Stmk: Chemie-Unfall in Unternehmen in Feldbach → Arbeiter schwer verletzt und später verstorben

FELDBACH (STMK): Am Freitag, dem 10. September 2021, kurz nach 17 Uhr musste die Feuerwehr in Feldbach zu einem Gefahrenstoffeinsatz ausrücken. In der Produktionsstätte eines heimischen Unternehmens gelangten aus bisher unbekannter Ursache zwei Stoffe in Berührung, welche in Folge offensichtlich miteinander reagierten. Dabei kam es zum Austritt einer unbekannten Menge Schadstoff.

Die Chemikalie wurde nach entsprechenden Messungen von speziell ausgebildeten Feuerwehrmitgliedern unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen neutralisiert. Gegen 21:45 Uhr kam die Meldung aus der Einsatzleitung, dass der Stoff von den Stützpunktkräften unter Anwendung von Spezialausrüstungen und Spezialgeräten gesichert gelagert werden konnte.

„In Summe standen knapp 90 im Gefahrgutbereich geschulte Feuerwehrkräfte von 17 Feuerwehren mit 25 Fahrzeugen aus drei Bereichsfeuerwehrverbänden (Feldbach, Radkersburg und Leibnitz) im Einsatz“, erklärt Wolfgang Kotzbeck, Regionalschadstoffkommandant des Bereichsfeuerwehrverbandes Feldbach, das massive Aufgebot an CSA-Trägern aus den Bereichen FB und RA. (CSA = Chemikalienschutzanzug).

Am Einsatzort waren auch Bereichsfeuerwehrkommandant Johannes Matzhold, das Gefährliche Stoffe Fahrzeug (GSF) der Stützpunktfeuerwehren Bad Gleichenberg (FB) und Lebring-St. Margarethen (LB) sowie ein weiteres Stützpunktfahrzeug (ÖF) von der FF Ratschendorf aus dem Bereichsfeuerwehrverband Radkersburg.

Mitglieder der „Florianbereitschaft“ unterstützten die örtliche Einsatzleitung in administrativen Belangen sowie in der Abwicklung des Funkverkehrs. Auch die Polizei, Notarzt und Kräfte vom Roten Kreuz waren am Einsatzort, ebenso wie Firmenvertreter. Per 22.20 Uhr finden noch abschließende Aufräumarbeiten statt.

Bereichsfeuerwehrverband Feldbach

Stellungnahme der Fa. Boxmark

In den frühen Abendstunden am 10.09.2021 kam es bei der Firma Boxmark in Feldbach zu einem lokal überschaubaren Chemieunfall in einer Behälterwaschanlage. Durch das unmittelbare Eingreifen der firmeninternen Sicherheitskräfte sowie der umliegenden Feuerwehren konnte das Gefahrgut umgehend festgestellt, eingedämmt und letztendlich erfolgreich neutralisiert werden.

Der mit dem gegenständlichen Produkt unmittelbar handierende Mitarbeiter musste in das örtliche LKH eingeliefert werden. Darüber hinaus muss betont werden, das zu keiner Zeit eine Gefahr für die angrenzende Umwelt bestanden hat bzw. besteht.

Meldung der Polizei

Freitagnachmittag, 10. September 2021, ereignete sich gegen 17.00 Uhr in einem Firmenobjekt ein schwerer Arbeitsunfall. Ein Mitarbeiter (41) befindet sich im LKH Feldbach, sein Zustand ist kritisch. Fünf weitere Mitarbeiter erlitten leichte Verletzungen.Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte ein bislang unbekannter Mitarbeiter, irrtümlich Schwefel und Schwefelnatrium zusammengeführt haben. Daraufhin reagierten diese beiden Substanzen und setzten wiederum Schwefelwasserstoff frei.

Ein Mann (41) dürfte diese Substanz in großen Mengen eingeatmet haben. Der Mann wurde bewusstlos. Rettungskräfte (ÖRK und Notarzt C12) reanimierten den Mann und transportierten ihn in das LKH Feldbach. Dort befindet er sich nach wie vor. Sein Zustand ist kritisch. Fünf weitere Mitarbeiter (32 bis 57) führten Erste-Hilfe-Maßnahmen durch und erlitten leichte Verletzungen. Diese wurden ambulant behandelt. Im Einsatz befanden sich neben den Rettungskräften insgesamt 17 Feuerwehren (25 Fahrzeuge, 88 Personen) aus dem Bezirk Südoststeiermark. Diese führten mit schwerem Atemschutz und Schutzanzügen eine Neutralisierung des Schwefelwasserstoffes durch. Der Einsatz konnte um 22.00 Uhr beendet werden.

Für weitere Mitarbeiter des Betriebes und für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr. Die weiteren Ermittlungen werden gemeinsam mit dem zuständigen Arbeitsinspektorat geführt. Sobald es der Gesundheitszustand der Zeugen zulässt (Befragung der verletzten Arbeiter), werden die Ermittlungen fortgeführt.

Meldung 2 der Polizei vom 14.09.2021: Arbeiter verstorben

Ein Mitarbeiter (41) ist am Dienstag, dem 14. September 2021, im LKH Feldbach verstorben. Fünf weitere Mitarbeiter erlitten leichte Verletzungen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte am 10. September 2021 ein bislang unbekannter Mitarbeiter, irrtümlich Schwefel und Schwefelnatrium zusammengeführt haben.

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