Italien: Mindestens 14 Tote bei Kollision zweier Züge in Italien
Norditalien: Ein schweres Zugsunglück hat in Italien mindestens vierzehn Todesopfer gefordert. Zwischen Bologna und Verona sind ein Güterzug und ein Personenzug zusammengeprallt. Während dem Unglück herrschte dichter Nebel in der Region. Gemäss ersten Erkenntnissen hat der Personenzug ein Rotlicht missachtet.
Unter den Toten, die aus den Trümmern geborgen wurden, seien auch vier Lokomotivführer, teilten die Rettungskräfte am Freitag mit. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA meldete, an Bord des Personenzugs von Verona nach Bologna seien etwa 100 Personen gewesen. Es war das folgenreichste Zugunglück in Italien seit 1978. Damals waren südlich von Bologna rund 50 Insassen eines entgleisten Schnellzugs ums Leben gekommen.
Zahlreiche Ambulanzen und Hilfsmannschaften wurden zum 25 Kilometer von Bologna entfernten Unglücksort entsandt. Die Arbeiten der 200 Rettungskräfte kamen wegen des dichten Nebels am Ort des Unglücks nur langsam voran. Die Wucht des Zusammenpralls sei noch dadurch verstärkt worden, dass der Güterzug in seinen vorderen Wagen schwere Eisenträger transportiert habe.
Die Lokomotive des regionalen Personenzuges sei aus dem Gleis gesprungen, der nachfolgende erste Wagen habe sich fast senkrecht aufgerichtet. Die Trümmer der beiden Züge waren völlig ineinander verkeilt, hieß es in Berichten von der Unglücksstelle.
Die Verletzten wurden in die umliegenden Spitäler gebracht. Mehrere Rettungshelikopter seien zur Unglücksstelle aufgebrochen, mussten aber wegen des Nebels wieder umkehren. Italiens Verkehrsminister Pietro Lunardi begab sich am Nachmittag an die Unfallstelle, um sich ein Bild von der Situation zu machen.
Die beiden Züge seien bei dichtem Nebel auf der Strecke Bologna-Verona zusammengestoßen. Wahrscheinlich habe ein Lokomotivführer ein Rotlicht übersehen, hieß es. Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Ortes Bolognina di Crevalcore, in der Region Emilia Romagna.
Der Personenzug hätte im Bahnhof von Bolognina, der zweispurig ist, das Passieren des Güterzuges abwarten müssen. Er sei aber irrtümlich weitergefahren, hieß es in einer ersten Rekonstruktion des Unfallhergangs.
Nach Angaben der italienischen Bahngesellschaft (FS) wurde der Güterzug zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes von einem jungen Eisenbahner gefahren, der noch keinen Lokomotiv-Führerausweis besass. Die Staatsanwaltschaft habe gegen ihn und seinen Ausbildner Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit eingeleitet.
Die Strecke Bologna-Verona ist eingleisig. Erst in den vergangenen Jahren gab es Bestrebungen, sie auf zwei Gleise auszubauen. Wegen der Verzögerung bei den Arbeiten hatte es immer wieder Kritik gegeben, da es sich um eine für Italien wichtige Bahnlinie handelt, die im Norden in Richtung Brenner weiterführt.
Bologna liegt am südlichen Ende der Poebene, die als berüchtigtes Nebelgebiet bekannt ist. Besonders im Winter hält sich in dieser Senke die nachts gebildete feuchte Kaltluft, die häufig zu dichtem Nebel und Hochnebel führt. Zur Unglückszeit habe die Sichtweite unter 50 Metern gelegen, hieß es.
