AT: Vogelgrippe-Verdacht bei zwei Schwänen in Graz
Bei den beiden Schwänen, die am Montag im Gebiet des Kraftwerks Mellach bei Graz aufgefunden wurden, besteht der dringende Verdacht, dass sie mit dem H5N1-Virus infiziert sind. Das ergaben erste Proben.
Laborproben wurden gleichzeitig an das zuständige Referenzlobar der EU nach Weybridge in Großbritannien geschickt.
Wahrscheinlichkeit bei 70 Prozent
Wie Dienstagnachmittag aus dem Büro von Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP) bekannt wurde, habe sich bei der Untersuchung von mehreren toten Vögeln in zwei Fällen der Verdacht einer Infizierung mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 ergeben. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 70 Prozent, weitere Untersuchungen seien noch erforderlich.
Agrarlandesrat Seitinger und Gesundheitslandesrat Helmut Hirt (SPÖ) beriefen kurze Zeit nach Bekanntwerden der beiden Verdachtsfälle eine Pressekonferenz ein:
Seitinger: „Wir haben die Geflügelpest“
Insgesamt 21 Vögel untersucht
Im Zusammenhang mit dem Vogelgrippe-Fall im benachbarten Slowenien und der besonderen Wachsamkeit in der Bevölkerung waren in den vergangenen Tagen 21 Vögel – sechs Schwäne, sechs Enten, drei Reiher, drei Kormorane sowie ein Fasan und zwei Tauben – als potenzielle Verdachtsfälle erkannt und an das Labor des Instituts für veterinärmedizinische Untersuchungen der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit in Mödling übermittelt worden.
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) hat in Absprache mit der steirischen Landesregierung und Umweltlandesrat Seitinger bereits Maßnahmen für das betroffene Gebiet in Graz und Graz-Umgebung veranlasst.
Krisenplan tritt in Kraft
Sofort nach Bekanntwerden der beiden H5N1-Verdachtsfälle ist in der Steiermark der für den Ernstfall ausgearbeitete Kriesenplan in Kraft getreten. Dieser sieht unter anderem die Errichtung einer Schutzzone rund um den Fundort der infizierten Vögel vor.
Endgültiges Ergebnis nächste Woche
Totes Wassergeflügel ist in den Riskogebieten jedenfalls den Bezirksverwaltungsbehörden zu melden. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, jeden direkten Kontakt mit toten Wasservögeln zu vermeiden, so das Gesundheitsministerium in einer Aussendung.
Dem Ministerium lagen zunächst keine Informationen vor, dass heimische Hausgeflügelbestände infiziert sind. Die gesetzen Maßnahmen „dienen der Vorsorge, da die endgültige Bestätigung des Verdachts auf Vorliegen einer H5N1-Infektion durch das EU-Referenzlabor erst Anfang nächster Woche vorliegen wird“, heißt es.
