Oberösterreich stationiert im Bundesland vier Tatra-Vegetationsbrand-Tanklöschfahrzeuge
Das Oö. Feuerwehrwesen wird mit vier geländegängigen Tatra-Sonderfahrzeuge für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung verstärkt. Die Fahrzeuge werden einer Aussendungvom 14. August 2026 zufolge in den kommenden Tagen übergeben und den F-KAT-Waldbrandzügen in den vier Vierteln Oberösterreichs zugeordnet. Sie sollen insbesondere dort zum Einsatz kommen, wo herkömmliche Tanklöschfahrzeuge aufgrund schwieriger Geländeverhältnisse an ihre Grenzen stoßen.

Die Anforderungen an die Feuerwehren bei Wald- und Vegetationsbränden nehmen zu. Gerade bei länger anhaltender Trockenheit können sich Brände auf Wiesen, Feldern oder in Waldgebieten rasch ausbreiten. Heuer waren bereits 226 Wald- und Vegetationsbrände alleine in Oberösterreich zu verzeichnen (im selben Zeitraum 2025 waren es 129). Oberösterreich setzt deshalb bei der überörtlichen Unterstützung auf speziell ausgerüstete F-KAT-Züge für die Waldbrandbekämpfung. Diese werden nun aufgestockt. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Einheiten sind künftig vier neue Sonderfahrzeuge auf Tatra-Basis. Jeweils eines davon wird einem Waldbrandzug in einem der vier Viertel Oberösterreichs zugeordnet.
Die Kosten je Fahrzeug belaufen sich auf rund 778.000 €. Diese werden aus dem Katastrophenfond finanziert. Die Ausrüstung der Fahrzeuge wurde mit Unterstützung des Waldfonds getätigt.

Landeshauptmann Thomas Stelzer:
„Die aktuelle Lage mit anhaltender Trockenheit und bereits über 200 Wald- und Flurbränden in nur zehn Wochen zeigt, wie lebenswichtig eine moderne und auf die neuen Herausforderungen abgestimmte Ausrüstung unserer Feuerwehren ist. Gerade bei Waldbränden in schwierigem Gelände zählt jede Minute. Mit den vier neuen Spezialfahrzeugen sorgen wir dafür, dass unsere Einsatzkräfte auch dort rasch und sicher helfen können, wo herkömmliche Fahrzeuge an ihre Grenzen stoßen. Vor allem aber danke ich unseren Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern, die gerade in diesen Wochen besonders gefordert sind und mit großem Einsatz für die Sicherheit der Menschen in Oberösterreich sorgen.“
Feuerwehrlandesrätin Michaela Langer-Weninger:
„Die aktuelle Trockenheit in Oberösterreich zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, auf zunehmende Wald- und Flurbrände vorbereitet zu sein. Lange niederschlagsarme Phasen und hohe Temperaturen erhöhen die Gefahr, dass sich Brände auf Wiesen, Feldern und in Waldgebieten rasch ausbreiten. Die Bekämpfung solcher Brände stellt unsere Feuerwehren vor besondere Herausforderungen und erfordert neben entsprechender Ausbildung vor allem Spezialausrüstung und geländegängige Fahrzeuge. Mit neuen Sonderfahrzeugen stärken wir als Land Oberösterreich gezielt die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehren bei der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung.“

