Medien / Fotografen

Frankreich: Zwei Feuerwehrleute sterben bei Brandeinsatz nahe Flughafen Bordeaux

FRANKREICH: Ein äußerst dynamischer Brand in der Nähe des Flughafens Bordeaux-Mérignac hat am Dienstag, dem 21. Juli 2026, zwei Feuerwehrleuten das Leben gekostet. Die Einsatzkräfte wurden während der ersten Löschmaßnahmen von den sich rasant ausbreitenden Flammen eingeschlossen.

Feuer außerhalb des Flughafengeländes ausgebrochen

Das Feuer entstand am frühen Nachmittag in einem Gras- und Waldgebiet außerhalb des Flughafengeländes. Der Brandort befand sich in unmittelbarer Nähe des Langzeitparkplatzes P4 sowie mehrerer Gewerbe- und Industriebetriebe. Auch Wohngebiete liegen nicht weit vom Einsatzbereich entfernt.

Die Alarmierung erfolgte nach französischen Medienberichten gegen 14.10 Uhr. Rund zehn Minuten später trafen die ersten Einheiten ein. Zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich der Brand in dem teilweise sehr dichten Kiefernbestand bereits mit hoher Geschwindigkeit. Ein weithin sichtbarer schwarzer Rauchpilz stieg über dem westlich von Bordeaux gelegenen Vorort Mérignac auf.

Wechselnde Winde und zahlreiche Flugfeuer

Nach Angaben von Marc Vermeulen, dem Direktor des Feuerwehr- und Rettungsdienstes der Gironde – SDIS 33 –, erschwerten zahlreiche Flugfeuer und wechselnde Windrichtungen die Brandbekämpfung erheblich. Brennendes Pflanzenmaterial wurde durch die Luft getragen und entzündete weitere Bereiche.

Bereits während der ersten Angriffsphase waren die Einsatzkräfte dadurch mit einer außergewöhnlich heftigen und schwer vorhersehbaren Brandausbreitung konfrontiert. Die Flammen liefen mit hoher Geschwindigkeit durch die trockene Vegetation und den dichten Baumbestand.

Einsatzfahrzeug von Flammen eingeschlossen

Die beiden Feuerwehrleute befanden sich in einem Tanklöschfahrzeug, als sie von der Feuerfront eingeschlossen wurden. Nach Angaben des Leiters des SDIS 33 wurde das Fahrzeug durch die schnelle Ausbreitung der Flammen regelrecht eingeschlossen. Für die beiden Einsatzkräfte kam jede Hilfe zu spät.

Die Verstorbenen gehörten nach übereinstimmenden französischen Berichten zu einer Einheit aus Saint-Médard-en-Jalles, einer nordwestlich von Bordeaux gelegenen Gemeinde. Wie es genau dazu kommen konnte, dass das Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen wurde, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.

120 Feuerwehrleute und drei Löschflugzeuge im Einsatz

Zur Bekämpfung des Brandes wurden nach dem späteren Lagebericht rund 120 Feuerwehrleute mit etwa 60 Fahrzeugen eingesetzt. Unterstützt wurden die Kräfte am Boden von drei Löschflugzeugen. Auch die am Flughafen stationierten Einsatzkräfte beteiligten sich an den Löschmaßnahmen.

Mehrere Zufahrtsstraßen zum Flughafen mussten vorübergehend gesperrt werden, damit die zahlreichen Einsatzfahrzeuge den Brandort erreichen konnten. Am frühen Abend war das Feuer unter Kontrolle beziehungsweise weitgehend eingedämmt. Die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch weiter an.

Flugverkehr zeitweise beeinträchtigt

Obwohl sich der Brand außerhalb des Flughafengeländes befand, wirkte sich der Einsatz auf den Flugbetrieb aus. Zufahrten waren blockiert und auch der Einsatz der Löschflugzeuge erforderte eine Koordinierung mit dem regulären Luftverkehr.

Nach Angaben der Präfektur verspäteten sich fünf Flüge, ein weiterer wurde gestrichen. Gegen 18 Uhr konnte der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden. Der Flughafen hatte Passagiere zwischenzeitlich aufgefordert, den Status ihrer Verbindung vor der Anreise zu überprüfen.

Höchste Waldbrandwarnstufe in der Gironde

Das Département Gironde war bereits um Mitternacht auf die höchste Warnstufe für Wald- und Vegetationsbrände gesetzt worden. Trockenheit, hohe Temperaturen und ungünstige Windverhältnisse hatten zu einer besonders angespannten Gefahrenlage geführt.

Die Brandursache stand am Dienstagabend noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft von Bordeaux leitete Ermittlungen ein. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob das Feuer fahrlässig verursacht oder vorsätzlich gelegt wurde. Ebenso müssen die genauen Abläufe untersucht werden, die zum Tod der beiden Feuerwehrleute führten.

Anteilnahme in ganz Frankreich

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez gab den Tod der beiden Feuerwehrleute während einer Sitzung der Nationalversammlung bekannt. Er sprach den Familien, Angehörigen und Mitgliedern des SDIS 33 sein Mitgefühl aus und würdigte den Mut der weiterhin im Einsatz stehenden Kräfte.

Auch Staatspräsident Emmanuel Macron übermittelte den Angehörigen sowie den französischen Feuerwehren die Anteilnahme und Unterstützung der Nation.

Mehr auf brennpunkt.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert