Ktn: Behinderte aus brennendem Haus gerettet
Döbriach (Ktn): Ein Polizist ist am Montag, dem 12. Juni 2006, zum Lebensretter geworden. Er hat zwei Männer aus einem brennenden Haus gerettet. Einer der beiden hat schwere Verbrennungen erlitten, der zweite ist mit dem Schrecken davongekommen.
Das Feuer war im ersten Stock eines Wohnhauses in Döbriach am Millstättersee (Bezirk Spittal/Drau) ausgebrochen. Zwei Brüder, die seit einem Unfall schwer beeinträchtigt sind, waren alleine im brennenden Haus. Die beiden hatten allerdings einen Schutzengel: Nachbar Wolfgang Steinwender war im Garten gewesen. Als der Polizist den Rauch bemerkte, alarmierte sofort die Feuerwehr. Dann sprang er über den Zaun und rannte zum brennenden Haus, um zu helfen. Es gelang ihm, beide Brüder aus dem Haus zu holen: „Das Gefährliche an der Situation war, dass der Markus unbedingt noch einmal ins Zimmer hinauf und löschen wollte. Die Situation war dann wirklich gefährlich, weil der Rauch schon sehr stark war“, so der Lebensretter.
Der jüngere Bruder, der im Erdgeschoss war, ist mit dem Schrecken davongekommen, er hätte sich als Gehbehinderter kaum selbst retten können. Der 39 Jahre alte Markus hat Verbrennungen an den Armen, dem Oberkörper und am Kopf erlitten. Er musste wegen seiner schweren Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber ins Landeskrankenhaus nach Klagenfurt geflogen werden.
Die Ermittler sagen, Wolfgang Steinwender habe sein eigenes Leben in Gefahr gebracht, der Lebensretter selbst ist bescheiden, er habe halt zum richtigen Zeitpunkt zum Nachbarhaus hinübergeschaut: „Es ist Zufall. Ein paar Minuten später wäre es kritisch gewesen.“ Der Polizist selbst musste wegen einer Rauchgasvergiftung im LKH Villach behandelt werden, konnte aber nach einigen Stunden wieder nach Hause entlassen werden.
Durch den Brand wurde das Wohnhaus im Bereich des ersten Stockes schwer beschädigt. Die genaue Schadenshöhe ist derzeit nicht bekannt. Die Freiwilligen Feuerwehren Döbriach und Radenthein standen mit insgesamt 40 Mann und fünf Fahrzeugen im Einsatz.
