Nö: Truppenübungsplatz Allentsteig → gesamter Katastrophenhilfsdienst des Bezirks Krems im Übungseinsatz
ALLENTSTEIG (NÖ): Am Samstag, dem 17. Oktober 2026, fand am Truppenübungsplatz Allentsteig eine groß angelegte Katastrophenhilfsdienstübung des Bezirks Krems statt. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz Krems und Langenlois sowie der Rettungshunde Niederösterreich wurden unterschiedliche Schadenslagen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen bewältigt. Insgesamt mussten die fünf KHD-Bereitschaften des Bezirks unterschiedliche Einsatzszenarien am Truppenübungsplatz Allentsteig bewältigen.

Dabei standen rund 400 Einsatzkräfte mit 65 Fahrzeugen im Übungseinsatz. Schwerpunkte bildeten die Menschenrettung, die technische Hilfeleistung, die Brandbekämpfung sowie die organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Die fünf vorbereiteten Schadenslagen stellten hohe Anforderungen an die eingesetzten Kräfte.
Szenario 1: Massenkarambolage mit zahlreichen Verletzten
Im ersten Szenario wurden die Einsatzkräfte mit einer Massenkarambolage konfrontiert. Mehrere verunfallte Fahrzeuge sowie zahlreiche Verletzte und eingeklemmte Personen sorgten für eine komplexe Einsatzlage. Zu den Aufgaben zählten die Absicherung der Unfallstelle, die technische Rettung eingeklemmter Personen sowie die koordinierte Übergabe der Verletzten an den Rettungsdienst.

Weiters war die Aufgabe der Feuerwehr, Ammoniak, das eines der involvierten Fahrzeuge transportierte, zu bergen. Im weiteren Verlauf der Übung kam es zu einem Brand eines der verunfallten Fahrzeuge. Dieses konnte rasch und koordiniert von dein Einsatzkräften abgelöscht werden.
Szenario 2: Zugunglück
Ein weiteres herausforderndes Szenario stellte ein Zugunglück dar. Neben einem mit dem Zug kollidierten Pkw, aus denen Personen mittels technischer Geräte gerettet werden mussten, galt es, einen Personenzug mit zahlreichen verletzten Fahrgästen zu evakuieren.

Zusätzlich war ein Waggon mit Gefahrstoffen beteiligt, aus dem gefährliche Stoffe austraten. Diese komplexe Schadenslage erforderte ein besonders koordiniertes Vorgehen. Nach einer kurzen Pause und einer Nachbesprechung wurde an dieser Station noch ein weiteres Szenario geübt. Ein Busunglück mit einem Pkw, welcher zwischen einem Waggon der Eisenbahn und dem Bus eingeklemmt war. Auch hier mussten die Personen aus dem Bus befreit und gemeinsam mit dem Rettungsdienst abtransportiert werden.

Szenario 3: Brand eines Bauernhofes
Im dritten Szenario wurde ein Bauernhofbrand angenommen. Neben der Brandbekämpfung mussten mehrere vermisste Personen aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Im Zuge des Einsatzes wurde zudem ein Labor mit gefährlichen Stoffen entdeckt. Eine verletzte Person musste aufgrund einer angenommenen Kontamination dekontaminiert werden.
Szenario 4: Menschenrettung aus einem weitläufigen Trümmerfeld
Ein angenommener Gebäudeeinsturz bildete die vierte Übungslage. Mehrere Personen waren unter Trümmern eingeschlossen und mussten aus ihrer Notlage befreit werden. Mithilfe von Hebekissen, Spreizern und Seilwinden wurden die Trümmer angehoben und die eingeschlossenen Personen gerettet. Auch kam hier das Versorgungsfahrzeug mit Kran der Feuerwehr Spitz zum Einsatz. Mithilfe des Kranes konnten die Trümmerteile angehoben werden.

Szenario 5: Brückeneinsturz
Im fünften Szenario mussten mehrere vermisste beziehungsweise verschüttete Personen in einem weitläufigen Trümmerfeld gesucht und gerettet werden. Angenommen wurde hier das eine Brücke einstürzte. Der Schwerpunkt lag auf der systematischen Suche, der Lokalisierung der Vermissten sowie deren anschließender Rettung. Das unübersichtliche Gelände stellte dabei hohe Anforderungen an die Orientierung und Koordination der Einsatzkräfte. Bei diesem Szenario kamen auch zum Teil die Hunde der Rettungshunde Niederösterreich zum Einsatz. Sie unterstützten wesentlich die Suche nach Vermissten.

Enge Zusammenarbeit mit Rettungsdienst und Suchhundestaffel
Ein wesentlicher Bestandteil der Übung war die organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Der Rettungsdienst unterstützte die Übung mit insgesamt 37 Rettungskräften, die für die medizinische Versorgung und Betreuung der verletzten Personen verantwortlich waren. Besonders die Abstimmung zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst konnte dabei unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden. Ebenfalls beteiligt waren die Rettungshunde Niederösterreich, deren speziell ausgebildete Teams bei der Suche nach vermissten Personen wertvolle Unterstützung leisteten.

Großschadenslagen erfordern funktionierende Führungsstrukturen
Neben der Bewältigung der einzelnen Einsatzszenarien spielte auch die Führung und Koordination der eingesetzten Einheiten eine zentrale Rolle. Bei einer Übung dieser Größenordnung sind eine klare Aufgabenverteilung, funktionierende Kommunikationswege und die laufende Abstimmung zwischen den Führungskräften entscheidend. Daher wurde auch der Einsatz des Bezirksführungsstabes intensiv geübt.
