumat.at

Meldung der Polizei

Ein 34-Jähriger aus dem Bezirk Kirchdorf wachte am 11. Jänner 2021 kurz nach 6 Uhr auf, bemerkte sofort starken Brandgeruch in seinem Wohnhaus und stellte einen Brand im Erdgeschoss fest. Der Vater brachte sofort seine drei Kinder im Alter von ein, drei und fünf Jahren aus deren Zimmern ins Freie. Ein weiterer Mitbewohner im ersten Stock des Wohnhauses im Alter von 37 Jahren konnte mit der Hilfe des 34-Jährigen über eine Leiter aus dem Fenster gelangen. Das Obergeschoss befand sich zum Zeitpunkt des Eintreffens der Polizei in Vollbrand. Der Mitbewohner wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum eingeliefert.

Der Vater und dessen Kinder, die ohne Verletzungen davonkamen, wurden ärztlich untersucht. Die Feuerwehr löschte den Brand – die Ursache konnte bis dato noch nicht geklärt werden. Der Bezirksbrandermittler sowie der Brandsachverständiger führen noch Erhebungen durch.

Bericht Feuerwehr Puchheim

Am Abend des 4. September wurde die Gefahrstoffeinheit des Stützpunkt Puchheim zu einem Medienaustritt nach Neumarkt im Hausruckkreis alarmiert. Bei einer Firma im Bezirk Grieskirchen, die Isolatoren für elektrische Komponenten herstellt, sind ca. 700 Liter Kunststoffhärter aus einem IBC Tank ausgetreten.

Bei dem Medium handelte es sich lt. Sicherheitsdatenblatt um einen zähflüssigen, wasserunlöslichen Stoff (Dichte 1,18 g/cm3), welcher bei unbeabsichtigter Freisetzung gesundheitsgefährdende und ätzende Symptome sowie allergische Reaktionen verursachen kann.

In Zusammenarbeit mit der Gefahrstoffeinheit des Stützpunkt Wels und den umliegenden Feuerwehren, konnte das ausgetretene Medium unter erhöhter Schutzstufe gesichert und mit speziellen Pumpen und Saugsystemen aufgesaugt werden.

Verbleibende Restmengen wurden mit Chemikalienbindemittel gebunden.

Freiw. Feuerwehr Puchheim

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