D: Frau springt bei Wohnungsfeuer aus 11. Stock in dem im 9. Stock angeleiterten Drehleiterkorb
BERLIN (DEUTSCHLAND): Ein Brand in einem 21-stöckigen Wohnhochhaus in Berlin-Friedrichshain hat am Freitag, dem 14. August 2026, einen Großeinsatz der Berliner Feuerwehr ausgelöst. Das Feuer breitete sich vom Balkon einer Wohnung im 11. Obergeschoss rasch aus. Für eine Bewohnerin blieb schließlich nur noch der Sprung aus dem Fenster in den rund zwei Stockwerke tiefer positionierten Korb einer Drehleiter. Insgesamt wurden 13 Menschen leicht verletzt.
Die Berliner Feuerwehr wurde gegen 06.27 Uhr zu dem Hochhaus in der Straße der Pariser Kommune unweit des Berliner Ostbahnhofs alarmiert. Nach Angaben der Feuerwehr war der Brand zunächst auf einem Balkon im 11. Obergeschoss ausgebrochen. Die Flammen griffen jedoch sehr schnell auf die zugehörige Wohnung und in weiterer Folge auch auf das darüberliegende Stockwerk über. Rauch breitete sich großflächig innerhalb des 21-stöckigen Gebäudes aus.
Dramatische Rettung über Drehleiter
Besonders dramatisch gestaltete sich die Situation für eine Frau im Bereich der Brandwohnung. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte saß sie bereits auf einem Fensterbrett, hinter ihr drang dichter schwarzer Rauch aus dem Gebäude. Eine direkte Rettung über die Drehleiter war aufgrund der Gebäudehöhe nicht möglich: Der Leiterpark reichte lediglich ungefähr bis zum neunten Stockwerk.
Die Frau musste deshalb aus Höhe des 11. Obergeschosses in den nur etwa ein bis zwei Quadratmeter großen Korb der Drehleiter springen. Dort wurde sie von Feuerwehrleuten aufgefangen. Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel bezeichnete die Situation gegenüber Medien als äußerst kritisch. Die Frau kam mit leichten Verletzungen davon. Der Maschinist hatte den Korb am Gebäude angelehnt, sodass das plötzliche Zusatzgewicht abgefedert werden konnte.
25 Personen durch Feuerwehr in Sicherheit gebracht
Nach Angaben der Feuerwehr waren rund 115 Menschen von dem Brand betroffen. 25 Personen mussten aktiv durch die Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht werden. Die Rettungen erfolgten unter anderem mit Brandfluchthauben über den Treppenraum sowie über Balkone und Drehleitern.
Insgesamt wurden 13 Personen leicht verletzt und vom Rettungsdienst versorgt. Fünf von ihnen kamen mit Rettungswagen in Krankenhäuser. Auch ein Rettungshubschrauber war vorsorglich an der Einsatzstelle stationiert, wurde letztlich jedoch für keinen Transport benötigt. Für Betroffene standen zudem Kräfte zur psychosozialen Betreuung bereit. Das Bezirksamt kümmerte sich um Bewohner, deren Wohnungen vorerst nicht mehr nutzbar waren.
Rund 150 Kräfte in der Spitze
Mehr als 130 Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr waren über längere Zeit am Hochhaus tätig, in der Spitze waren es laut Feuerwehr rund 150. Nach dem Löschen des eigentlichen Brandes folgten umfangreiche Nachlösch-, Kontroll- und Belüftungsmaßnahmen. Insbesondere die starke Rauchausbreitung innerhalb des Hochhauses machte umfangreiche Kontrollen erforderlich.
Für die Berliner Feuerwehr kam erschwerend hinzu, dass nahezu zeitgleich im Märkischen Viertel in Reinickendorf ein weiterer Hochhausbrand zu bewältigen war. Dort hatte ein Feuer im vierten Stock eines zehnstöckigen Wohngebäudes ebenfalls auf das darüberliegende Geschoss übergegriffen. Rund 70 Menschen mussten das Gebäude verlassen. Durch beide Großeinsätze waren zeitweise mehrere hundert Kräfte gebunden. Freiwillige Feuerwehren wurden deshalb unter anderem zur Besetzung verwaister Feuerwachen herangezogen.


