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D: Rund 20 Tonnen Batterien in Recyclingbetrieb in Brand – CBRN-Zug bei Großeinsatz in Premnitz

PREMNITZ (DEUTSCHLAND): Rund 20 Tonnen Altbatterien sind am frühen Donnerstagmorgen, 15. Oktober 2026, auf dem Gelände eines Recyclingunternehmens in Premnitz im deutschen Bundesland Brandenburg in Brand geraten. Die Feuerwehr brachte das Feuer in einem Hallenkomplex unter Kontrolle und musste anschließend mehrere mit Batterien beladene Paletten intensiv kühlen. Wegen der zunächst unklaren Gefahr durch Brandgase wurde der CBRN-Zug des Landkreises Havelland eingesetzt und die Bevölkerung vorsorglich gewarnt. Verletzt wurde niemand.

Der Brand wurde gegen 04.50 Uhr auf dem Betriebsgelände in der Arthur-Wilke-Straße gemeldet. Eine Mitarbeiterin hatte das Feuer entdeckt. Nach ersten Meldungen stand der betroffene Hallenbereich beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits stark in Brand. Die Feuerwehr reagierte mit einem entsprechend großen Kräfteansatz. Anfangs waren rund 40 bis 50 Kräfte vorgesehen, in der ersten Einsatzphase wurden aufgrund der Lage weitere Einheiten und Spezialkräfte nachalarmiert. Nach der späteren Bilanz waren rund 80 Feuerwehrleute aktiv in die Brandbekämpfung eingebunden.

Batteriepaletten abgelöscht und weiter gekühlt

Einen genaueren Einblick in die Einsatzmaßnahmen gibt die Freiwillige Feuerwehr Rathenow, die um 5.22 Uhr unter dem Einsatzstichwort „Brand Gefahrgut“ nach Premnitz alarmiert wurde. Demnach waren innerhalb des Hallenkomplexes mehrere mit Batterien beladene Paletten in Brand geraten. Die Feuerwehr löschte die betroffenen Bereiche und kühlte die Batteriepaletten anschließend weiter, um eine erneute Entzündung zu verhindern. Gerade bei beschädigten Batterien kann ein bereits äußerlich gelöschtes Brandereignis aufgrund weiterhin vorhandener Wärmeentwicklung erneut aufflammen. Die Kühlmaßnahmen bildeten deshalb einen wesentlichen Bestandteil der Nachlöscharbeiten. Die Kräfte der Feuerwehr Rathenow waren laut deren Einsatzdokumentation bis 13.30 Uhr eingebunden.

CBRN-Zug überprüft mögliche Gefahrstofflage

Parallel zur Brandbekämpfung musste geklärt werden, welche Gefahr von den Rauchgasen und möglichen freigesetzten Stoffen ausging. Dafür wurde der CBRN-Zug Havelland mit seinen Teileinheiten Ost und West nach Premnitz gerufen. Spezialkräfte führten Untersuchungen und Messungen durch, um eine mögliche Gefahrstoffbelastung zu beurteilen. In der Anfangsphase war die Lage noch nicht abschließend einschätzbar. Die Integrierte Regionalleitstelle Nordwest veröffentlichte deshalb eine amtliche Gefahrenwarnung. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den betroffenen Bereich zu meiden, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Die Warnung wurde um 4.51 Uhr erstmals über das Modulare Warnsystem verbreitet. Um 7.59 Uhr erfolgte bereits die Entwarnung. Stadtwehrführer Manuel Fellbinger teilte gegen 8.20 Uhr mit, dass für Bevölkerung und Anwohner keine Gefahr bestehe. Das Stadtgebiet könne wieder uneingeschränkt genutzt und Fenster könnten geöffnet werden.

