Brand

Bayern: Balkonbrand, Brand einer Person und Verkehrsunfall → drei Einsätze in 13 Stunden

TRAUNREUT (BAYERN): Ein einsatzreicher Sonntag, 26. April 2026, sowie die frühen Morgenstunden des Montag, 27. April 2027, haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr Traunreut stark gefordert. Insgesamt drei größere Einsätze hielten die ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer in kurzer Zeit auf Trab. Neben einem Feuer auf einem Balkon geriet eine Rollstuhlfahrerin in Brand und wurde schwer verletzt. Darüber hinaus mussten die Floriansjünger bei einem nächtlichen Verkehrsunfall Technische Hilfe leisten. Bei einem der Einsätze wurde ein Feuerwehrmann von einer Passantin beschimpft und beleidigt – der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht.

„Hinter unseren Einsatzkräften liegen herausfordernde Stunden“ betont Konrad Unterstein, Kommandant der Feuerwehr Traunreut, gegenüber Hubert Hobmaier von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein. „Gerade die in Brand geratene und schwerverletzte ältere Frau forderte von uns neben der Brandbekämpfung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes im Bereich der Betreuung und Ersten Hilfe“, so seine ersten Gedanken nach diesen drei größeren Einsätzen innerhalb von 13 Stunden.

Balkonbrand mit glimpflichem Ausgang

Den Auftakt bildete am Sonntag um 11:39 Uhr ein Balkonbrand in einem Mehrparteienhaus in der Carl-Köttgen-Straße. Über die Integrierte Leitstelle Traunstein wurde die Feuerwehr mit dem Alarmstichwort „B3 – Brand an einem Gebäude“ alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine deutliche Rauchentwicklung sichtbar. Vor Ort stellte sich heraus, dass Gegenstände auf einem Balkon im ersten Obergeschoss in Brand geraten waren. Da die Fenster der betroffenen sowie angrenzenden Wohnungen geschlossen waren, blieb das Feuer auf den Balkon begrenzt. Personen befanden sich nicht in Gefahr.

Die ersteintreffenden Kräfte leiteten umgehend einen Löschangriff ein und verschafften sich über eine Steckleiter Zugang zum Brandherd. Im weiteren Verlauf wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, über die die restlichen Maßnahmen koordiniert wurden. Zwei Atemschutztrupps bekämpften das Feuer mit einem C-Rohr und kontrollierten den Bereich mit einer Wärmebildkamera. Das Brandgut wurde anschließend entfernt und auf einer Freifläche vollständig abgelöscht.

Nach rund eineinhalb Stunden konnte der Einsatz beendet werden. Insgesamt waren sechs Fahrzeuge und 33 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz, unterstützt durch den Rettungsdienst, die Polizei sowie den zuständigen Kreisbrandmeister. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden ist nach einer ersten Einschätzung der Feuerwehr vergleichsweise gering ausgefallen.

Rollstuhlfahrerin gerät in Brand

Nur wenige Stunden später, um 16:07 Uhr, folgte die nächste Alarmierung. Unter dem Stichwort „B2 Person – Brand einer Person in einem Rollstuhl“ wurde die Feuerwehr zu einem Seniorenheim in der Adalbert-Stifter-Straße gerufen. Noch vor dem Ausrücken bestätigte die Leitstelle eine schwerverletzte Person und kündigte den Einsatz des Rettungshubschraubers „Christoph 14“ an.

Vor Ort fanden die Einsatzkräfte eine Seniorin mit schwersten Brandverletzungen vor. Das Pflegepersonal hatte das Feuer bereits weitgehend gelöscht, sodass sich die Feuerwehr auf Nachlöscharbeiten sowie die medizinische Erstversorgung konzentrierte. Feuerwehrsanitäter übernahmen die Versorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Parallel wurde die Besatzung des Rettungshubschraubers vom Landeplatz am Sportpark abgeholt und schnellstmöglich zur Einsatzstelle gebracht. Die Patientin wurde anschließend per Hubschrauber in eine Klinik transportiert. Derzeit wird vermutet, dass dieser Brand beim Rauchen einer Zigarette ausgebrochen war.

Während dieses Einsatzes kam es zudem zu einem Zwischenfall, bei dem ein Feuerwehrmann von vorbeifahrenden Passanten beschimpft und beleidigt wurde. Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht. Insgesamt waren bei diesem Einsatz vier Feuerwehrfahrzeuge mit 23 Einsatzkräften, zwei Rettungswagen, die Polizei sowie der Rettungshubschrauber im Einsatz. Aufgrund der belastenden Situation wurde im Anschluss eine umfangreiche Einsatznachbesprechung im Feuerwehrhaus durchgeführt.

Nächtlicher Fahrzeugüberschlag auf der TS 42

Nach einer kurzen Verschnaufpause wurden die Einsatzkräfte in der Nacht auf Montag erneut alarmiert. Um 00:24 Uhr lautete das Stichwort „THL 1 – Verkehrsunfall“. Auf der Kreisstraße TS 42 war ein Pkw nach dem Kreisverkehr in Höhe eines Schnellrestaurants von der Fahrbahn abgekommen, eine Böschung hinaufgefahren und hatte sich überschlagen. Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt.

Die Feuerwehr rückte mit dem Rüstzug aus. Da keine Person eingeklemmt war, beschränkten sich die Maßnahmen auf die Absicherung der Unfallstelle, die Ausleuchtung sowie die Reinigung der stark verschmutzten Fahrbahn. Der Verletzte wurde durch den Rettungsdienst und einen Notarzt versorgt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Nachdem das Fahrzeug abgeschleppt worden war, konnte der Einsatz gegen 02:00 Uhr beendet werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist am Fahrzeug ein Totalschaden entstanden.

Die Feuerwehr Traunreut blickt damit auf intensive Stunden mit mehreren anspruchsvollen Einsätzen zurück. In allen Fällen zeigte sich erneut die hohe Einsatzbereitschaft und Professionalität der ehrenamtlichen Kräfte. „Ich möchte an dieser Stelle unserer Mannschaft ausdrücklich für deren Engagement und deren Einsatzbereitschaft danken. Dies ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit“, so Konrad Unterstein abschließend.

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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