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D: Hamburg stoppt weitere elektrische Löschfahrzeuge vorerst – Probebetrieb des eHLF läuft weiter

HAMBURG (DEUTSCHLAND): Erst als wichtiger Schritt in Richtung einer elektrifizierten Einsatzfahrzeugflotte präsentiert, nun vorerst ausgebremst: Die Feuerwehr Hamburg wird mit Stand von Mitte Oktober 2026 zunächst keine weiteren elektrisch angetriebenen Löschfahrzeuge beschaffen.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, ist dafür vor allem die angespannte Haushaltslage der Hansestadt ausschlaggebend. Ein technisches Scheitern des derzeit erprobten eHLF ist damit jedoch nicht verbunden. Seit Februar 2025 setzt die Feuerwehr Hamburg ein elektrisch angetriebenes Hilfeleistungslöschfahrzeug auf Basis des Rosenbauer RT im Probebetrieb ein. Die Erprobung war von Beginn an auf einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren ausgelegt. Dabei soll geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen künftig konventionell angetriebene HLF durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden können.

Erprobung unter unterschiedlichen Bedingungen

Das Fahrzeug wird bewusst in unterschiedlichen Einsatzbereichen getestet. Dazu zählen dicht bebaute innerstädtische Gebiete ebenso wie größere Wachreviere am Stadtrand und besondere Einsatzbedingungen im Hamburger Hafen. Untersucht werden unter anderem Reichweite, Einsatzdauer, Ladezyklen, Ladezeiten sowie die Einsatzfähigkeit bei längeren Einsatzlagen. Das Hamburger eHLF wurde gemeinsam mit Rosenbauer auf die Anforderungen der Hansestadt abgestimmt. Unter anderem verfügt das Fahrzeug über ein höhenverstellbares Fahrwerk, Hinterachslenkung und eine Wasserdurchfahrtsfähigkeit von bis zu 800 Millimetern. Für längere Einsätze steht außerdem ein Energy-Backup-System zur Verfügung. Zur feuerwehrtechnischen Ausstattung zählen unter anderem ein 1.600-Liter-Löschwassertank, ein 120-Liter-Schaummitteltank und eine Rosenbauer-Feuerlöschkreiselpumpe des Typs N35.

Kosten deutlich über konventionellem HLF

Ein wesentlicher Punkt bei einer möglichen Serienbeschaffung dürfte der Preis sein. Nach früheren Angaben lag ein konventionelles Hamburger HLF 20 bei rund 750.000 Euro. Für das elektrische Fahrzeug wurden etwa doppelt so hohe Kosten genannt. Bereits das Pilotprojekt war daher mit öffentlichen Mitteln unterstützt worden. Für das eHLF, zwei elektrisch betriebene Rettungswagen und die erforderliche Ladeinfrastruktur standen rund 583.000 Euro Bundesförderung zur Verfügung. Hinzu kamen Mittel aus dem Hamburger Klimaplan. Bei der Übergabe des Fahrzeuges im Frühjahr 2025 hatte die Feuerwehr Hamburg das Projekt noch als wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Einsatzfahrzeugflotte bezeichnet.

Kein Abbruch des eHLF-Projektes

Der nun bekannt gewordene Verzicht auf weitere Elektro-Löschfahrzeuge bedeutet nach derzeitigem Informationsstand jedoch nicht, dass das bestehende Projekt abgebrochen wird. Das bereits beschaffte eHLF bleibt weiterhin im Probebetrieb. Hinweise darauf, dass technische Probleme oder mangelnde Einsatzfähigkeit der Grund für den vorläufigen Beschaffungsstopp wären, liegen derzeit nicht vor. Vielmehr dürfte Hamburg zunächst die Ergebnisse des laufenden Probebetriebes abwarten und gleichzeitig prüfen müssen, welche finanziellen Mittel künftig für die deutlich teurere Technik zur Verfügung stehen.

Damit bleibt das Hamburger eHLF zunächst ein Einzelstück im regulären Einsatzdienst – zumindest solange, bis sowohl die Erfahrungen aus dem Probebetrieb als auch die finanziellen Rahmenbedingungen eine Entscheidung über weitere Fahrzeuge zulassen.

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