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England: Treibstofflagerexplosion: Großbrand unter Kontrolle

England: Zwei Tage nach dem Ausbruch eines Großfeuers in einem Treibstofflager nahe London konnten die Einsatzkräfte den Brand am Dienstag, dem 13. Dezember 2005, unter Kontrolle bekommen. 17 von 20 brennenden Öltanks konnten bei einem „großen Schaumangriff“ gelöscht werden.

Noch bis Ende des Tages soll der größte Industriebrand Europas seit Ende des Zweiten Weltkriegs vollkommen gelöscht sein. Während weiter über die Brandursache gerätselt wird, äußern sich Experten besorgt über den riesigen Rauchteppich, der sich mittlerweile über rund 120 Kilometer ausdehnte.

Beim vor zwei Tagen in einem Treibstofflager bei London ausgebrochenen Großbrand konnte am Dienstag erstmals Entwarnung gegeben werden. Nachdem die Löscharbeiten am Montag angesichts massiver Explosionsgefahr unterbrochen werden mussten, gelang es den Einsatzkräften nun, den größten Industriebrand in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs unter Kontrolle zu bekommen. Feuerwehrleute erstickten den Großbrand in einem Treibstofflager bei London weitgehend in Schaum. „Die letzte Phase der Operation hat mit einem weiteren großen Schaumangriff begonnen“, so ein Feuerwehr-Sprecher. Bis zum Ende des Tages sollten auch die letzten drei von anfangs 20 brennenden Großtanks gelöscht sein.

Aus Sicherheitsgründen waren die Einsatzkräfte am Montagabend zunächst abgezogen worden. Die Einsatzleitung hatte befürchtet, dass ein Tank mit zunächst unbekanntem Inhalt explodieren könnte. „Wir wollen nicht unnötig Menschenleben riskieren, der Umweltschaden ist schon schlimm genug“, sagte Einsatzleiter Roy Wilsher. Nach Klärung des Inhalts in dem besonders intensiv brennenden Tank setzten die mehr als 150 Feuerwehrleute die Löscharbeiten trotz widriger Umstände fort. Die Belastungen für die Feuerwehrleute seien extrem, teilte die Einsatzleitung mit. Insgesamt seien Brandbekämpfer aus 16 Orten im Einsatz. Bei dem Großfeuer war wie durch ein Wunder niemand getötet worden. 43 Menschen erlitten zumeist leichte Verletzungen.

Sorgen bereitete am Dienstag der riesige Teppich aus Rauch und Ruß, der sich von dem Treibstofflager bei der Ortschaft Hemel Hempstead aus über weite Gebiete Südenglands gelegt hat. Im günstigsten Fall werde die Riesenwolke über dem Atlantik vom Wind aufgelöst, erklärte die britische Umweltbehörde. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass Schadstoffpartikel mit Regenfällen über dem Festland herunterkommen und in den Boden eindringen. Auf Satellitenbildern war zu sehen, dass sich der Rauchteppich über rund 120 Kilometer ausdehnte. Ausläufer waren schon am Montag über Frankreich ausgemacht worden.

Mehr als 500 Menschen, die aus der unmittelbaren Umgebung des Großbrandes in sichere Notunterkünfte gebracht worden waren, können vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Sie müssten noch einige Tage ausharren, bis die Luft in ihren Wohnorten wieder frei von Giftstoffen ist, erklärten die Behörden. Etwas weiter entfernt lebende Bewohner der betroffenen Region wurden wegen der anhaltenden Rauchentwicklung aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben und alle Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Schulen in einem Radius von rund 17 Kilometern um das Tanklager blieben auch am Dienstag geschlossen.

Die genauen Ursachen des Großfeuers, das nach Schätzungen Schäden in Höhe von umgerechnet rund 100 Millionen Euro anrichtete, sollen von einer Regierungskommission ermittelt werden. Einen Terroranschlag hatten die Behörden bereits am Sonntag ausgeschlossen. Der französische Ölkonzern Total, der das Lager zusammen mit der US-Firma Texaco betreibt, wies indessen Spekulationen zurück, wonach ein Leck Ursache des Brandes gewesen sein könnte. Ein Mitarbeiter einer Zulieferfirma von Total wollte vor drei Wochen ein Treibstoffleck auf dem Gelände gesehen haben. Diese Gerüchte würden ausdrücklich dementiert, sagte ein Total-Sprecher.

Wie Augenzeugen berichteten, war das Treibstofflager am Sonntag zunächst von einer großen Explosion erschüttert worden, die noch 60 Kilometer vom Unglücksort entfernt zu hören war. Danach habe es noch drei kleinere Explosionen gegeben. Die Flammen über dem Unglücksort schossen den Berichten zufolge bis zu 100 Meter hoch in den Himmel. In dem Depot lagerten zum Unglückszeitpunkt rund 16 Millionen Liter Benzin, Diesel und Kerosin.

Österreichischer Rundfunk

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