Oö: 4000er TLF auf MAN TGM 18.320 nach „Alkovener Standard“ ersetzt 28 Jahre alten Vorgänger
ALKOVEN (OÖ): Im Februar 2026 nahm die Freiw. Feuerwehr Alkoven ein neues Tanklöschfahrzeug in Betrieb. zu dem nun auch die technische Beschreibung vorliegt. Der auf einem MAN TGM 18.320 aufgebaute 4000er ersetzt das Vorgängerfahrzeug aus dem Jahr 1998. Bei der Konzeption setzte die Feuerwehr nicht nur auf den Schwerpunkt Brandbekämpfung, sondern auch auf möglichst viele Parallelen zum bereits vorhandenen Rüstlöschfahrzeug.

Das neue Tanklöschfahrzeug ist auf einem 18-Tonnen-Fahrgestell aufgebaut und führt 4.000 Liter Löschwasser mit. Die vergleichsweise große Wassermenge ist insbesondere jenen Bereichen des knapp 43 km² großen Gemeindegebietes geschuldet, in denen die Löschwasserversorgung nicht überall optimale Voraussetzungen bietet. Als Einbaupumpe kommt eine leistungsfähige Ausführung mit einer Förderleistung von bis zu 3.500 Litern pro Minute zum Einsatz.

Möglichst viele Parallelen zum RLF
Bereits während der Planung legte die Feuerwehr Wert darauf, möglichst viele Ausrüstungsgegenstände an ähnlichen Positionen wie beim Rüstlöschfahrzeug unterzubringen. Damit soll sich die Mannschaft auch fahrzeugübergreifend rasch zurechtfinden und der Ausbildungsaufwand bei der Gerätekunde entsprechend reduziert werden.

Während das Rüstlöschfahrzeug zusätzlich einen starken Schwerpunkt im Bereich der technischen Hilfeleistung aufweist, ist das neue TLF in erster Linie für den Branddienst konzipiert. Ganz auf technische Ausrüstung wollte man jedoch nicht verzichten. Wassersauger, Tauchpumpen, Werkzeug, Motorkettensägen, Ölbindemittel und weitere Gerätschaften ermöglichen es der Besatzung, auch zahlreiche kleinere technische Einsätze selbstständig abzuarbeiten. Diese Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten war auch ein Grund dafür, auf das längere MAN-Fahrgestell zurückzugreifen.

Eine zusätzliche Aufgabe kommt dem Fahrzeug bei überörtlichen Einsätzen der Alkovener Teleskopmastbühne zu. Das TLF rückt dabei automatisch mit aus und bringt neben Personal und Atemschutz auch eine eigene leistungsfähige Löschwasserförderung mit. Damit kann die Teleskopmastbühne über ihre Steigleitung mit Wasser versorgt und auch der leistungsfähige Wasserwerfer entsprechend gespeist werden.

Hochdruck bleibt in Alkoven erhalten
Eine „Besonderheit“ gegenüber dem neuen Tanklöschfahrzeug „Modell Oberösterreich“ ist der weiterhin vorhandene Hochdruckbereich. Obwohl Hochdruckangriffe bei neuen Fahrzeugkonzepten zunehmend verschwinden, entschied man sich in Alkoven bewusst dafür. Ausschlaggebend war dabei unter anderem die Straßenwaschanlage.

Gerade aufgrund der Erfahrungen als Hochwassergemeinde und zahlreicher Unwettereinsätze während der 28-jährigen Nutzungsdauer des Vorgängerfahrzeuges wollte man auf diese Möglichkeit nicht verzichten. Gleichzeitig ersparte man der Gemeinde ein höherpreisiges, eigenes Investment. Die Anlage ist beim neuen Fahrzeug im Gegensatz zum Vorgänger fix montiert. Zusätzlich befindet sich im Heck weiterhin ein Hochdruckschnellangriff. Letzter war dann vorgeschrieben worden.

