Sbg: Hochwasser-Situation im Oberpinzgau verschärft sich
Oberpinzgau (Sbg): Heftige Regenfälle haben am Dienstag, 23. August 2005, wieder einige Bäche und Flüsse anschwellen lassen. Am stärksten betroffen sind die Gemeinden Mittersill, Hollersbach und Bramberg.
Dort wurde Dienstagmittag Hochwasseralarm ausgelöst. Im Laufe des Dienstagnachmittags könnte der Salzachpegel dort bis auf 4,60 Meter steigen, befürchten Experten. Die Bezirkshauptmannschaft hat die Bewohner von Mittersill, Hollersbach und Bramberg aufgerufen, Keller und Parterres ihrer Häuser auszuräumen. Zudem sollen sich alle Bürger bei der Gemeinde melden, die Öl in ihren Tanks haben, um die Tanks leer zu pumpen.
In Mittersill liegen 20.000 gefüllte Sandsäcke in Depots entlang der Salzach bereit, 30.000 weitere Sandsäcke sind in Reserve. Das Bundesheer hat Katastrophenzüge geschickt. Auch Bagger sind im Einsatz. Aus Osttirol wurden zusätzlich Feuerwehrleute angefordert.
Bei Bramberg brachen am Dienstagnachmittag an zehn Stellen die Dämme – dort floss die Salzach zum Teil bis zu 150 Meter breit über Felder und Wiesen ab und gefährdet auch Wohnhäuser und Firmengebäude. Der Ort Mittersill wurde laut Katastrophen-Referent Kurt Reiter von der BH Zell am See mit schweren Kräften abgeriegelt: „Der Ort gleicht einer Wasserburg, die umflutet wird. Die Salzach hat dort nur mehr etwa 40 Zentimeter Spiel, bevor sie über die Ufer tritt.“ „Wir haben alles Menschenmögliche mit Sandsäcken, Barrieren und zusätzlichen Dämmern getan, um die Orte Mittersill, Hollersbach und Bramberg zu schützen. Jetzt können wir nur mehr hoffen, dass die Dämme halten.“
Der Mittersiller Bürgermeister Wolfgang Viertler zeigte sich am Nachmittag zuversichtlich, dass der Ort diesmal von einer neuerlichen Überflutung verschont bleibt.
Im Gemeindegebiet von Fusch errichteten Pioniere des Bundesheeres Ersatz für eine von den Wassermassen weggerissene Brücke.
