Kind bei Brand ums Leben gekommen!
Weiler (Vorarlberg): Zu einem tragischen Einsatz wurden die Feuerwehren Weiler und Klaus kurz vor 12 Uhr in der Nacht von 14. auf 15. Juni 2004 gerufen: ‚f3 – Weiler – Walgaustraße – Wohnungsbrand‘. Was sich im Alarmtext als ’normaler‘ Einsatz anhörte, wurde am Einsatzort zum tödlichen Ernst:
In einem Wohnblock war es zu einem Wohnungsbrand gekommen. Zum Zeitpunkt des Brandausbruches befanden sich vermutlich 4 Kinder und 2 Erwachsene in der Wohnung. Durch den Rauch alarmiert, wurde die Feuerwehr von den Eltern per Telefon verständigt. Dem Vater und 3 Kinder gelang die Flucht über das Stiegenhaus. Die Mutter versuchte das 4. Kind zu holen – ohne Erfolg. Die inzwischen eingetroffenen Feuerwehren Weiler und Klaus gingen sofort mit Atemschutz zur Rettung und Innenangriff vor. Weiler über das Stiegenhaus – Klaus über die Leiter und den Balkon. Der Atemschutztrupp von Klaus TLF machte sich unverzüglich auf die Suche nach dem Kind – jedoch kam hier jede Hilfe zu spät. Leider wurde nur noch die Leiche des Kindes in den Flammen gefunden.

Auf Grund der Größe des Objektes wurde unverzüglich die Ortsfeuerwehr Röthis und die Drehleiter Feldkirch alarmiert – ein Großaufgebot des Roten Kreuzes befand sich bereits am Ort des Geschehens. Die Feuerwehren Fraxern und Sulz standen Einsatzbereit in ihren Gerätehäusern. Der Brand konnte in relativ kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Durch die widersprüchlichen Aussagen der Angehörigen dauerte es jedoch einige Zeit, bis sichergestellt werden konnte, dass keine weiteren Personen vermisst wurden.
Das ebenfalls verständigte Kriseninterventionsteam (KIT) übernahm die Betreuung der Angehörigen des Kindes. 4 Personen mussten mit einer Rauchgasvergiftung ins Landeskrankenhaus Feldkirch eingeliefert werden. Einsatzende war kurz nach 2 Uhr. Die Brandursache ist noch unbekannt. Die Feuerwehr Klaus drückt den Eltern und Angehörigen ihr aufrichtiges Beileid aus.
Aufregung dazu herrscht in den Medien:
Der ORF berichtet: Nach dem Brand in Weiler Montagnacht, bei dem eine 13-Jährige ums Leben gekommen ist, gibt es Vorwürfe gegenüber den Einsatzkräften. Ein Hausbewohner sagt, dass Feuerwehr und Rettung viel zu spät gehandelt haben. Die Vorwürfe sind gravierend: Die Feuerwehr habe lange nicht versucht, in die Wohnung vorzudringen, auch das Rote Kreuz habe sich erst sehr spät um die Familienmitglieder gekümmert.
Bei Feuerwehr und Rettung heißt es, man habe schnellstmöglich reagiert. Außerdem, so der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes, Günther Watzenegger, sei die Aggression des Hausbewohners verständlich. Menschen, die ein solch dramatisches Ereignis miterleben, verarbeiten das oft, indem sie Schuldige suchen und indem sie gegenüber Einsatzkräfte aggressiv werden.
Eine Drehleiter sei spät zum Einsatz gekommen. Außerdem – so der Hausbewohner – habe es einen Raufhandel zwischen dem aufgebrachten Onkel des Kindes und ein paar Feuerwehrleuten gegeben. Auch der Rettung wirft er vor, lange gewartet zu haben, bis man in den Innenhof ging, um die Familie zu versorgen. Drei Familienmitglieder hatten eine Rauchgasvergiftung erlitten.
Die Situation sei erschwert worden, da viele Betroffene hektisch und ungeordnet um Hilfe geschrien hätten. Außerdem müsse abgewartet werden, bis die Feuerwehr den Gefahrbereich abgesichert hat, sagt der Einsatzleiter der Rettung, Wolfgang Lercher.
