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Schweiz: Brand eines Zuges in Tunnel – Großeinsatz an Rettungskräften

Zürich (Schweiz): Kurz nach der Ausfahrt vom Zürcher Hauptbahnhof sind über 100 Passagiere eines Cisalpino-Zuges im Zimmerbergtunnel evakuiert worden. Grund war ein nach einem Lokdefekt aufgetretener Mottbrand. Drei Personen mussten mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital.

Der Cisalpino Zürich-Mailand blieb am Dienstagabend kurz vor 20 Uhr im Zimmerbergtunnel zwischen Zürich und Thalwil stehen. Gemäss Angaben der SBB kam der Zug etwa vier Kilometer vor dem Tunnelausgang zum Stillstand. Der Tunnel ist 9,4 Kilometer lang. Weil sich im Bereich des zweithintersten Wagens gegen 20 Uhr 30 nach einem Mottbrand Rauch entwickelte, mussten die Reisenden im Raum Wollishofen-Kilchberg über Notschächte aus dem Zug und dem Tunnel evakuiert werden. Die Passagiere, die teilweise in Decken gehüllt waren, wurden in ein nahe gelegenes Restaurant gebracht und verpflegt, wie ein SBB-Sprecher auf Anfrage erklärte.

Die gleiche Zugskomposition war auf der Fahrt von Stuttgart nach Zürich bereits in Schaffhausen wegen eines Defekts stecken geblieben; die Reisenden stiegen dort auf andere Züge um. Nach einer Leerfahrt nach Zürich kam der Zug für die ursprünglich geplante Fahrt nach Mailand zum Einsatz. Der Zug setzte die Reise in Zürich mit 40 Minuten Verspätung kurz vor 20 Uhr fort. Die Störungsursache und die Gründe für den Entscheid zur Weiterfahrt werden laut SBB abgeklärt.
Für Angehörige der Cisalpino-Passagiere in Richtung Mailand richtete die SBB eine Hotline ein. Wegen des Zwischenfalls war der Bahnverkehr von Zürich in Richtung Chur, Luzern und Gotthard sowie auf drei S-Bahn-Linien unterbrochen. Während der Evakuierungen mussten die Fahrleitungen ausgeschaltet werden.

An Stelle der Züge wurden Busse eingesetzt. Kurz nach 22 Uhr konnte die Seelinie wieder geöffnet werden. Nach rund zehnstündiger Sperre ist der Zimmerbergtunnel am Mittwochmorgen, 12. April 2006, wieder für den Verkehr freigegeben worden.

Update:
Ein Brand in einem Cisalpino-Zug hat am Dienstagabend, 11. April 2006, einen Sachschaden von 70’000 bis 100’000 Franken verursacht. Die 117 Passagiere wurden in Sicherheit gebracht, drei Frauen wurden leicht verletzt. Entdeckt wurde der Brand von einem Lokomotivführer eines anderen Zuges.

Kurz vor 20 Uhr, nur wenige Minuten nach der Ausfahrt vom Zürcher Hauptbahnhof, blieb der Cisalpino Zürich-Mailand im Zimmerberg-Basistunnel zwischen Zürich und Thalwil stehen. Gemäss Angaben der SBB kam der Zug etwa vier Kilometer vor dem Tunnelausgang zum Stillstand. Der Tunnel ist 9,4 Kilometer lang. Insgesamt waren mehr als 500 Personen von Polizei, SBB und Feuerwehr im Einsatz, wie am Mittwochvormittag an einer Medienorientierung ausgeführt wurde. Feuerwehrkommandant Hans Mundwiler berichtigte erste Meldungen, wonach es sich um einen Mottbrand gehandelt habe: Es sei ein offenes, wenn auch kleines Feuer im zweitletzten Wagen gewesen.

Die 117 Passagiere verliessen den Tunnel über Notschächte. Drei Frauen zwischen 16 und 28 Jahren wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital gebracht, das sie alle im Laufe des Mittwoch wieder verlassen konnten. Der Brand am defekten Cisalpino ist von einem Lokomotivführer eines anderen Zuges entdeckt worden. Dieser habe um 20 Uhr 14 aussenseitig einen Brand im Unterboden des zweithintersten Wagen des blockierten Cisalpinos festgestellt und Alarm geschlagen, teilten die SBB mit.
Die Brandursache bleibt vorderhand unklar. Die Zürcher Staatsanwaltschaft und die Unfalluntersuchungsstelle Bahn und Schiff des eidgenössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) haben eine Untersuchung eröffnet. Die SBB ihrerseits gehen mit einer internen Untersuchung der Frage nach, wie es generell mit der Sicherheit der Cisalpino-Züge steht. SBB-Infochef Danni Härry räumte ein, der Zugstyp sei pannenanfällig, man sei nicht nur glücklich mit ihm. Noch nie allerdings sei es zu einem Ereignis wie dem aktuellen gekommen. Die gleiche Zugskomposition war auf der Fahrt von Stuttgart nach Zürich bereits in Schaffhausen wegen eines Defekts stecken geblieben; die Reisenden stiegen dort auf andere Züge um. Nach einer Leerfahrt nach Zürich setzte der Zug die Reise nach Mailand mit 40 Minuten Verspätung fort.

Während der Evakuierungen mussten die Fahrleitungen ausgeschaltet werden. Der Bahnverkehr von Zürich in Richtung Chur, Luzern und Gotthard sowie auf drei S-Bahn-Linien war deshalb unterbrochen. An Stelle der Züge wurden Busse eingesetzt. Kurz nach 22 Uhr war die Seelinie wieder befahrbar und am frühen Mittwochmorgen konnte auch die im Tunnel verlaufende neuere Strecke Zürich-Thalwil wieder in Betrieb genommen werden.
Der 2003 eröffnete Zimmerberg-Basistunnel ist der modernste SBB-Tunnel. Mit täglich rund 400 Zügen führt eine der meistbefahrenen SBB-Linien hindurch. Die Sicherheitsstandards gelten als vorbildlich. Dazu gehören auch die Notausstiege, die beim Zwischenfall mit dem Cisalpino auch benutzt worden sind.

Neue Züricher Zeitung

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