Feuerwehrtragödie: Nach der tödlichen Feuerwehr-Katastrophe
Gretzenbach (Schweiz): In Gretzenbach sind am Montag, 29. November 2004, die Untersuchungen wieder aufgenommen worden. Am Nachmittag wird das Gelände vermessen, wo am Samstag die herabstürzende Decke einer Tiefgarage sieben Feuerwehrleute unter sich begrub. Der Einsatz der Feuerwehr war verhältnismäßig, ist man in Feuerwehrkreisen überzeugt.
Die Räumungsarbeiten nach der Brandkatastrophe in Gretzenbach sollen am Dienstag, dem 30. November 2004, wieder aufgenommen werden. Zur Zeit werden nach Auskunft der Polizei Kanton Solothurn vor Ort Vermessungs- und Absperrarbeiten ausgeführt. Die Trauerfeier für die sieben Unglücksopfer wird am Samstag in der Nachbargemeinde Schönenwerd stattfinden.
Die Untersuchungsarbeiten seien von außen kaum sichtbar, sagte Frank Wilhelm, Sprecher der Solothurner Kantonspolizei. Am Nachmittag wird das Unglücksgebiet mit einem GPS-gestützten System photogrammetrisch vermessen werden. Dies sei für die Untersuchung sehr wichtig. Vom Dienstag sind die Arbeiten laut Wilhelm wieder sichtbar: Zum Einsatz kommen Rettungstruppen der Schweizer Armee, die auf Katastrophen- und Erdbebeneinsätze spezialisiert sind. Der Solothurner Regierungsrat Roberto Zanetti habe angewiesen, dass den Angehörigen der verstorbenen Feuerwehrleute finanzielle Überbrückungshilfe angeboten werde, sagte Dagobert Cahannes, Sprecher des Solothurner Regierungsrates. Das Care-Team, das Angehörige und Feuerwehrkollegen der Verstorbenen betreut, steht laut der Kantonspolizei Solothurn weiter im Einsatz.
Beim Schweizerischen Feuerwehrverband zeigte man sich vom Unglück tief betroffen. Zentralpräsident Laurent Wehrli und Geschäftsführer Robert Schmidli hätten sich noch am Tag des Ereignisses vor Ort informiert, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Sie seien zum Schluss gekommen, dass die Einsatzleitung und die im Einsatz stehenden Atemschutztrupps «sowohl die einsatztechnischen wie auch die einsatztaktischen Grundsätze» berücksichtigt hätten. Die Einsatzkräfte verfügten über die erforderliche Ausbildung, eine zeitgemäße Ausrüstung und entsprechende Einsatzerfahrung.
Dass es trotz einer professionell betriebenen Ausbildung zu solch fatalen Ereignissen kommen könne, sei äußerst tragisch und zeige auf, dass das Feuerwehrhandwerk alles andere als harmlos» sei. Am Samstag, dem 27. November 2004, kamen in Gretzenbach sieben Feuerwehrleute bei einem Einsatz in einer Tiefgarage ums Leben. Die Feuerwehr war ausgerückt, um den Brand dreier Autos zu bekämpfen, als plötzlich die Betondecke der Einstellhalle herunterstürzte und sieben Männer unter sich begrub. Drei weitere Personen konnten sich selber retten, ein Feuerwehrmann wurde von Kollegen gerettet.