Geländegängige Unterstützung für die örtlichen Feuerwehren
Eine besondere Stärke Oberösterreichs ist das dichte Netz an Feuerwehren. Dadurch stehen bei Wald- und Vegetationsbränden in der Regel rasch örtliche Einsatzkräfte zur Verfügung, die mit den Gegebenheiten vor Ort bestens vertraut sind. Die spezialisierten Waldbrandzüge sind als überörtliche Unterstützung konzipiert und können bei größeren oder besonders anspruchsvollen Einsätzen zusätzlich alarmiert werden.
Jeder der vier F-KAT-Züge „Waldbrand“ soll in den kommenden Jahren mit einem geländegängigen Tatra-Sonderfahrzeug, einem Pickup mit spezieller Waldbrandausrüstung sowie einem geländegängigen Kleinfahrzeug (ATV – All Terrain Vehicle) ausgestattet werden. Die Verlagerung der Tatras in den kommenden Tagen ist ein weiterer Meilenstein in der Waldbrandunterstützung in OÖ.
Die neuen Tatra-Fahrzeuge sind als modifizierte Tanklöschfahrzeuge speziell für schwieriges Gelände ausgelegt. Sie können Löschwasser, Pumpen und Ausrüstung auch in Bereiche transportieren, die für herkömmliche Tanklöschfahrzeuge nicht mehr oder nur schwer erreichbar sind.

Damit erweitern sie die Möglichkeiten der Einsatzkräfte insbesondere bei Bränden in Wäldern, auf schwer zugänglichen Flächen oder in unwegsamem bzw. gebirgigem Gelände.
Auch die Pflichtbeladung von Tanklöschfahrzeugen (TLF) und Kleinlöschfahrzeugen (KLF) wurde im Bereich Vegetationsbrand erweitert. Diese Fahrzeuge sind nun ebenfalls mit zusätzlicher Ausrüstung für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ausgestattet. Damit werden die spezialisierten Waldbrandzüge durch entsprechend ausgerüstete örtliche Feuerwehren wirkungsvoll ergänzt.
LBDSTV Michael Hutterer:
„Die Auslieferung der vier Fahrzeuge in Oberösterreich zeigt, dass die Planungen der vergangenen Jahre richtig und vorausschauend waren. Das Jahr 2026 ist bislang von großer Hitze über lange Zeiträume und geringen Niederschlagsmengen geprägt. Auch die Zahl der bisher aufgetretenen Wald- und Vegetationsbrände in Oberösterreich zeigt einen deutlichen Anstieg. Mit den neuen Fahrzeugen stärken wir gezielt die Möglichkeiten unserer Feuerwehren, auch unter schwierigen Geländebedingungen rasch und wirkungsvoll Hilfe leisten zu können.“

Vier Fahrzeuge für Oberösterreich
Die vier neuen Tatra-Sonderfahrzeuge werden in den kommenden Tagen an folgende Feuerwehren übergeben:
- FF Eggelsberg (Bezirk Braunau)
- FF Schlägl (Bezirk Rohrbach)
- FF Oberdambach (Bezirk Steyr-Land)
- FF Kemating (Bezirk Vöcklabruck)
Diese Sonderfahrzeuge sind jeweils einem F-KAT-Zug zugeordnet und stehen künftig für Einsätze in ganz Oberösterreich zur Verfügung. Im Einsatzfall wird jener verfügbare F-KAT-Zug alarmiert, der dem Einsatzort am nächsten ist. Bei größeren Schadenslagen können auch mehrere Züge gleichzeitig eingesetzt werden.

Einsatz auch bei zerstörter Infrastruktur
Die neuen Fahrzeuge sind allerdings nicht ausschließlich für Wald- und Vegetationsbrände vorgesehen. Ihre hohe Geländegängigkeit bietet auch bei anderen Katastropheneinsätzen Vorteile. Nach Murenabgängen, Unwettern oder anderen Ereignissen kann die Infrastruktur so stark beschädigt sein, dass Einsatzstellen mit Standard-Feuerwehrfahrzeugen nicht mehr erreichbar sind. Auch in solchen Situationen können die Tatra-Sonderfahrzeuge eingesetzt werden.



Schönes, geschichtliches Revival. Tatra waren ja beliebte Fahrzeuge im professionellen Grenzschutz bei der NVA und wurden massenweise durch das MfS importiert. Auch die Abkürzung hat DDR Bezug: VBB stand früher für „Verband der Berufsberatung der DDR“. Unverwüstliche Fahrzeuge, in der guten alten Zeit zumindest.