Brandbekämpfung klar im Mittelpunkt
Die Beladung orientiert sich naturgemäß stark am Brandeinsatz. Insgesamt stehen auf beiden Fahrzeugseiten umfangreiche Schlauchreserven zur Verfügung. Hinzu kommen Schlauchtragekörbe, mobiler Rauchverschluss, Strahlrohre, Verteiler, Hydroschild, Standrohr und weitere wasserführende Armaturen. Anstelle eines fest am Fahrzeugdach montierten Wasserwerfers entschied sich die Feuerwehr diesmal für eine mobile Variante.


Auch beim Schaummittel wurde gegenüber dem Vorgänger angepasst. Ein fest eingebauter 100-Liter-Schaumtank wird durch zwei zusätzliche 20-Liter-Kanister ergänzt. Zur Ausstattung gehören zudem eine Schaum-Schnellangriffseinrichtung und ein tragbarer Zumischer. Feuerlöscher und ein Hydrofix-Kleinlöschgerät ergänzen die Möglichkeiten für den raschen Ersteinsatz.

Für den Innenangriff stehen drei Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum zur Verfügung. Gegenüber den Sitzplätzen befindet sich der sogenannte „Action-Tower“, in dem unter anderem Handlampen, Gasspürgerät, Sanitätsausrüstung, Reserve-Atemschutzmasken, Brandfluchthauben, Feuerwehrgurte, Funktionswesten und ein Set an Absicherungsleuchten untergebracht sind. Das Fahrzeug ist für eine Besatzung von 1:6 ausgelegt.

Vom Schadstoff- bis zum Unwettereinsatz
Trotz des klaren Schwerpunktes Brandbekämpfung wurde das Einsatzspektrum gegenüber dem Vorgänger deutlich erweitert. Ausrüstung für kleinere Schadstoffeinsätze, Einwegschutz, Dichtkissen, Schachtabdeckungen und eine Auffangwanne sind ebenso vorhanden wie Stromerzeuger, Akku-Beleuchtung, ein elektrisch betriebener Hochleistungslüfter und zwei Tauchpumpen.

Für Sturmeinsätze stehen unter anderem zwei Motorkettensägen zur Verfügung. Eine davon ist als Rettungssäge ausgeführt und für Öffnungsarbeiten vorgesehen. Wassersauger, Ölbindemittel sowie weiteres Werkzeug ermöglichen auch bei größeren Unwetterlagen mit mehreren parallelen Einsatzstellen einen eigenständigeren Einsatz des Fahrzeuges.

Auch das Fahrzeugdach wurde neu organisiert. Neben Schiebe- und Steckleiter finden sich dort langstielige Werkzeuge sowie Ausrüstung für Vegetationsbrände, darunter Löschrucksack und Feuerpatsche. Auf einen Lichtmast wurde hingegen verzichtet. Die moderne LED-Umfeldbeleuchtung erwies sich für den unmittelbaren Arbeitsbereich als ausreichend, womit auch hier Platz und Kosten eingespart werden konnten.

Länger und vielseitiger
Mit einem Radstand von 4.200 mm fällt das neue Tanklöschfahrzeug in seiner Gesamtlänge rund 30 Zentimeter länger aus als das Alkovener Rüstlöschfahrzeug. Der zusätzliche Platz wurde bewusst für die erweiterte Beladung genutzt.

Damit bleibt das neue TLF zwar in erster Linie das klassische wasserführende Fahrzeug für den Branddienst, ist gegenüber seinem 28 Jahre alten Vorgänger aber wesentlich vielseitiger aufgestellt. Gerade neue Baurichtlinien und die Erfahrungen aus Unwetter- und Hochwasserereignissen flossen dabei in die Zusammenstellung der Ausrüstung ein.
Ausführliche Reportage
Die ausführliche Technikreportage mit einem detaillierten Rundgang durch sämtliche Geräteräume und die Beladung des neuen Tanklöschfahrzeuges ist auf der Webseite der Freiw. Feuerwehr Alkoven bei den Fahrzeugen zu finden.


