D: Schwierige Brandbekämpfung bei Feuer im 15. Stock eines Hochhauses in Hamburg

HAMBURG (DEUTSCHLAND): Am Samstagmorgen, 16. Oktober 2021, wurde die Feuerwehr Hamburg um 08.21 Uhr in den Birckholtzweg im Hamburger Stadtteil Farmsen-Berne gerufen. Anrufer meldeten über den Notruf schwarzen Rauch aus einem kleinen Fenster im obersten Stockwerk eines 15-geschossigen Hochhauses.

Durch die Rettungsleitstelle wurden der Löschzug der Feuer- und Rettungswache Sasel und die Freiwillige Feuerwehr Berne zu der Einsatzstelle alarmiert. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, erkundeten sie eine Rauchentwicklung im Dachbereich des Hochhauses. Ein Trupp unter Atemschutz bereitete ein C-Rohr zur Brandbekämpfung vor, das über eine Steigleitung, die im Haus verbaut ist, vorgenommen wurde. Eine Frau im obersten Stockwerk klagte über Atembeschwerden, sie hatte Brandrauch eingeatmet. Sie wurde nach einer ersten Versorgung durch Notfallsanitäter mit einem einem Rettungswagen der Feuerwehr Hamburg in ein Krankenhaus zur weiteren Versorgung befördert.

Verwinkeltes Dachgeschoß

Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit und der absoluten Nullsicht durch den Brandrauch, forderte der Zugführer weitere Einsatzkräfte nach und erhöhte die Alarmstufe auf “Feuer 2”. Das Dachgeschoss, in dem sich mehrere Verschläge wie in einem Keller befanden, war komplett verraucht und völlig verwinkelt angelegt. Alle Verschläge waren als gemauerte Räume mit feuerhemmenden Stahltüren ausgeführt. Mehrere an der Einsatzstelle vorhandene Generalschlüssel passten nur in wenige Türschlösser im Dachgeschoss. Die mühelos mit Schlüsseln zu öffnenden Räume waren alle nicht betroffen.

53 m Teleskopmast eingesetzt

Durch das große Teleskopmastfahrzeug 53 der Technik- und Umweltschutzwache wurden das Dach und das Fenster aus dem Brandrauch drang, mit einer Wärmebildkamera überwacht. Dadurch wurde deutlich, dass auch im Dachbereich ein Temperaturanstieg zu verzeichnen war. Aufgrund der Tatsache, dass die Öffnungen der Verschläge und auch eine mögliche Dachhautöffnung vorgenommen werden musste, alarmierte der Einsatzleiter den “Technischen Zug FF Eppendorf” der Freiwilligen Feuerwehr nach. Die Einsatzkräfte sind für spezielle technische Hilfe und auch besondere Dachhautöffnungen ausgerüstet. Die Versorgungskomponente der FF Ottensen sicherte die Versorgnung mit Kaltgetränken für den langwierigen Einsatz aller Kräfte.

Materialdepot im 13. Stock

Im 13. Obergeschoss wurde ein Materialdepot und Bereitstellungsraum für Einsatzkräfte eingerichtet. Alle Wohnungen im 14. Oberschoss wurden geräumt, um im 15. Obergeschoss die Brandbekämpfung ohne Gefahr für Bewohnerinnen und Bewohner durchführen zu können. Die Brandstelle konnte im Dachgeschoss, das einem Labyrinth in nichts nachsteht, nur schwer lokalisiert werden. Der Brandrauch war undurchdringlich dicht und ölig. Immer wenn die Einsatzkräfte die Sichtscheibe ihrer Atemschutzmaske freiwischen wollten, zogen sie sich einen Ölfilm über das Glas. Gleiches geschah mit den Objektiven und Displays der Wärmebildkameras. Dies machte den Einsatz zeit- und personalintensiv. Als der Brandraum gefunden worden, wurde dieser gewaltsam geöffnet. Der Raum stand lichterloh in Flammen, es brannten Mobiliar und andere Haushaltsgegenstände. Das Feuer konnte mit einem C-Rohr gelöscht werden.

Öffnen der Dachhaut

Da auch im Dach eine deutliche Zunahme der Temperatur mit der Wärmebildkamera sichtbar war, wurde die Dachhaut mit Trennschleifern teilgeöffnet, um für einen Wärmeabzug zu sorgen und um eine mögliche Brandausbreitung zu verhindern. Ein C-Rohr wurde hierfür zum Schutz unter Atemschutz eingesetzt.

Nach fünfeinhalb Stunden konnte der Einsatzleiter “Feuer aus” melden. Die Aufräum- und Nachlöscharbeiten dauerten noch längere Zeit an. Die Brandursache wird jetzt durch die Polizei ermittelt.

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