9. Feuerwehr-Lehrtaucher-Seminar des ÖBFV
Österreich – Kroatien: Zum mittlerweile 9.Mal wurde in Kroatien vom 3. bis 9. Oktober 2004 ein Feuerwehr-Lehrtaucherseminar des ÖBFV durchgeführt. Heuer wurden 16 erfahrene Feuerwehrtaucher aus den Bundesländern Wien, Tirol, Steiermark, Burgenland und Oberösterreich einberufen.
Ein Bericht von Roland Pfaffenbauer (Feuerwehr der Stadt Linz), zur Verfügung gestellt von HBM Franz Rossbauer
Die Ausbilder
Mit der Leitung des Seminars wurde, wie auch schon bei den letzten Kursen, HBM
Franz ROSSMANN betraut. Ihn unterstützte ein seit Jahren bewährtes Team von
Lehrtauchern der steiermärkischen Feuerwehr- und Zivilschutzschule und diversen
Lehrtauchern der Bundesländer.

Straffer Dienstplan verhindert Urlaubswoche
Der Ausbildungsort, Moscenicka Draga, ein idyllischer Badeort in der Kvarner
Bucht, ca. 20 km südlich von Opatija, könnte die Vermutung zulassen, dass es
sich eher um einen Badeurlaub, als um einen Lehrgang gehandelt haben dürfte.
Dass es absolut kein ‚Urlaubsaufenthalt‘ wurde, sorgte ein straffer Dienstplan
mit einem dicht gedrängten Ausbildungsprogramm, das nur durch die eiserne
Disziplin aller Kursteilnehmer zu bewältigen war.

Zur Veranschaulichung ein Auszug aus dem Tagesprogramm:
0700 Uhr: Frühsport (Dehnungsübungen und Laufen)
0800 Uhr: Frühstück
0830 Uhr: Theoretischer Unterricht im Lehrsaal
1000 Uhr: 1.Tauchgang (Tauchtiefe 40m / Vorgabe: Aufstiegsübung bis 10m)
1200 Uhr: Mittagspause / Mittagsruhe
1330 Uhr: Theoretischer Unterricht im Lehrsaal (Lehrauftritte der
Kursteilnehmer)
1600 Uhr: 2.Tauchgang (Tauchtiefe 20m / Vorgabe: Aufstiegsübung bis 5m)
1800 Uhr: Theoretischer Unterricht im Lehrsaal, Nachbesprechung
1900 Uhr: Dienstende
Moscenicka Draga, zu dieser Zeit nahezu frei von Touristen, bietet aus
mehreren Gründen sehr gute Voraussetzungen für die Tauchausbildung:
- Ein zentral gelegenes Hotel mit der nötigen Infrastruktur, in dem die
gesamte Mannschaft untergebracht ist, und in dem die theoretische Ausbildung
inklusive der Lehrauftritte und Prüfungen durchgeführt werden kann. - Die Adria in der Kvarner Bucht mit ihren guten Sicht- und
Temperaturverhältnissen, sowie die Grundbeschaffenheit (Maximaltiefe ca. 45m)
ermöglichen eine überschaubare praktische Ausbildung mit größtmöglicher
Sicherheit.. - Von Vorteil ist auch die relative Nähe zum Ausgangsort, der
steiermärkischen Feuerwehr- und Zivilschutzschule in LEBRING. - Aufgrund des Kurstermines in der Nachsaison sehr wenige Touristen, dadurch
ungestörte Ausbildung.
Umfangreiches Programm
Die praktische Ausbildung wurde nur wenige Schritte vom Hotel entfernt am Strand
durchgeführt. Die Tauchbasis stand uns mit ausreichend Platz für unsere
Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung und versorgte uns mit der nötigen Atemluft.
Das Ausbildungsprogramm, das die angehenden Lehrtaucher in dieser
Ausbildungswoche zu absolvieren hatten, umfasste:
- Wiederholung der gesamten theoretischen Ausbildungsthemen mit den
Schwerpunkten Tauchphysik, Tauchgangsberechnungen, Berechnung von
Wiederholungstauchgängen, Tauchen in Bergseen. - Resultierend aus den physikalischen Grundlagen Erarbeiten der damit
verbundenen Gefahren für den Taucher. - Ausbildungsmethodik und Vortragstechnik einschließlich Lehrauftritten über
vorgegebene Themen. - Tauchmedizin, Erste Hilfe bei Tauchunfällen mit praktischem Üben der
Rettungskette von der Bergung des Tauchkameraden aus größerer Tiefe bis zur
Transport-Druckkammer der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark. - Tauchgänge mit kontrolliertem Auftauchen nach unvorhergesehenen
Ereignissen in allen Variationen. Die Analyse der UW-Videoaufzeichnungen von
HBM Franz ROSSMANN war bei den Nachbesprechungen eine wertvolle Hilfe. Durch
sie wurden alle Schwächen aufgezeigt und Fehler entlarvt.

Sicherheit für die Taucher
Dass größtmögliche Sicherheit bei der Feuerwehr-Tauchausbildung keine leere
Floskel ist, sondern konsequent praktiziert wird, beweist der enorme materielle
und personelle Aufwand. Die mobile Druckkammer der steiermärkischen Feuerwehr-
und Zivilschutzschule einschließlich Bedienungsmannschaft war vor Ort. Sie war
natürlich auch in die Ausbildung Erste Hilfe bei Tauchunfällen eingebunden.
Entsprechend dem internationalen Sicherheitsstandard in der Tauchausbildung
wurden jeweils 2 Kursteilnehmer während der praktischen Ausbildung von einem
Tauchlehrer begleitet. Während aller Tauchgänge war ein A-Boot der FF Leoben als
Sicherungsboot auf dem Wasser. Während des Lehrganges war ein Taucherarzt der
Klinischen Abteilung für Thorax- und Hyperbare Chirurgie der Uni-Klinik GRAZ, OA
Dr. Heiko Renner anwesend, der die tauchmedizinische Ausbildung in Theorie und
Praxis durchführte. Positives Ergebnis Von 16 Kursteilnehmern erreichten alle
das Lehrgangsziel.

Diese frischgebackenen Feuerwehr-Lehrtaucher werden nun in den
Landesfeuerwehrverbänden, bzw. bei den Berufsfeuerwehren für eine bundesweit
einheitliche Ausbildung im Sinne der seit 1988 existierenden
Ausbildungsvorschrift ‚Tauchen‘ des ÖBFV mitverantwortlich zeichnen.

