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Über 35 Tote nach Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesh

Bangladesh: Rund 36 Stunden nach dem Einsturz einer Kleiderfabrik in Bangladesh ist die Zahl der Toten auf 35 gestiegen. Mehr als 100 Menschen wurden noch vermisst.

Die Arbeitsbedingungen und Sicherheitsstandards in den Fabriken in Bangladesh sind oftmals unzureichend. In den Textil-Fabriken arbeiten vorwiegend Frauen.

Feuerwehr und Polizei haben nach amtlichen Angaben bis am Dienstag mehr als 100 Überlebende aus den Trümmern der 25 Kilometer westlich der Metropole Dhaka gelegenen Stadt Savar geborgen. Überlebende berichteten von über 300 Fabrikarbeitern, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks am frühen Montagmorgen im Gebäude aufgehalten hätten. Das achtstöckige Fabrikgebäude war nach der Explosion eines Dampfkessels eingestürzt.

Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, bestand weiter: Mit nackten Händen, Brecheisen und Hämmern arbeiteten sich Angehörige der Opfer und Bergungsteams durch die Trümmer.

Rund 1500 Helfer weilen vor Ort, um die Verschütteten zu bergen. Ihnen fehle jedoch die richtige Ausrüstung, erklärte ein Feuerwehrmann. Ein Fabrik-Vertreter sagte, die Arbeiter hätten Überstunden gemacht, um den Abgabetermin eines westlichen Importeurs einzuhalten.
Textilindustrie wichtige Exportbranche

Bangladeshs Innenminister Lutfuzzaman Babar, der die Unglücksstelle besuchte, machte Konstruktionsmängel und fehlende Sicherheitsstandards für das Unglück verantwortlich. Die Textilindustrie ist der wichtigste Exportsektor des Landes. Rund 1,8 Millionen Arbeiter, meist Frauen, sind in diesem Bereich zu Billiglöhnen beschäftigt. Die Sicherheitsstandards sind niedrig, und häufig kommt es zu Unfällen.

Züricher Zeitung

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