D: Waldbrand am Möhnesee fordert Feuerwehren seit drei Tagen – bis zu 480 Kräfte im Einsatz
MÖHNESEE (DEUTSCHLAND): Seit Donnerstagnachmittag, 13. August 2026, beschäftigt ein ausgedehnter Waldbrand am Möhnesee in Nordrhein-Westfalen ein Großaufgebot an Einsatzkräften. Zeitweise standen rund 480 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk und Polizei im Einsatz. Rund 60.000 Quadratmeter Waldfläche sind betroffen. Auch am Samstagabend, 15. August 2026, dauern die Arbeiten noch an, die Lage gilt jedoch weiterhin als stabil.
Eine Information der Feuerwehren im Kreis Soest

Der Waldbrand war am Donnerstag gegen 15 Uhr im Bereich Grüne Hoffnung – Wilhelmsruh am Möhnesee ausgebrochen. Binnen weniger Stunden entwickelte sich ein umfangreicher Einsatz. Gegen 18.30 Uhr waren bereits rund 300 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreisgebiet mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Feuer auf etwa 44.000 Quadratmeter ausgebreitet, die Lage wurde von der Einsatzleitung noch als dynamisch beschrieben.

Zusätzliches Personal sowie Spezialgerät des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen wurden angefordert. Wegen der starken Rauchentwicklung waren Geruchsbelästigungen bis in den Arnsberger Wald, die Soester Börde und Teile des Hochsauerlandkreises möglich.
480 Kräfte am Donnerstagabend
Bis zum Donnerstagabend wuchs die betroffene Fläche auf rund 58.000 Quadratmeter an. Gegen 21 Uhr konnte das Feuer erstmals als unter Kontrolle bezeichnet werden, wobei drehende Winde weiterhin die Gefahr einer neuerlichen Ausbreitung mit sich brachten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich rund 480 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, THW und Polizei im Einsatz.

Eine wesentliche Herausforderung bildete die Löschwasserversorgung. Unterstützung kam dafür unter anderem aus dem Kreis Paderborn. Mit einem Hytrans Fire System (HFS) wurde vom Südufer des Möhnesees eine leistungsfähige Wasserversorgung bis in das Brandgebiet aufgebaut. Parallel dazu errichteten die Einsatzkräfte Segmentregner, um größere Bereiche gezielt zu bewässern und ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Mit dem sogenannten „Firefighter“, einem Harvester des Landesbetriebs Wald und Holz, stand zudem schweres Forstgerät zur Unterstützung der Löschmannschaften zur Verfügung.

Da viele Kräfte bereits seit Stunden unter hoher körperlicher Belastung und bei sommerlicher Hitze arbeiteten, begann noch am Abend ein umfangreicher Austausch der Mannschaften. Unterstützung rückte dabei auch aus Hamm und dem Kreis Unna an.
Gefährlicher Waldbestand erschwert Arbeiten
Rund 100 Einsatzkräfte blieben während der Nacht auf Freitag, 14. August 2026, im Einsatz. Neben der Topografie bereitete vor allem der Zustand des Waldes Schwierigkeiten: Teilweise massiv geschädigte Bäume machten ein sicheres Betreten einzelner Bereiche unmöglich.

Die nächtlichen Arbeiten konzentrierten sich deshalb darauf, die Flanken des Brandes zu sichern und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Im Einsatz standen dabei unter anderem Kräfte aus Geseke sowie überörtliche Löschzüge aus dem Kreis Unna mit Einheiten aus Kamen, Bergkamen, Schwerte und Unna und aus Hamm mit Kräften aus Werries, Westtünnen und Hövel. Gegen 6.30 Uhr erfolgte die Ablöse durch Kräfte aus Möhnesee und Soest.
Mit Tageslicht konnte die intensive Brandbekämpfung im Wald fortgesetzt werden. Mit Handwerkzeugen und forstwirtschaftlichem Gerät wurde der Waldboden teilweise geöffnet und umgegraben, um darin verborgene Glutnester erreichen und ablöschen zu können. Temperaturen von mehr als 30 Grad machten diese Arbeiten zusätzlich kräftezehrend. Hilfsorganisationen und THW übernahmen unter anderem die Versorgung der Einsatzkräfte sowie Aufgaben in der Materiallogistik und bei der Versorgung mit Kraft- und Betriebsstoffen. Die B 229 blieb wegen der über die Straße geführten Löschwasserversorgung vollständig gesperrt.

Wind lässt Brandfläche nochmals anwachsen
Am Freitagnachmittag befanden sich rund 130 Einsatzkräfte im Bereich Möhnesee. Die Brandfläche wurde inzwischen mit etwa 60.000 Quadratmetern angegeben. Auffrischender und drehender Wind hatte während der Nacht zu einer leichten weiteren Ausbreitung geführt, dennoch blieb das Feuer unter Kontrolle.
Neben dem Firefighter von Wald und Holz NRW kam nun auch das beim Kreis Soest stationierte Löschunterstützungsfahrzeug zum Einsatz. Damit konnten Löschmaßnahmen auch in Bereichen durchgeführt werden, die wegen instabiler oder beschädigter Bäume von den Feuerwehrleuten nicht gefahrlos betreten werden konnten.

Die Einsatzleitung rechnete zu diesem Zeitpunkt damit, dass die Arbeiten mindestens bis Samstagnachmittag dauern würden. Die Bevölkerung wurde erneut aufgefordert, den Wald und die gesperrten Wege zu meiden. Nach Angaben der Feuerwehr hatten sich trotz der Absperrungen immer wieder Personen und Fahrzeuge im Einsatzbereich aufgehalten und dadurch die Arbeiten erschwert.


Dritter Einsatztag
Auch die zweite Nacht hindurch wurden Glutnester im Waldboden und in Baumstämmen bekämpft. Am Samstagmorgen, 15. August, bezeichnete die Feuerwehr die Lage weiterhin als stabil. Rund 80 Einsatzkräfte befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch vor Ort, etwa 50 davon direkt bei der Brandbekämpfung im Wald. Die Feuerwehr Möhnesee wurde dabei weiterhin durch Kräfte aus Städten und Gemeinden des gesamten Kreises unterstützt.


Bis zum Samstagabend entspannte sich die Lage weiter. Noch rund 40 Einsatzkräfte waren gegen 21.30 Uhr vor Ort. Das groß dimensionierte Hytrans Fire System konnte zurückgebaut und aus dem Einsatz entlassen werden. Für die weitere Löschwasserversorgung verlegten die Einsatzkräfte neue Schlauchleitungen über lange Wegstrecken und speisten diese nun über herkömmliche Feuerlöschkreiselpumpen.
Auch die seit Beginn des Einsatzes beeinträchtigte Verkehrsverbindung konnte wieder freigegeben werden: Die Sperre der B 229 zwischen dem Abzweig Südufer und dem Ortsteil Breitenbruch wurde am Samstagabend vollständig aufgehoben.

Die überörtlichen Einheiten wurden schrittweise aus dem Einsatz herausgelöst. In der dritten Nacht übernahm zunehmend die Feuerwehr Möhnesee die noch erforderlichen Maßnahmen. Mit Unterstützung des Löschunterstützungsfahrzeuges sollen weiterhin vorhandene Glutnester abgelöscht werden. Zusätzlich bleibt eine Brandsicherheitswache bestehen.

Nach drei Tagen intensiver Löscharbeiten gilt die Lage damit als stabil, beendet ist der Waldbrandeinsatz am Möhnesee zum Stand Samstagabend jedoch noch nicht.


