Tirol: Neun Tote bei Gondelabsturz
Der Absturz einer Liftgondel hat am Montag im Gletschergebiet oberhalb von Sölden laut Polizei neun Todesopfer und eine unbestimmte Zahl von Verletzten gefordert.
Wie die Betreiber der Bahn mitteilten, seien insgesamt drei Gondeln betroffen.
Materialtransport
Nach den ersten Informationen steht das Unglück im Zusammenhang mit den derzeit auf dem Gletscher stattfindenden Materialtransporten.
Hubschrauber verlor Betonteil
Ein Hubschrauber dürfte einen Betonteil verloren haben, den er zur Bergstation fliegen und der zum Bau von Kommunikationsleitungen verwendet werden sollte.
Von diesem Teil sei eine der Gondeln getroffen und aus der Verankerung gerissen worden. Die beiden anderen Gondeln gerieten dadurch in große Schwingungen. Mehrere Insassen seien aus den Kabinen geschleudert worden.
Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe der Bergstation der „Schwarze Schneid I“-Bahn, die den Rettenbach- mit dem Tiefenbachferner verbindet.
Bei den Toten und Verletzten soll es sich um Urlauber handeln. Die genaue Zahl war zunächst unklar.
Mehrere Hubschrauber, Rotes Kreuz, Bergretter, Angestellte der Seilbahn und Polizei sind derzeit im Einsatz.
Unglücksbahn war 2004 Schauplatz für Unfall
Die Seilbahn auf die 3.309 Meter hohe Schwarze Schneid am Tiefenbachferner in den Ötztaler Alpen war in jüngster Zeit bereits einmal Schauplatz eines spektakulären Unfalles.
Im vergangenen Jahr hatte sich das Steuerseil mit einer leeren, talwärts fahrenden Gondel verhängt. Die Kabine war nach dem eingeleiteten Notbetrieb der Bahn abgestürzt.
113 Fahrgäste hatten in der Folge aus den stecken gebliebenen Gondeln einzeln – aus bis zu 50 Metern Höhe – abgeseilt werden müssen. Die Rettungsaktion Mitte November hatte mehrere Stunden gedauert. Verletzt wurde damals niemand.
