Jugend

Bayern: Feuerwehrnachwuchs in Tacherting war 24 Stunden im Einsatz

TACHERTING (BAYERN): Einen ganzen Tag lang Feuerwehr erleben – diese besondere Erfahrung konnten kürzlich 17 Jugendliche beim diesjährigen 24-Stunden-Übungstag der Jugendfeuerwehr Tacherting (Landkreis Traunstein) machen. Organisiert und betreut wurde die Aktion von den Jugendwarten Anna Bosch, Elisabeth Namberger und Stefan Baumgärtner, die ein abwechslungsreiches und realistisches Übungsprogramm vorbereitet hatten. Während des Tages kamen aber auch die geselligen Momente nicht zu kurz.

Von Hubert Hobmaier

Da die Teilnehmerzahl in diesem Jahr besonders hoch war, wurden die einzelnen Übungseinsätze jeweils zweimal hintereinander durchgeführt. So konnten die Jugendlichen abwechselnd Einsätze fahren oder am Feuerwehrhaus verschiedene Ausbildungsstationen absolvieren. Dabei hatten die jungen Feuerwehrleute unter anderem die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des gemeindlichen Schwimmbades zu werfen.

Der Übungstag begann am Freitagnachmittag mit dem Einrichten der Schlafplätze im Feuerwehrhaus. Zum Kennenlernen und Auflockern stand zunächst ein Gemeinschaftsspiel auf dem Programm. Bereits kurz darauf folgte die erste Einsatzübung: Bei einem Verkehrsunfall war eine Person unter einem Fahrzeug eingeklemmt, zudem galt ein Fahrer als vermisst. Während ein Teil der Jugendlichen diesen Einsatz abarbeitete, übten die anderen wichtige Feuerwehrknoten.

Nach dem Abendessen ging es mit einer Übung zur Absturzsicherung weiter. Am sogenannten „Säuresee“ musste ein Gegenstand aus einem abgesperrten Bereich geborgen werden, ohne den Boden zu berühren. Parallel dazu stand Erste Hilfe auf dem Ausbildungsplan, unter anderem Reanimation sowie die Helmabnahme bei einem Motorradunfall. Zwischendurch blieb auch Zeit für Freizeit und Fußballspielen.

Am Abend wurden die Jugendlichen erneut gefordert: Zunächst musste eine Ölspur auf einer Straße beseitigt werden, bevor ein weiterer Einsatz anstand. Ein besonderes Highlight war dabei die Übung „Vermisste Person im Wasser“, die im Tachertinger Schwimmbad stattfinden konnte. Dort durften die Jugendlichen Schwimmwesten und spezielle Anzüge für Einsätze im Wasser testen. Möglich gemacht wurde diese Übung unter anderem durch die Unterstützung von Führungskraft Martin Wöcherl sowie durch die kooperative Unterstützung von Bürgermeister Werner Disterer.

Auch die Nacht blieb nicht ruhig: Am frühen Samstagmorgen mussten die Jugendlichen eine verrauchte Wohnung durchsuchen und sich trotz Hindernissen in einem vernebelten Raum orientieren. Um den Löschmeistern von Morgen ein Gefühl zu vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn man die Hand vor Augen nicht sieht, kam dazu Disconebel zum Einsatz.

Parallel dazu wurde der Umgang mit verschiedenen Werkzeugen geübt. Anschließend stand eine Wohnungsöffnung auf dem Programm. Dabei musste ein Trupp eine vermisste Person in einem Gebäude suchen und per Funk den Gruppenführer informieren, während ein zweiter Trupp den Funkverkehr verfolgte und anschließend den Weg zur Person erklären musste.

Teamarbeit war anschließend bei einem Geschicklichkeitsspiel gefragt: Gemeinsam mussten die Jugendlichen mit Seilen und einem Haken Holzklötze anheben und daraus einen Turm bauen – eine Übung, die nur durch gute Zusammenarbeit funktionierte. Nach dem Frühstück und etwas Morgensport wurde gemeinsam aufgeräumt.

Ein letzter „Fehlalarm“ sorgte nochmals für Aufregung, bevor der 24-Stunden-Übungstag nach dem Mittagessen am Samstagnachmittag endete. „Für die Jugendlichen war es ein spannendes, lehrreiches und abwechslungsreiches Wochenende, bei dem sie einen realistischen Einblick in den Feuerwehralltag gewinnen konnten“, freuten sich am Ende die Jugendwarte unisono. Auch durch die Mithilfe mehrerer Aktiven der Tachertinger Feuerwehr konnte dieses Highlight für den Nachwuchs erneut in dieser Form stattfinden.

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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