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Bayern: Versicherungskammer sponsert Ausrüstung für LKR Traunstein → Risikoverhalten der Kinder verbessern

LANDKREIS TRAUNSTEIN (BAYERN): Mit der Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes hat sich nicht nur die Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst geändert. Vielmehr wurde das Themenfeld Brandschutzerziehung erstmals ausdrücklich als Aufgabe der Feuerwehren in den Gesetzestext aufgenommen. Die Versicherungskammer Bayern hat nun allen Landkreisen einen Koffer mit umfangreichen Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt, der künftig im Fachbereich „Brandschutzerziehung“ des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein zum Einsatz kommt.

Seit mittlerweile 25 Jahren führen die Feuerwehren in Bayern Brandschutzerziehung durch. Mit dem „neuen Gesetz“ wurde diese wichtige Ausbildung für Kinder nun auf eine neue Stufe gehoben und ist ab sofort eine Pflichtaufgabe der Feuerwehr. Die heimischen Brandschutzerzieher rund um ihren Fachbereichsleiter Stefan Randlinger aus Waldhausen verfolgen dabei mehrere Ziele. Sie möchten Erzieherinnen und Erzieher, Eltern, Lehrkräfte sowie die Feuerwehren im Landkreis Traunstein gleichermaßen einbinden und einen Schulterschluss zu den Bildungseinrichtungen und Ämtern anstreben.

„Wir wollen sowohl das Bewusstsein für unterschiedliche Brandgefahren schärfen als auch das Risikoverhalten unserer Kinder verbessern“, erklärt Stefan Randlinger. Darüber hinaus haben sich die Brandschutzerzieher ein gezieltes Verhaltenstraining bei Unfällen oder Bränden auf die Fahnen geschrieben, beispielsweise das Üben eines Notrufgesprächs. „Gleichzeitig möchten wir das Vertrauen in die Feuerwehr stärken und mögliche Ängste der Kinder abbauen“, so Stefan Randlinger weiter.

Ergänzend betont Kreisbrandrat Christof Grundner: „Die Feuerwehren sind flächendeckend in allen Gemeinden beheimatet und bilden auf ehrenamtlicher Basis ein zentrales Fundament des abwehrenden Brandschutzes, der Technischen Hilfeleistung und des Katastrophenschutzes.“ Weiter führt er aus: „Mit der Brandschutzerziehung verfolgen wir daher auch das Ziel, Kinder für den Feuerwehrnachwuchs zu begeistern und frühzeitig die Retter von morgen zu gewinnen.“

Der Kreisfeuerwehrverband Traunstein setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und den Kinderbetreuungseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Neben dem neuen Brandschutzerziehungskoffer, der mit verschiedenen Versuchsmaterialien, Anschauungsobjekten, einem Übungs-Notruftelefon sowie einem Ausbilderleitfaden ausgestattet ist, können Feuerwehren und Schulen beim Kreisfeuerwehrverband Traunstein bereits jetzt zahlreiche weitere Materialien ausleihen. Dazu zählen unter anderem Unterlagen, Übungsrauchmelder sowie ein sogenanntes Übungsrauchhaus, die kostenlos zu Schulungszwecken zur Verfügung stehen.

Zur Vorbereitung für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein wurde bereits ein eigenes Seminar abgehalten, in dem die Teilnehmer alle wesentlichen Informationen und Neuerungen an die Hand bekommen haben. Inhaltlich wurden dabei das Bayerische Brandschutzerziehungskonzept, die unterschiedlichen Aufgaben und Rollen der Beteiligten sowie die Ausbildung der Brandschutzerzieher in den Feuerwehren behandelt.

Bei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter liegt der Fokus auf einem spielerischen Lernen über die Gefahren des Feuers, dem Erkennen von Notfällen sowie dem richtigen Absetzen eines Notrufs über die Notrufnummer 112. Die Vermittlung der Inhalte kann sowohl in den Bildungseinrichtungen als auch bei Besuchen direkt bei der Feuerwehr erfolgen. In das Ausbildungskonzept werden zudem die pädagogischen Fachkräfte und die Eltern einbezogen. In diesem Bereich stehen insbesondere die Risikobewertung sowie die Brandschutzaufklärung im eigenen Umfeld im Mittelpunkt.

Für die Unterstützung durch die Versicherungskammer Bayern zeigen sich die Verantwortlichen der Brandschutzerziehung sehr dankbar. „Damit haben wir eine Grundausstattung für eine solide und nachhaltige Ausbildung an die Hand bekommen“, freut sich Stefan Randlinger. Die Versicherungskammer Bayern hat die Kosten für jeweils einen Koffer für alle Landkreise und kreisfreien Städte übernommen. Inhaltlich wurde der Koffer von Fachbereichsmitgliedern des Landesfeuerwehrverbandes Bayern konzipiert und bestückt.

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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