Keine größeren Schäden am Gebäude

Trotz der erheblichen Brandlast gelang es nach Angaben des Einsatzleiters, größere Schäden am Gebäude zu verhindern. Fellbinger erklärte gegenüber dem rbb, dass entsprechende betriebliche beziehungsweise bauliche Sicherheitsmaßnahmen dazu beigetragen hätten. Auch Personen kamen nicht zu Schaden. Damit erwiesen sich insbesondere die Trennung und Lagerung der Batteriemengen innerhalb des Betriebs als entscheidend dafür, dass sich das Brandereignis offenbar nicht auf den gesamten Hallenkomplex ausbreitete. Frühe Meldungen, wonach eine komplette Lagerhalle in Vollbrand gestanden habe, wurden durch die spätere detaillierte Einsatzbeschreibung insofern präzisiert: Nach Angaben der Feuerwehr Rathenow waren mehrere mit Batterien beladene Paletten unmittelbar vom Brand betroffen.

Beschädigte Lithium-Ionen-Batterie als mögliche Ursache

Die endgültige Brandursache steht weiterhin nicht fest. Einsatzleiter Fellbinger erklärte gegenüber dem rbb, dass möglicherweise eine beschädigte Batterie Ausgangspunkt gewesen sein könnte. Beschädigte Lithium-Ionen-Akkus können sich infolge interner Defekte stark erhitzen und unter Umständen selbst entzünden. Die entstehende Wärme könnte anschließend weitere Batterien erfasst und damit eine Kettenreaktion ausgelöst haben. Dabei ist jedoch eine wichtige Unterscheidung notwendig: Bei den rund 20 Tonnen Brandgut handelte es sich nicht ausschließlich um Lithium-Ionen-Akkus.

Am Standort Premnitz werden nach Angaben des Betreibers Relux unter anderem Haushalts- und Gerätebatterien unterschiedlicher chemischer Systeme sortiert und verwertet. Auch das Landesamt für Umwelt Brandenburg beschreibt die Anlage als Sortieranlage für „haushaltsübliche Batteriegemische“. Welche Batterieart den Brand tatsächlich ausgelöst hat, ist bislang nicht nachgewiesen.

Neue automatische Sortieranlage beschädigt

Der Brand trifft einen Standort, der erst in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut wurde. Relux betreibt in Premnitz eine automatische Sortieranlage für Batteriegemische. Nach Angaben des Fachmediums EUWID wurde die erst seit Anfang 2026 laufende automatische Batteriesortierung durch den Brand beschädigt. Geschäftsführer Jost Kottmeyer kündigte gegenüber EUWID allerdings an, den Betrieb bereits in der Woche nach dem Brand teilweise wieder aufnehmen zu wollen. Zunächst sei dabei mit einer geringeren Durchsatzleistung zu rechnen.

Das Landesamt für Umwelt Brandenburg hatte erst Ende August 2026 ein laufendes Genehmigungsverfahren für eine weitere Kapazitätserhöhung bekannt gemacht. Demnach soll die Behandlungskapazität für gefährliche Batteriegemische von derzeit 29 Tonnen auf bis zu 70 Tonnen pro Tag erhöht werden. Bei nicht gefährlichen Abfällen ist eine Steigerung von fünf auf zehn Tonnen täglich beantragt. Die höhere Durchsatzleistung soll laut den Genehmigungsunterlagen durch Optimierungen der bestehenden Anlagentechnik erreicht werden; zusätzliche bauliche Veränderungen sind dafür nicht vorgesehen.

Batterierecycling bereits mehrfach von Bränden betroffen

Für die Relux-Unternehmensgruppe ist es nicht das erste größere Brandereignis im Bereich der Batterieaufbereitung. Bereits im Oktober 2022 war eine automatische Batteriesortieranlage am Standort Bad Oeynhausen durch einen Brand vollständig zerstört worden. Im März 2025 zerstörte ein weiterer Brand am Standort Löhne unter anderem Bereiche für Batteriesortierung, Knopfzellensortierung sowie die Zerkleinerung von Lithium-Batterien. Der Betrieb in Premnitz wurde in den vergangenen Jahren unter anderem deshalb weiter ausgebaut und verfügt inzwischen über erhebliche Kapazitäten zur Sortierung von Haushalts- und Gerätebatterien.

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