Stmk: 137. Landesfeuerwehrtag am 18.09.2021 in Spielberg abgehalten

SPIELBERG (STMK): 96 Stimmberechtigte (von 133) aus allen Bereichsfeuerwehrverbänden des Landes – und geladene Ehrengäste mit Landeshauptmann und Feuerwehrreferent Hermann Schützenhöfer an der Spitze – haben sich am Samstag, dem 18. September 2021, mit dem Beginn um 14:00 Uhr im Red Bull Wing von Spielberg zum 137. Landesfeuerwehrtag, dem höchsten Organ der steirischen Feuerwehren, zusammengefunden. Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Vor Veranstaltungsbeginn wurden dem Teilnehmerfeld neue Einsatzfahrzeuge im Bereich der Katastrophenhilfe präsentiert Für jeden der 17 steirischen Feuerwehrbereiche wird es, entsprechend einem von der Landesregierung beschlossenen Fünf-Jahresplan, Neuanschaffungen von Teleskoplader und Logistikfahrzeug geben, um bei den immer komplexer werdenden Einsatztätigkeiten im Bereich des Katastrophenhilfsdienstes weiterhin in gleich gewohnter Qualität wirksam werden können. Präsentiert wurde bei dieser Gelegenheit auch ein neuer Chemikalienschutzanzug der Schutzstufe 3, wo unlängst eine Ersatzbeschaffung von 96 Stück durchgeführt werden musste. Musikalisch wurden die Gäste von der Feuerwehrmusik des BFV Knittelfeld unter der Leitung von Stabführer BR Harald Pöchtrager mit Marschmusikklängen begrüßt.

Der Landesfeuerwehrtag

Der Landesfeuerwehrtag (LFT) ist das höchste Organ der steirischen Feuerwehren. Gemäß dem Steiermärkischen Landesfeuerwehrgesetz obliegt dem Landesfeuerwehrtag unter anderem die Entgegennahme des Berichtes des Landesfeuerwehrkommandanten und des Landesfinanzreferenten. „Nach unserer Premiere im Vorjahr mit dem ersten virtuellen Landesfeuerwehrtag in der Geschichte des Landesfeuerwehrtages und den vielen ins Internet verlagerten Sitzungen und Besprechungen, freue ich mich nach 18-monatiger Veranstaltungspause sehr über die Möglichkeit zur Durchführung des diesjährigen Landesfeuerwehrtages im Präsenzbetrieb“, erklärte Landesfeuerwehrkommandant LBD Reinhard Leichtfried in seinem Eröffnungsstatement und wünschte den Anwesenden einen erbaulichen Landesfeuerwehrtag. Die persönliche Begrüßung der Ehrengäste erfolgte durch Landesfeuerwehrkommandant-Stv. LBDS Erwin Grangl.

3-G-Check vor der Veranstaltung

Voraussetzung für die Teilnahme am Landesfeuerwehrtag war der Nachweis über eine geringe epidemiologische Gefahr in einer der Formen, wie sie in der jeweils aktuell gültigen Fassung der COVID-19-Öffnungsverordnung ausgewiesen sind. Dies galt für das gesamte Teilnehmerfeld. Die 3-G-Kontrolle wurde von Mitarbeitern der Projekt Spielberg GmbH durchgeführt, erst danach war die Akkreditierung zur Veranstaltung möglich. Überdies wurde vom Landesfeuerwehrverband ein Testangebot vor Ort bereitgestellt, für den Fall, dass vor dem Veranstaltungsbeginn kein gültiger 3-G-Nachweis erbracht werden kann. Eine vor der Veranstaltung durchgeführte Risikoeinschätzung und ein entsprechendes Covid-Präventionskonzept sicherten das knapp 180-köpfige Teilnehmerfeld überdies ab.

