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Eudrex – Tag 1 der internat. KAT-Übung

Niederösterreich – Wr. Neustadt:Auf Hochtouren läuft derzeit die internationale Katastrophenschutzübung ‚EUDREX 2004‘ im Raum Wiener Neustadt in Niederösterreich. Der erste Tag, 18. Oktober 2004 war den Feuerwehreinheiten aus Niederösterreich gewidmet, welche wie auch im Ernstfall die notwendigen Erstmaßnahmen an den verschiedenen Schadensstellen durchführten.

Annahme war ein Erdbeben im fiktiven Staat Tritolien, welches ein Zugsunglück mit einem Personenzug sowie einem Gefahrgut-Kesselwaggon hervorgerufen hat. An zwei weiteren Schadensszenarien in zusammengestürzten Gebäuden erwarteten die Einsatzkräfte atomare und biogene Gefahren.

In den Abendstunden wurden die örtlichen Kräfte von einer nationalen Feuerwehreinheit, CRAFT Austria, und Einsatzkräften aus etlichen Ländern Europas abgelöst. Diese Hilfskräfte haben am 19. und am 20. Oktober 2004 die gleichen Schadensszenarien als Einsatzübung abzuarbeiten. CRAFT Austria setzt sich aus Feuerwehreinheiten nahezu aller Bundesländer Österreichs zusammen, die von einer Gruppe der Johanniter Unfallhilfe medizinisch unterstützt wird.
Aufgrund der Alarmierung sind dies hauptsächlich Rettungs- und Bergeeinheiten, Strahlen- und Gefahrgutspürtrupps sowie die dazu unbedingt erforderlichen Dekontamtionseinheiten und einem Kommando- und Versorgungszug.

Gegen 23.00 Uhr erhielt Craft Austria den ersten Einsatzauftrag. Die Erkundung durch die ersten Messtrupps zeigte folgendes Schadenssbild: Aufgrund des Bebens stießen ein Personen- sowie ein Güterzug zusammen. Letzterer transportierte unter anderem mehrere Kesselwaggons mit gefährlichen Gütern (Gefahrennummer: X88, Stoffnummer: 1368 – Thionylchlorid, stark ätzend, reagiert gefährlich mit Wasser).

Mehrerer Personen wurden dabei verletzt und mit den Chemikalien kontaminiert. Atemschutztrupps führten unter Verwendung der Schutzstufe II die erforderlichen Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen durch. Zuvor wurde bei einem der Waggons eine Leckage provisorisch abgedichtet.

Nach der unverzüglichen Alarmierung weiterer Kräfte führten diese die Versorgung der verletzten bzw. kontaminierten Personen durch. Diese wurden mit realistischen Verletzungsbildern versehen und mussten von den Rettungskräften entsprechend erstbehandelt werden. Für die Spürtrupps der Feuerwehren stellte die Rettung dieser Betroffenen eine hohe Belastung dar, da einige von ihnen von den Kesselwaggons geborgen werden mussten.

Es wurde großes Augenmerk auf die ordnungsgemäße Dekontaminierung der in der Gefahrenzone aufgefunden Verletzten sowie der eingesetzten Trupps gelegt. Die Umgebung der Unfallstelle sowie die gesamte Zugsgarnitur musste auch nach weiteren Verletzten abgesucht werden. Für diesen Zweck wurden auch Wärmebildkameras eingesetzt, um auf diese Weise Menschen leichter auffinden zu können.
Gegen 03.00 Uhr früh konnte die 43 Mann starke Feuerwehr-Einheit schlussendlich wieder in ihr ebenfalls am Abend in der Kaserne Großmittel aufgebautes Lager einrücken.
Die gesamte Übung wurde und wird von internationalen ‚Schiedsrichtern‘ bewertet und von Film-Teams aufgezeichnet. Erste Übungskritiken stellten der Craft Austria ein gutes Zeugnis aus.

Stand: 19.10.2004, 10.30 Uhr, Update per Handy)

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