Gericht: Duftkerze verursachte Brand – Frau starb
Wien: Am Dienstag, dem 14. Dezember 2004, musste sich ein 57-jähriger Wiener wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst im Straflandesgericht verantworten: Er hatte eine Duftkerze im Wohnzimmer brennen lassen, seine Frau starb an den Rauchgasen. Das Geschehen spielte sich am 17. Mai in einer Hochhaus-Anlage in Wien-Meidling ab.
Der 57-Jährige schreckte aus dem Schlaf hoch, als er im Wohnzimmer Glas splittern hörte. Der Keramikbehälter der Duftkerze war geschmolzen und umgestürzt, ein daneben stehendes Sofa entzündete sich. Schnell weckte er die Tochter, schaffte es jedoch nicht mehr zurück ins Schlafzimmer. Als gegen 21.30 Uhr die Feuerwehr eintraf, spielten sich herzergreifende Szenen ab: Mehrfach versuchte der 57-Jährige zurück in die brennende Wohnung zu eilen, um seine Frau zu retten. Die Einsatzkräfte mussten ihn fast mit Gewalt davon abzuhalten.
Duftkerzen und Teelichter erfreuen sich nicht nur zur Weihnachtszeit großer Beliebtheit. Oft wird jedoch unterschätzt, welche Gefahr von den heimeligen Flammenspendern ausgeht.
Vor Gericht saß der Mann als ‚Häuflein Elend‘ vor Richterin Eva-Maria Seidl und bekannte sich schuldig. Er habe alles falsch gemacht, er wolle keine Kerzen mehr sehen: ‚Das ist kein Thema mehr für mich.‘ Die Verhandlung dauerte keine zehn Minuten. Der unbescholtene Pensionist wurde rechtskräftig zu acht Monaten bedingt verurteilt.
