Feuerwehr in Österreich steht unterstützend für Covid-19-Massentests bereit

ÖSTERREICH: Das Bundeskanzleramt ist auf den Österreichischen Bundesfeuerwehrverband (ÖBFV) zugegangen und hat um Unterstützung bei den geplanten Covid-Massentests gebeten.

Nach Abstimmung der Landes-Feuerwehrkommandanten mit dem ÖBFV-Präsidenten werden Logistikleistungen in den Bundesländern – je nach Bedarf und Verfügbarkeit – zur Verfügung gestellt. Die Tests an sich dürfen nur durch medizinisches Personal durchgeführt werden, weshalb sich die Feuerwehr diesbezüglich nicht einbringen wird können. Testungen in Feuerwehrhäusern sind nicht vorgesehen.

Die Umsetzung und Koordination der Unterstützungsleistung obliegt den Landesfeuerwehrverbänden, diese werden in enger Abstimmung mit den jeweiligen Ländern in die Wege geleitet. “Derzeit finden Gespräche auf Länderebene statt”, so Andreas Rieger vom Österr. Bundesfeuerwehrverband in einer Aussendung am 24. November 2020.

Österreichischer Bundesfeuerwehrverband


„Report“ über Massentests, Hoffnungen und Bedenken zur aktuellen Impfstrategie und die Rolle von Corona-Experten

Am 24. November 2020 um 21.05 Uhr in ORF 2; zu Gast im Studio: Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Uni Krems

Das Vorhaben von Bundeskanzler Sebastian Kurz, nach dem Lockdown die ganze Bevölkerung zu testen, hat viele überrascht. Ein Massentest soll das Weihnachtsfest retten, ohne danach in einen dritten Lockdown gehen zu müssen. Statt Strukturen aufzubauen, die es braucht, um Tests bei Millionen Menschen durchzuführen, verweisen viele Mediziner/innen und Fachleute auf bestehende Möglichkeiten, die Infektionszahlen zu senken und schlagen vor, nur gewisse Alters- bzw. Berufsgruppen zu testen – und diese dafür öfter. Die Bevölkerung wiederum ist verunsichert über die verschiedenen Tests, die derzeit in Arztpraxen, Apotheken und im Internet angeboten werden. Sophie-Kristin Hausberger und Helga Lazar über verwirrende Teststrategien. Live zu Gast ist der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Uni Krems, Mitglied der „Ampel-Kommission“ des Gesundheitsministeriums.

Impf-Hoffnung

Gleich drei Corona-Impfstoffe geben derzeit Anlass zur Hoffnung. Die Pharmaunternehmen und die betreffenden Labors liefern sich einen regelrechten Wettkampf, was Wirksamkeit und Verfügbarkeit betrifft. In Österreich hat man in der Zwischenzeit auf eine möglichst breite Impfung gegen die bevorstehende Grippewelle gesetzt, auch um die Krankenstationen in den kommenden Wochen und Monaten zu entlasten. Die breite Grippeimpfung gilt dabei auch als eine Art Testlauf für die bevorstehenden Corona-Impfungen. Stefan Daubrawa und Martin Pusch über Hoffnungen und Bedenken zur aktuellen Impfstrategie.

Die Corona-Experten

Die Rolle mancher Corona-Experten und -Expertinnen in der Pandemie ist eine ambivalente. Beschwichtigende und teilweise widersprüchliche Botschaften verwirren die Bürgerinnen und Bürger, etwa in der Masken-Frage. Wo lagen manche Fachleute bisher falsch, wie reflektieren sie heute ihre Aussagen? Wie geht die Wissenschaft mit einer auch für sie ungewohnten Situation und laufend neuen Erkenntnissen zu dem Virus um? Welche Rolle spielt mangelhafte Wissenschaftskommunikation und wie sollten Medien in der Pandemie agieren? Eine Zwischenbilanz nach neun Monaten Pandemie von Yilmaz Gülüm und Julia Ortner.

Trotzdem Humor

Steigende Infektionszahlen, verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen Corona, wachsende Arbeitslosigkeit: In der Pandemie ist das Leben für viele Menschen viel schwieriger. Wie sehen Humor-Profis ihre Rolle in einer Gesellschaft, die jetzt voller Ängste und Sorgen ist? Kann das gemeinsame Lachen Angst nehmen, zur Aufklärung beitragen, Bewusstsein schaffen? Julia Ortner hat Menschen getroffen, die sich aus unterschiedlicher Perspektive mit Humor beschäftigen – vom Kabarettisten bis zum Chef einer Satire-Partei.
Quelle: ORF ots


ANSCHOBER: Aus Erfahrungen von Südtirol lernen

Vertreter der Einsatzleitung des Krisenstabs des Gesundheitsministeriums studierte zwei Tage lang den Massentest in Südtirol

5226 Neuinfektionen bei 29.831 eingemeldeten PCR-Testungen und 6509 Neu-Genesene sind ein dramatisch hoher Wert für einen Sonntag. Erfreulich ist, dass nach Wochen des starken Anstiegs die Hospitalisierungszahlen erstmals leicht auf 4458 und darunter die schwer Erkrankten in Intensivbetreuung um 14 auf 683, gesunken sind. Leider ist die Zahl der Todesfälle in den letzten 24 Stunden mit 60 weiterhin sehr hoch.

Anschober: “Ganz offensichtlich ist mit dem Teil-Lockdown, der vor zweieinhalb Wochen begonnen hat, zwar eine Stabilisierung (auf dramatisch hohem Niveau), aber keine wesentliche Absenkung der Neuinfektionen entstanden. Der harte Lockdown kann natürlich am 6.Tag noch nicht wirken. Gegen Ende der kommenden Woche muss es jedoch klare Verringerungen der Neuinfektionen geben. Die kommende Woche ist daher eine sehr wichtige Phase. Ich appelliere daher an die gesamte Bevölkerung, jetzt sehr konsequent zu sein, MNS zu tragen, Mindestabstand zu leben und die Kontakte noch deutlicher und wirklich drastisch zu verringern. Da sind wir noch nicht dort, wo wir hinmüssen. Alles was jetzt nicht wirklich an Kontakten sein muss, sollte von uns allen unterlassen werden.“

Dieses Wochenende wird in Südtirol der erste Massentest durchgeführt – das Gesundheitsministerium hat einen Vertreter der Einsatzleitung des Krisenstabs für zwei Tage nach Südtirol entsandt, um aus den Erfahrungen der KollegInnen vor Ort zu lernen. Anschober: “Es zeigt sich, dass wir aus den Erfahrungen aus Südtirol einiges lernen können – vor allem, dass eine durchgehende Digitalisierung, deren durchgehende Funktionsfähigkeit trotz Extrembelastung und die richtige Kommunikation entscheidend sind. Dann können bei einer Massentestung Staus und lange Wartezeiten verhindert, eine hohe Beteiligung gesichert, viele Infizierte erkannt und aus dem Infektionskreislauf geholt und eine Fehlinterpretation negativer Ergebnisse unterbunden werden. Denn ein negatives Testergebnis bringt keine Sicherheit, sondern hat nur eine Aussagekraft für den Tag der Testung. Ein negatives Ergebnis darf daher nicht zu einer Vernachlässigung der Schutzmaßnahmen führen.“
Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, 24. November 2020

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