Neuer Anlauf für Behördenfunk „Adonis 2“ – Feuerwehr ungefragt
Österreich: Nach dem Fiasko „Adonis“ gibt es nun doch noch Hoffnung auf einen gemeinsamen Funk-Kanal für Einsatzkräfte in Österreich: In drei Wochen endet die zweite Ausschreibungsfrist für das neue Funknetz. Nach Projektverzögerungen hatte Innenminister Ernst Strasser im vergangenen Juli die Reißleine gezogen und das 310-Mio.-€-Projekt „Adonis“ platzen lassen.
Betreiber Master-Talk wurde der Auftrag entzogen. Bis dahin hatten die Gesellschafter Siemens, Wr. Stadtwerke, Raiffeisen und Verbund bereits 120 Mio. € investiert. Die Schuld an dem Fehlschlag schieben sich Innenministerium und das Konsortium Master-talk noch heute gegenseitig zu. Fest steht, dass es jetzt eine Neuausschreibung gibt, an der sich wieder sämtliche große Anbieter wie Motorola, Nokia oder EADS beteiligen dürften. Auch Siemens werden gute Chancen zugerechnet, zumal ja noch immer eine 100-Mio.-€-Klage von Siemens gegen die Republik im Raum steht. Die Ausschreibungsfrist endet am 20. Februar, bestätigt Rudolf Gollia vom Innenministerium. Sobald eine Kommission im Innenministerium den Netzbetreiber mit dem nötigen Know-How, der besten Liquidität und einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde Euro ermittelt hat, werden erst in einer zweiten Ausschreibungsphase inhaltliche und technische Details behandelt. Gelernt hat man aus dem ersten Fehlschlag offenbar auch: Diesmal seien hohe Vertragsstrafen vorgesehen, wenn das Netz nicht wie geplant funktionieren sollte. Funkstart könnte Ende 2005 in Tirol sein. Bis spätestens 2008 soll das Behördenfunknetz dann österreichweit stehen. Laut Gollia soll „Adonis 2“, das billiger als „Adonis 1“ sein soll, nicht nur den Blaulichtorganisationen vorbehalten sein. Auch private Sicherheitsfirmen oder Autofahrerklubs sollen sich beteiligen können.
P.S. der Redaktion Fire-World:
Nach wie vor ungelöst ist auch die Frage, wer für die in Folge nicht geringen, monatlichen Gebühren aufkommt!! Vor allem dieser Faktor sorgt bei den Feuerwehren durchaus zu teilweise massivem Unmut!
Die Feuerwehren wurden – als größter Beteiligter – wieder nicht in die Verhandlungen etc. eingebunden! Zudem macht sich von den verantwortlichen Herren scheinbar niemand Gedanken, wie die Folgekosten zu bestreiten sind! Pro Funkgerät kämen auf eine Wehr pro Jahr bis zu 1.000 Euro Kosten zu!!!!
Bei mittelgroßen Feuerwehren mit 10 Funkgeräten brauchen wir dann also gar nicht mehr weiterreden! Zudem ist das System nach den derzeitigen Planungen für die Feuerwehren völlig ungeeignet, da eine absolute Flächendeckung, nicht erreicht wird und auch nicht finanzierbar wäre!
