Brand

Bayern: Bange Minuten bei ausgedehntem Wohnhausbrand in Traunreut

TRAUNREUT (BAYERN): Am Freitagabend, 6. März 2026, wurde die Feuerwehr Traunreut zusammen mit mehreren umliegenden Wehren gegen 21:25 Uhr mit dem Einsatzstichwort „B4 – ausgedehnter Gebäudebrand“ in die Johann-Hinrich-Wichern-Straße alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte schlugen in einem Bereich eines Doppelhauses meterhohe Flammen aus dem Gebäude.

Von Hubert Hobmaier, KFV Traunstein

Zunächst galt eine Bewohnerin als vermisst, was einen umfangreichen Einsatz von Atemschutzgeräteträgern zur Menschenrettung auslöste. Der Sachschaden liegt nach einer ersten Einschätzung im niedrigen sechsstelligen Bereich. Das Wohnhaus ist derzeit nicht bewohnbar. Die Ursache des Brandes wird nun von Beamten der Kriminalpolizei ermittelt. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Eine kleine Anekdote am Rande zeigte zudem, dass hinter den Einsatzkräften immer auch Menschen stehen.

„Bei unserem Eintreffen schlugen meterhohe Flammen aus dem Gebäude und es war zunächst nicht klar, ob sich alle Bewohner in Sicherheit bringen konnten“, informierte Kommandant und Einsatzleiter Konrad Unterstein nach dem Einsatz. „Daher haben wir uns zunächst darauf konzentriert, mit einer Vielzahl an Atemschutzgeräteträgern nach der vermissten Person zu suchen.“ Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich insgesamt vier Menschen im Gebäude. Diese konnten sich jedoch alle selbstständig in Sicherheit bringen und wurden vor Ort wegen möglicher Rauchgasinhalation untersucht.

Couragierte Ersthelfer retten 77-Jährige

Hinsichtlich einer 77-jährigen Frau konnten die Einsatzkräfte nach kurzer Zeit aufatmen: Zwei zufällig vorbeikommende Ersthelfer hatten die Seniorin aus dem brennenden Wohnhaus gerettet und in ein Nachbargebäude in Sicherheit gebracht. „Ab diesem Zeitpunkt war für uns klar, dass alle vier Hausbewohner mit dem Schrecken davongekommen sind und wir uns vollständig auf die Löscharbeiten konzentrieren konnten“, so Konrad Unterstein. „Glücklicherweise waren die Nachbargebäude primär durch das Feuer oder Rauch nicht bedroht“, betont der Traunreuter Kommandant im Gespräch mit Hubert Hobmaier von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein.

Neben der Menschenrettung wurde ein umfangreicher Löschangriff von außen sowie im Inneren des Gebäudes eingeleitet. Mehrere Löschfahrzeuge wurden rund um das Doppelhaus positioniert und Drehleitern in Stellung gebracht. Für eine ausreichende Wasserversorgung griffen die Einsatzkräfte zunächst auf die Tanks der Löschfahrzeuge zurück und zapften zusätzlich mehrere nahegelegene Hydranten an. Durch den massiven und zielgerichteten Löschangriff konnten die Flammen zügig zurückgedrängt werden.

Dennoch hatte sich das Feuer bereits entlang der Fassade einer Gebäudehälfte bis in die Dachhaut des gesamten Wohnhauses ausgebreitet. Dadurch mussten unter anderem Teile des Daches geöffnet werden, um sämtliche Glutnester ablöschen zu können.

Insgesamt waren rund 40 Atemschutzgeräteträger im Einsatz. Um den Bedarf zu decken, wurden während des Einsatzes die Feuerwehren aus Matzing, Pierling und Altenmarkt nachalarmiert. Zur Koordinierung richteten die Einsatzkräfte eine sogenannte Atemschutzsammelstelle rund um den Gerätewagen Atem-/Strahlenschutz der Feuerwehr Trostberg ein.

Feuer nach zwei Stunden unter Kontrolle

Nach rund zwei Stunden konnte die Feuerwehr der Leitstelle Traunstein „Feuer unter Kontrolle“ melden. Anschließend waren umfangreiche Nachlöscharbeiten erforderlich, die bis etwa 2 Uhr andauerten. Dabei wurde das Wohnhaus mit einem Überdrucklüfter rauchfrei gemacht und mithilfe von Wärmebildkameras nach weiteren Glutnestern abgesucht. Außerdem wurde das THW Traunreut alarmiert, um die Einsatzstelle mit leistungsstarken Scheinwerfern auszuleuchten.