Bericht des Landesfeuerwehrkommandanten

Wie Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried in seinem Bericht darlegte, „ist die größte Gesundheitskrise seit 100 Jahren eine Krise, die jeder von uns gespürt hat. Und das noch immer tut. Der 137. Landesfeuerwehrtag hier in Spielberg zeigt, dass wir, gestützt mit den Errungenschaften aus Wissenschaft und Medizin, gelernt haben mit dem Virus umzugehen, dieses in Schach zu halten und dass die Pandemie – hoffentlich zeitnahe – ein Ende nehmen wird. Für uns alle. Auch wenn das Virus mit hoher Wahrscheinlichkeit gekommen ist, um zu bleiben. […] Auch wenn meine Freude über die heutige Präsenzveranstaltung eine sehr, sehr große ist, so ist der heutige Tag mit Sicherheit nicht der Tag, an dem wieder alles so ist, wie es vor Corona der Fall war“.

Mit Blick auf die Pandemie meinte Leichtfried, dass die letzten 18 Monate wirklich sehr herausfordernd gewesen seien, und wohl auch die kommenden Wochen noch sehr herausfordernd bleiben würden, denn die Pandemie sei nicht vorbei. „Dennoch haben sich die Mühen“, so Leichtfried, „die wir als Individuum und als Gesellschaft auf uns genommen haben, gelohnt. Sonst säßen wir heute hier nicht zusammen. Mit der Zahl der Immunisierten, die Tag für Tag steigt, tun sich seit einigen Wochen Wege aus der Pandemie auf, die uns in ein offeneres Leben und in einen offeneren Alltag zurückführen, wenngleich sich einzelne Schwerpunkte zum Wohl und zum Schutz von Mitmenschen dynamisch verlagern können“ warnte Leichtfried vor einem zu leichtfertigen Umgang mit der aktuellen Situation und erinnerte daran, dass „mit dieser uns übertragenen Verantwortung in Zeiten der Pandemie voller Sorgfalt und entsprechend dosiert umzugehen, herausfordernd und fürwahr nicht einfach ist – doch es ist und bleibt Aufgabe im Besonderen von uns Führungskräften, die wir heute hier sind, unsere Feuerwehren und Mitglieder sicher durch die Pandemie zu manövrieren. Seien wir uns dieser Tatsache bewusst und nehmen wir die Verantwortung wahr“, so Leichtfried.

Weiters ging LBD Leichtfried auf die Aufgaben der Feuerwehren in Belangen der Katastrophenhilfe ein und dankte Landeshauptmann Schützenhöfer und LH-Vize Anton Lang – als Vertreter der offiziellen Steiermark – für das politische Bekenntnis, dem steirischen Feuerwehrwesen über einen Fünf-Jahresplan entsprechendes Gerät zum Schutz der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. „Mit der Übergabe der ersten Tranche können wir mit neuen Mitteln und gemeinsamen Kräften auch in Zukunft für ein lebenswertes Heute und für ein sicheres Morgen sorgen“, zeigte sich Leichtfried erfreut. Deswegen seien gerade auch Veranstaltungen wie der Landesfeuerwehrtag eine gute Gelegenheit, den steirischen Feuerwehrfunktionären nützliche, wie auch notwendige Werkzeuge zur besseren Bewältigung von Krisen- und Extremsituationen zu präsentieren, „so wie wir es heute im Eingangsbereich zum Welcome-Center mit dem Teleskoplader, den Zusatzgeräten und dem Logistik-Lkw getan haben. Gerade im Bereich des Katastrophenhilfsdienstes haben wir einen Aufholbedarf erkannt und ein Konzept erarbeitet, dass die stufenweise Anschaffung diverser Ausrüstungskomponenten für die Bereichsfeuerwehrverbände vorsieht“, führte LBD Leichtfried aus.

Alle Beschlüsse konnten einstimmig gefasst werden.

Die Zahlen zum Einsatz- und Berichtsjahr 2020 wurden in einem Erklärvideo präsentiert. Am Ende seiner Ausführungen dankte Leichtfried allen, „die unsere Arbeit auch in diesen herausfordernden Zeiten ermöglichen für das aufrichtige und respektvolle Miteinander“.

