Technisch

Bgld: Explosionsgefahr nach Unfall mit Gastankwagen

Sieggraben (Bgld): Gegen 13 Uhr kam es am 28. April 2005 auf der S31 zwischen Sieggraben und Weppersdorf zu einem Tankwagenunfall. Ein mit 700l Propangas gefüllter Tankwagen kam in das Straßenbankett und stürzte seitlich um.

Der Fahrer konnte unverletzt den Lkw verlassen und mittels Handy einen Notruf absetzen. Die alarmierte FF Mattersburg veranlasste sofort nach dem Eintreffen eine Nachalarmierung der Feuerwehren Oberpullendorf, Tschurndorf, Weppersdorf und Sieggraben.

Es besteht Explosionsgefahr, da geringe Mengen von Propangas austreten. Der Einsatz war um 15.45 Uhr noch voll im Gange. Weitere Einsatzmaßnahmen: Mittels Hebekissen wird der Lkw angehoben, um an das defekte Ventil zu gelangen. Erst dann ist ein Abpumpen des explosiven Gases möglich. Die S31 ist noch für einige Stunden vollkommen gesperrt.

Info des LFV-Burgenland:
Heute kurz vor 13 Uhr ist auf der S31 – Höhe Kalkgruben – ein mit Flüssiggas beladener Tankwagen von der Fahrbahn abgekommen und seitlich in den Straßengraben gestürzt. Der Tankwagen kam dabei auf dem Armaturenkasten und den Bodenventilen zu liegen. Im Tankwagen befinden sich noch rund 600 Liter Flüssiggas

Aus den Entleerungsventilen tritt laufend Gas aus. Ein Abdichten der Ventile bzw. ein Umpumpen des Flüssiggases ist gemäß Telefonat mit HBI Ing. Andreas Braunstein, Chemiker des Landesfeuerwehrkommandos Burgenland, daher nicht möglich.

Die Einsatzstelle wurde daher von der Feuerwehr und der Exekutive großräumig abgesperrt. Durch das austretende Flüssiggas besteht in unmittelbarer Nähe zum umgestürzten Fahrzeug Explosionsgefahr.

Die zum Einsatz alarmierten Feuerwehren Mattersburg, Weppersdorf, Tschurndorf, Sieggraben und Oberpullendorf haben einen 3-fachen Brandschutz (Wasser/Schaum/Pulver) errichtet und weitere Sicherungsarbeiten vorgenommen.

Um 16.20 Uhr wurden zwei Kräne der Firma Mensik in Stellung gebracht. Der Tankwagen soll anschließend gehoben werden. Erst dann ist es möglich, die Ventile zu schließen und das restliche Gas in einen Ersatztankwagen umzupumpen.

Bericht vom BFK Oberpullendorf:
Höchste Explosionsgefahr herrschte Donnerstagnachmittag auf der Burgendlandschnellstraße S31 bei Kalkgruben. Ein Tankwagen mit Flüssiggas an Bord war gegen 13 Uhr von der Fahrbahn abgekommen. Dem 39-jährigen Chaufeur schlottern noch jetzt die Knie: „Es war ein ordentlicher Schreck aber zum Glück ist mir passiert“, erzählt er. Der Mann blieb wie durch ein Wunder beim Unfall unverletzt.

Gefährlich ging es dann jedoch für die Feuerwehren des Bezirkes Oberpullendorf und Mattersburg zu. Denn beim Tankwagen wurden ein Leck festgestellt und das hochexplosive Gas trat aus. Daher wurde ein Chemiker des Landesfeuerwehrkommandos Ing. Martin Braunstein hinzugezogen. Er koordinierte die EInsatzkräfte vor Ort und ließ sofort einen dreifachen Brandschutz errichten. Das bedeutet, dass Feuerwehrmänner mit Wasser, Schaum und Pulverlöschern für den Löscheinsatz bereit stehen. Insgesamt 14 Feuerwehrfahrzeuge von fünf Feuerwehren standen hierzu im Einsatz. „Sogar der Betrieb eines Mobiltelefones kann zur Explosion führen“, erklärte Einsatzleiter BR Martin Reidl die wortwörlich brenzliche Lage.

Aufgrund der hohen Explosionsgefahr war die Bergung des Tankwagens nur mit zwei Spezialkränen möglich, da bei allen anderen Bergemethoden (beispielsweise mittels Seilwinden) Funken entstehen hätten können. Gegen 16 Uhr konnte mit dem Bergungsarbeiten begonnen werden. Anschließend wurden die 700 Liter Flüssiggas umgepumpt und das stark beschädigte Fahrzeug abtransportiert.

Bei diesem gefährlichen Einsatz, der bis 18 Uhr 30 dauerte, waren 56 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Burgenlandschnellstraße war während der gesamten Arbeiten gesperrt.

BFK Oberpullendorf

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