Im Verlauf der langwierigen Arbeiten konnten bereits erste Einheiten aus dem Einsatz entlassen werden. Eine Fahrzeugbesatzung der Feuerwehr Traunreut blieb jedoch bis etwa 5 Uhr am Samstagmorgen als Brandwache vor Ort. Dabei mussten die Einsatzkräfte nochmals tätig werden und kleinere Nachlöscharbeiten im Bereich des Kamins durchführen. Insgesamt hat der Löscheinsatz damit rund siebeneinhalb Stunden gedauert, ehe die letzten Einsatzkräfte den Brandort verlassen konnten.

Neben der Feuerwehr Traunreut waren auch Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Palling, Pierling, Matzing, Stein, Traunwalchen, Altenmarkt und Trostberg sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung des Landkreises Traunstein vor Ort. Zur Unterstützung der Einsatzleitung waren außerdem ein Fachberater des Technischen Hilfswerks, Kreisbrandmeister Florian Jurisch, Kreisbrandinspektor Martin Schupfner sowie Kreisbrandrat Christof Grundner im Einsatz. Ebenso anwesend waren der Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz, Stefan Thurner, und Wolfgang Gasser von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein.

Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagenbesatzungen und einem Notarzt vor Ort. Darüber hinaus wurde eine Schnelle Einsatzgruppe nachalarmiert, deren Aufgabe vor allem darin bestand, die Hausbewohner medizinisch zu sichten. Bei den Löscharbeiten zog sich ein Feuerwehrmann leichte Verbrennungen am Hals zu und musste anschließend ambulant behandelt werden. Für die Löscharbeiten wurde außerdem die Stromversorgung des Gebäudes abgeschaltet. Hierzu wurde ein Techniker des Netzbetreibers zur Einsatzstelle beordert.

Feuerwehrkommandant hat Geburtstag

Das Wohnhaus ist derzeit nicht bewohnbar. Eine erste Schadensschätzung liegt im niedrigen sechsstelligen Bereich. Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Kriminalpolizei Traunstein übernommen. Diese ist bislang noch unklar. Die Hausbewohner konnten für die Nacht eine Unterkunft im eigenen Umfeld finden. Da sich der Einsatz über Mitternacht hinauszog und der Traunreuter Kommandant an diesem Samstag seinen 43. Geburtstag feiert, ließen es sich einige Einsatzkräfte am Rande des Einsatzes nicht nehmen, dem Aktivenchef ein kleines Geburtstagsständchen zu singen. Diese kleine Geschichte zeigt einmal mehr, dass in den Einsatzuniformen der Blaulichtorganisationen immer auch Menschen stecken.

Meldung der Polizei

TRAUNREUT, LKR. TRAUNSTEIN. Einen Sachschaden in sechsstelliger Höhe richtete ein Feuer an, das am Abend des Freitag, 6. März 2026, in einer Doppelhaushälfte in Traunreut ausgebrochen war. Verletzt wurde niemand. Die Kriminalpolizei Übernahm die Untersuchungen zur Brandursache. 

Am Freitag (06.03.2026) wurden zahlreiche umliegende Feuerwehren gegen 21.20 Uhr zu einem Brand einer Doppelhaushälfte in der Johann-Hinrich-Wichern-Straße in Traunreut gerufen. Vor Ort stellte sich heraus, dass sich das Feuer bereits von einer Hälfte des Doppelhauses auf den Dachstuhl der anderen Doppelhaushälfte ausgebreitet hatte. Nach etwa zwei Stunden konnte der Brand durch die Feuerwehren größtenteils unter Kontrolle gebracht werden. Glücklicherweise wurde keiner der vier Bewohner verletzt. Drei der vier Bewohner verließen das Gebäude eigenständig. Eine 77-jährige Bewohnerin konnte durch zwei couragierte, zufällig hinzugekommene Ersthelfer aus der Wohnung gerettet werden, während der Brand in der anliegenden Doppelhaushälfte noch in vollem Gange war.

Die Löscharbeiten dauerten noch bis weit in die Nacht an.Der durch den Brand entstandene Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Die weiteren Ermittlungen zur Klärung der bislang unklaren Brandursache werden durch die Kriminalpolizei Traunstein geführt. Zur Löschung, Verkehrslenkung und Betreuung der Bewohner befanden sich mehrere Hilfsorganisationen an der Brandstelle, darunter die Freiwilligen Feuerwehren aus Traunreut, Stein an der Traun, Pierling, Traunwalchen, Matzing, Palling, Trostberg und die Kreisbrandinspektion  sowie mehrere Rettungswägen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und mehrere Krankentransportwägen. Ein THW-Fachberater wurde ebenfalls hinzugezogen. 

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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