Ehrendienstgrade

Gemäß dem Steir. Feuerwehrgesetz obliegt es dem Landesfeuerwehrtag, über die erstatteten Vorschläge des Landesfeuerwehrausschusses betreffend die Verleihung von Ehrendienstgraden des Landesfeuerwehrverbandes an den Landesfeuerwehrtag einen Beschluss zu fassen. Aufgrund ihres altersbedingten oder freiwilligen Ausscheidens aus ihrer Funktion als Landessonderbeauftragte, wurden folgende Feuerwehrkameraden für einen Ehrendienstgrad, verliehen vom Landesfeuerwehrverband Steiermark, vorgeschlagen und einstimmig bestätigt:

  • Ernennung von BR d.V. Dr. Peter Fürnschuss zum „Ehrenbrandrat der Verwaltung“
  • Ernennung von OBR Ing. Dieter Pilat von der BF Graz zum „Ehrenbrandrat des Fachdienstes“
  • Ernennung von BR d. S. Gerhard Kouba zum „Ehrenbrandrat der Sanität“

Bei der darauffolgenden Übergabe der entsprechenden Urkunden wurde auch die Überreichung der Urkunden an ELFR Helmut Lanz, ELFR Johann Preihs, EBR d.V. Rudolf Lobnig und EBR d.V. Christof Oswald (aus der Beschlussfassung vom 1. virtuellen Landesfeuerwehrtag Ende Oktober 2020) nachgeholt. Nach der Aushändigung der Urkunden gab Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried seine Entscheidung zur Nachbesetzung offener Referatsleiterpositionen sowie Sachgebiete bekannt und sprach entsprechende Beförderungen aus.

  • OBR Christian Leitgeb: Referatsleiter SG 5 „Aus und Weiterbildung“ und Beförderung zum LFR
  • OBR Josef Krenn: Referatsleiter SG 6 „Innere Angelegenheiten“ und Beförderung zum LFR
  • OBR Harald Schaden: LSOB für Flugdienst
  • OFM Ing. Ewald Hofer: LSOB für Blaulicht und Beförderung zum ABI d.V.

Auszeichnung als Lebensretter

Mit der Lebensretter-Auszeichnung (FLA Steirisch Gold) wurde ein Einsatz von HBI Christian Sorko, LM Michael Jauk und LM Mario Predota von der FF Wildon gewürdigt. Durch das vorbildhafte Handeln dieser Kameraden konnten vier Insassen, die nach einem Unwetter im April 20218 in drei Fahrzeugen eingeschlossen waren – und von ihnen in letzter Sekunde aus den Fluten gerettet wurden – wieder gesund und wohlbehalten nach Hause zu ihren Lieben zurückkommen. Die Laudatio verlas Landesfeuerwehrkommandant-Stv. LBBS Erwin Grangl.

Worte des Dankes

In ihren Grußadressen haben sich die Ehrengäste des Landesfeuerwehrtages für das außerordentliche Engagement der steirischen Feuerwehren im Dienste der Allgemeinheit bedankt. MMag. Anja Tropper vom Projekt Spielberg unterstrich die hervorragende Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren und hob deren Rolle als wichtige Partner in Sicherheitsbelangen bei Großveranstaltungen hervor. Mag.a Bernadette Kerschler überbrachte die Grüße von Landeshauptmann-Stv. Anton Lang und legte ihre persönliche Motivation, Mitglied bei der Feuerwehr zu sein und aktiv an Übungen und bei Einsätzen teilzunehmen, dar.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer dankte allen Anwesenden wie auch Feuerwehren im Land für den unverzichtbaren und unbezahlbaren Einsatz bzw. Dienst am Nächsten. „Jene Menschen, die bereit sind, nach Druck auf den Alarmknopf anderen zu helfen, ohne zu wissen, ob sie selbst gesund wieder gesund nach Hause zurückkommen, die leben die höchste Form von Nächstenliebe. Dieser Dienst ist unersetzbar, ist unbezahlbar, aber sicher nicht unbedankt“, zeigte sich Landeshauptmann Schützenhöfer mit großer Wertschätzung dankbar und sicherte seine volle Unterstützung zu.

Landes-Feuerwehrverband Steiermark

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