Oö: Großübung: Schwerer Verkehrsunfall, Gefahrgutaustritt und Person eingeklemmt

REDLHAM (OÖ): Zum Glück war es nur eine gut vorbereitete Übung, aber ein solcher Unfall kann jeden Tag passieren: In Redlham (Bezirk Vöcklabruck) prallte Freitag Abend, 20. März 2015, in einer Kurve ein Kranwagen frontal auf einen Lkw mit mehreren Gefahrgut-Fässern.


Die Folgen: Der Lenker des Gefahrgut-Lkw wurde im Führerhaus eingeklemmt und schwer verletzt, ein Tank auf der Ladefläche barst und verlor giftige Flüssigkeit. Der Fahrer des Kranwagens erlitt einen Schock, sein Beifahrer wurde leicht verletzt. Fünf Feuerwehren und das Rote Kreuz Attnang-Puchheim mt zusammen 90 Einsatzkräften mussten zu dem Unfall alarmiert werden. Wegen der gefährlichen Ladung konnten die Einsatzkräfte nur mit schwerem Atemschutz zur Unfallstelle vordringen.

 

Erschwerte Menschenrettung durch deformierten Kranarm

Und dort hatten sie sofort mit einer weiteren Schwierigkeit zu kämpfen: Die Fahrertüre ließ sich mit der Bergeschere nicht öffnen, da die Kabine älterer Bauart und durch den Kranarm völlig deformiert war. Erst mit einer zweiten, größeren Schere konnte der eingeklemmte Fahrer befreit werden. Nachdem die Fahrzeuginsassen versorgt waren, wartete das nächste Problem: Unbekanntes flüssiges Gefahrgut lief aus einem Tank aus - es drohte höchste Brand- und Umweltgefahr. Denn die Flüssigkeit hätte sich entzünden und auch in den naheliegenden Leh-Bach laufen können.

 

Einsatz des neuen Gefährliche-Stoffe-Fahrzeugs

Die Feuerwehren bauten deshalb vorsorglich einen dreifachen Brandschutz und eine Ölsperre auf dem Bach auf. Währenddessen kam auch das neue Gefährliche-Stoffe-Fahrzeuge der FF Puchheim zum Einsatz: Zuerst erkundeten Feuerwehrmänner in Vollschutzanzügen eine mögliche Gaskonzentration und dann aufgrund der Frachtpapiere und der Aufschriften auf den Fässern, welche Flüssigkeit entwich (das giftige Methanol). Unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen wurden schließlich Bindemittel aufgebracht, das lecke Fass abgepumpt und die anderen Fässer in Sicherheit gebracht. Das neue Gefährliche-Stoffe-Fahrzeug kommt übrigens überall dort zu Einsatz, wo durch aggressive chemische Stoffe Schäden für Personen und Umwelt befürchtet werden. Die Ausrüstung des Fahrzeuges beinhaltet Messgeräte, Atemschutz, Vollschutzbekleidung, Sanitätsmaterial, Ölschutzbekleidung, explosionsgeschützte Beleuchtungsgeräte, nicht funkenziehendes Werkzeug, Umfüllpumpen für Säuren und Mineralöle, Auffangbehälter für Flüssigkeiten und andere notwendige Materialien.

 

Übungsleitung zieht positive Bilanz

Resümee des Einsatzleiters Kommandant Markus Forstinger zur Übung: "Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte hat ausgezeichnet geklappt. Das neue GSF-Fahrzeug hat sich gut bewährt. Und die Feuerwehrmitglieder haben wieder einmal bewiesen, dass sie hervorragend ausgebildet sind." Übungsbeobachter waren auch der stellvertretende Landesbranddirektor Robert Mayer, Bezirkskommandant Wolfgang Hufnagl und Bürgermeister Johann Forstinger.

 

Im Einsatz standen: Fünf Feuerwehren (FF Redlham, FF Puchheim, FF Pühret, FF Schwanenstadt, FF Vöcklamarkt) mit 80 Einsatzkräften und 13 Fahrzeugen sowie das Rote Kreuz Attnang-Pucheim mit neun Sanitätern und zwei Fahrzeugen.


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