Ktn: Auto von Zug mit 120 km/h gerammt – Mann rechtzeitig aus Pkw gerettet
Velden (Ktn): Obwohl er sich weigerte, konnten drei junge Männer einen Pensionisten noch rechtzeitig aus seinem Auto ziehen, das nach einem Unfall bei Saag auf den Gleisen eines Bahnüberganges zu stehen gekommen war. Sie retteten ihm damit das Leben.
Der 69 Jahre alte Pensionist aus Feldkirchen war am Dienstagabend, dem 9. Mai 2006, mit seinem Pkw von Pörtschach in Richtung Velden unterwegs gewesen. Gegen 21.30 Uhr passierte es dann plötzlich: Der Mann stieß mit seinem Pkw gegen die vor einem Bahnübergang montierte Leitschiene, der Wagen wurde auf die Eisenbahnkreuzung geschleudert. Kurz danach kamen ein 23 Jahre alter Klagenfurter und eine 22-jährige Frau aus Rosegg zur Unfallstelle und sahen den im Unfallwagen sitzenden Pensionisten, als sich auch schon die Schranken senkten und den Pkw auf dem Bahnübergang einschlossen.
Ohne lange zu überlegen liefen der Klagenfurter und zwei seiner Beifahrer sofort zu dem Auto und versuchten, den noch immer im Fahrzeug sitzenden Pensionisten zum Aussteigen zu bewegen – der verletzte Mann weigerte sich allerdings, seinen Pkw zu verlassen. Kurz vor dem Eintreffen des Zuges konnten die Männer den Mann mit sanfter Gewalt aus dem Auto ziehen und vom Bahngleis wegbringen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Der Regionalzug mit der Zugnummer 4296 krachte mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h in den Pkw und katapultierte diesen dreißig Meter über die Böschung, wo der Wagen an einem Baum hängen blieb. Der Zug kam trotz sofort eingeleiteter Notbremsung erst nach etwa einem halben Kilometer zum Stillstand.
Wegen seiner Verletzungen, die er erlitten hat, als sein Wagen die Leitschiene gerammt hatte, wurde das Unfallopfer mit der Rettung ins LKH Klagenfurt gebracht. Die Insassen des Zuges und der Lokführer blieben unverletzt. Der im Baum hängende Pkw hat nur mehr Schrottwert, auch die Lok wurde durch den Zusammenstoß so stark beschädigt, dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. Die Zugsgarnitur wurde nach Velden geschleppt, dort konnte eine Ersatzlok angekoppelt werden.
Die Bundesstraße war über eine Stunde für den gesamten Verkehr gesperrt, das Südgleis der Bahnanlage konnte erst um Mitternacht wieder für den Zugsverkehr freigegeben werden.
Die Freiwilligen Feuerwehren Velden, Techelsberg und Töschling führten mit acht Fahrzeugen und 46 Feuerwehrmännern die Bergungs- und Aufräumarbeiten durch.
