Technisch

Nö: Vorbeugenden Schutzmaßnahmen für OMV Gasstation

Bezirk Gänserndorf (Nö): Aufgrund der aktuellen Hochwasserkatastrophe entlang der March wurde auch die Gasverteilerstation Baumgarten durch professionelles Agieren der Feuerwehren abgesichert.

Wegen der aufgeweichten Dämme war in der Nacht des 5. April ein Bruch des Weidenbachdammes bei Zwerndorf möglich erschienen. Um für diesen Fall gerüstet zu sein, wurde die Gasstation geschützt. Die Maßnahmen der Einsatzkräfte wurden schnell und professionell umgesetzt. Auch wenn sich die Lage entspannte und die Schutzmaßnahmen letztendlich nicht vonnöten waren, war der Einsatz vorbildhaft.

In den Abendstunden des 05. April wurde vom diensthabenden Stabschef des Bezirksführungsstabs Gänserndorf Oberbrandinspektor Christian Koller eine Sondersitzung „Sicherung Gasstation Baumgarten“ einberufen. Ziel war es, vorbeugende Sicherungsmaßnahmen zu beschließen. Als Verbindungsoffizier zur OMV wurde Oberbrandmeister Taibl von der Stadtfeuerwehr Gänserndorf eingesetzt. Dieser machte sich sofort auf den Weg nach Baumgarten, um die Lage vor Ort zu erkunden.

Bereits am Nachmittag führten Mitglieder des Führungsstabes gemeinsam mit dem Bundesheer Aufklärungsflüge durch und sondierten die Lage aus der Luft. Hierbei wurden von allen „strategisch wichtigen Punkten“ Luftaufnahmen angefertigt um eine effiziente Lageführung sowie eine übersichtliche Information der anrückenden KHD – Einsatzzüge durchführen zu können.

In der Einsatzzentrale Gänserndorf rauchten die Köpfe. Es galt das ausgedehnte Betriebsgelände so rasch als möglich profylaktisch zu sichern. Das Gelände umfasst 3.000 m² mit 12 Betriebsgebäuden. Es galt eine Länge von 500 Metern der Marchdamm zugewandten Seite der Gasstation zu schützen.

Zunächst wurde überlegt einen Damm aus Betonwänden zu errichten. Dies war jedoch aus logistischen und zeitlichen Gründen nicht möglich.
Nun war das Improvisationstalent des Führungsstabes gefragt. Nach einigen Überlegungen wurde beschlossen einen Verklausungsschutz aus zwei Reihen „Kartoffelkisten“ gefüllt mit Rollschotter auf einer Länge von 500 Metern zu errichten.

Zur weiteren Absicherung der Gebäude wurde von der Oberösterreichischen Landesfeuerwehrschule ein mobiler, wasserbefüllbarer Damm angefordert. Dieser wurde um alle Objekte aufgebaut um ein eindringen des Wassers zu verhindern. Weiters wurden die Eingänge und Schächte zusätzlich mit Sandsäcken gesichert. Doppelböden und Keller wurden vorsorglich mit Tauchpumpen ausgestattet.

Die Arbeiten wurden von den Einsatzkräften aus dem Einsatzabschnitt Zwerndorf mit einer Gewaltleistung in Rekordtempo umgesetzt! Unterstützt wurden diese von den Bediensteten der OMV.
Noch am Vormittag des 06.04.06 konnte die Anlage als abgesichert gemeldet werden – Ein erster großartiger Teilerfolg und Lichtblick für die ausgelaugten Einsatzkräfte!

Lob vom Landesfeuerwehrkommandanten
Die Kreativität bei der Lösungsfindung des Bezirksführungsstabes Gänserndorf für den Treibholzschutz wurde von Landesfeuerwehrkommandant Buchta persönlich bei einem Besuch in der Einsatzzentrale Gänserndorf gelobt. Es hat sich bewährt die Koordination eines solchen Großeinsatzes nicht direkt aus dem Krisengebiet zu übernehmen.

Die Feuerwehrzentrale Gänserndorf bietet für die Koordination eines solchen Großeinsatzes perfekte Infrastruktur. Alle Verwaltungs- und Schulungsräume sind mit den Führungsstäben und Sachgebieten besetzt.
Alle Verbindungsoffiziere von Polizei, Rotem Kreuz sowie eine Einheit des Bundesheeres sind ebenfalls in der Feuerwehrzentrale untergebracht. Dieser Umstand sowie moderne EDV und Telekommunikationseinrichtungen sorgen für effiziente Kommunikation und eine möglichst rasche Abwicklung der zahlreichen Anforderungen an den Führungsstab.

FF Gänserndorf

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